FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel FK Pirmasens: Heckers Traumtor fällt zu spät

Machte sein erstes Saisontor: Konstantinos Neofytos (vorn, gegen VfB-Kapitän Dominik Nothnagel).
Machte sein erstes Saisontor: Konstantinos Neofytos (vorn, gegen VfB-Kapitän Dominik Nothnagel).

Schlappe, die Dritte! Wieder steht Regionalligist FK Pirmasens mit leeren Händen da. Gegen die U23 des Bundesligisten VfB Stuttgart quittiert „die Klub“ am Mittwochabend ein 2:3 (0:1). Bei der dritten Niederlage in Folge macht Mut, dass die Elf von Patrick Fischer nach klarem Rückstand noch mal Gas geben und Ergebniskosmetik betreiben kann.

„Einfach nur Augen zu und durch. Für Nachdenken bleibt da keine Zeit“, schilderte Tim Hecker, was ihn da kurz vor Schlusspfiff bewogen hat, den Hammer auszupacken. Hecker haute den Ball auf Vorlage des ebenfalls eingewechselten Mike Scharwath mit Wucht ins Netz. Traumtor. Aber zu spät. „Wenn es nur fünf Minuten früher gefallen wäre, wir hätten noch was reißen können“, war der Kunstschütze überzeugt.

In der Tat hat der FKP gegen Ende einer lange Zeit aussichtslos scheinenden Partie noch mal Gas geben und sich Chancen erarbeiten können. Auch gegen „eine Profimannschaft, die am Schluss mehr zulegen kann als wir“, wie David Becker zu bedenken gab. Der FKP-Kapitän haderte vor allem damit, dass „wir, wie schon in Großaspach, wieder so leichte Gegentore bekommen haben“. Das Positive: Schon in Minute 54 lagen die Pirmasenser scheinbar aussichtslos mit 0:3 im Hintertreffen. 2:3 hört sich schon ganz anders an.

Genickschlag nach der Pause

Schon neun Minuten nach Wiederanpfiff schien der Deckel drauf: Beim schnellen Gegenzug schickt VfB-Routinier Richard Weil den rechten Flügelflitzer auf die Reise. Julian Kudala prescht über die Stuttgarter Schokoladenseite nach vorne, schaut – und spielt den Ball exakt in den Lauf des mitgeeilten Stürmers Manuel Polster. Der hat keine Mühe, den Ball ins Netz zu drücken. 0:2 in der Minute: Der Schlag klatscht zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt ins Genick des bereits zurückliegenden Teams.

Zimmer ausgetrickst

Keine Gegenwehr möglich, keiner da, der es hätte richten können: Das ging für die Gastgeber nicht nur in dieser Szene einfach alles zu schnell. Ebenfalls den besagten Tick zu langsam schien Abwehrchef Moritz Zimmer nur fünf Minuten danach: Alou Kuol war fast davon. Zimmer holte ihn ein, der Stuttgarter aber stoppte kurz ab – und schlenzte den Ball aus halblinker Position im Strafraum ins lange Eck, vorbei an Reitz. Das war’s schon.

Oder doch nicht? Die 65. Minute: Manuel Grünnagel schickt Konstantinos Neofytos mit einem langen Ball in den Strafraum, der kommt rechtzeitig ran und lupft über Schock hinweg ins Tor – ein Lebenszeichen nach gut 20 schlimmen Minuten, in denen „die Klub“ sich zwar redlich bemüht, aber nichts Konstruktives zustandegebracht hatte. Das sollte sich ändern. „Wir müssen an Kleinigkeiten arbeiten, dürfen solche Tore einfach nicht kriegen. Oder wenigstens nicht so viele, weil wir selbst ja nicht gerade viele schießen“, mahnte Neofytos an.

Fast Tor aus 45 Metern

Erst im letzten Drittel der ersten Halbzeit hatten die Hausherren das Spiel in die gegnerische Hälfte verlagern können. Lange hatte vorn Flaute geherrscht, ein Weitschuss von Krob, der weit drüber strich, war das erste Ausrufezeichen. Ein bisschen vielversprechender geriet Luka Dimitrijevics Versuch, Florian Schock zu foppen. Der VfB-Keeper stand ein Stück vor dem Kasten, Dimitrijevic sah es, zog ab – und verfehlte aus gut 45 Metern knapp das leere Tor, in das Schock zu spät zurückgeeilt war. Eine richtig gute Chance resultierte aus einem Kopfball von Neofytos kurz der Pause. Der Grieche war auch diesmal nicht erste Wahl, aber bereits nach 14 Minuten ins Spiel gekommen. Salif Cissé hatte angeschlagen passen müssen. Arman Ardestani hatte ihn über die linke Flanke schicken wollen, Cissé aber stoppte jäh ab – und ließ resigniert den Kopf hängen. „Ich weiß nicht, was es ist“, sagte Cissé, kurz nach Schlusspfiff Richtung Tribüne humpelnd.

Nach 14 Minuten neu sortiert

Trainer Fischer war mithin früh zum Umstellen gezwungen, Sechser (Daniel Bohl) und zwei Achter (Becker und Cissé) in der Mittelfeldzentrale schrumpften zur Doppelsechs, Neofytos übernahm den offensiven Part hinter Spitze Dennis Krob. Als die Gastgeber noch in der Findungsphase waren, ging der VfB in Führung. Julian Kudala, starker rechter Teil und Aktivposten der Fünferkette, war an der Außenlinie los- und in hohem Tempo nach innen gezogen. Unbehelligt durfte er vorm Strafraum querlaufen und sich den Ball zurechtlegen, um ihn in der rechten Torecke zu versenken. Der FKP fand lange keine Antwort, auch wenn das Team zusehends Spielanteile gewann und phasenweise gar das Gästetor belagerte. „Ich bin zufrieden mit meiner Mannschaft“, nahm Fischer Schwächephasen inmitten der englischen Woche nicht krumm. Weiterer Bericht

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