Pirmasens
Etiketten Gehrlich setzt auf ein Netz aus kleineren Kunden
Blue4est“-Papier (gesprochen BlueFo(u)rest) – so heißt eine Neuentwicklung der Koehler-Gruppe, die im Schwarzwald ihren Stammsitz hat. Bei diesem innovativen blauen Thermopapier handelt sich um Kassenrollen-Papier, das laut dem Hersteller ganz ohne den Einsatz von umweltbelastenden Farbbildnern oder Farbentwicklern auskommt. Problemlos läuft das innovative Papier auf allen gängigen Thermodruckern. Peter Burgmann, Inhaber von „Etiketten Gehrlich“, erläutert, dass „Blue4est“ für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen ist, da es ohne Schadstoffe sei. 35 Jahre Haltbarkeit des nachhaltigen Papiers vermeide das Anfertigen von Extrakopien zur Nachweisführung als Kaufbeleg. „Die Nachfrage wächst“, hat Ingrid Burgmann festgestellt. Sie managt den Vertrieb und die Kundenberatung des familiengeführten Unternehmens auf der Ruhbank. Mit dem blauen, umweltfreundlichen Thermopapier aus dem Schwarzwald soll jetzt per Website ein breiter Kundenkreis angesprochen werden.
Die Nachfrage von Handel, Schuhindustrie, Gastronomie und Industriebetrieben nach den Produkten von Etiketten Gehrlich erwacht nach dem Corona-Schock wieder. „Man legt sich im Einzelhandel nicht mehr so viel Ware ins Lager wie im Herbst 2020“, haben die Burgmanns festgestellt. „Da war schon Ware auf den Messen vor Corona bestellt worden. Man dachte im Sommer vergangenen Jahres: Das war's mit Corona, und alles läuft normal weiter.“ Ein Irrtum, wie sich zeigte.
Bundesregierung fördert Chip-Produktion
Was inzwischen parallel anziehe, sei das Geschäft mit der Industrie. Was in diesem Bereich zu Buche schlage, sei die Thematik von Barcodes und Logistikaufbau. Peter Burgmann, der aus der Industrie kommt, sagt voraus, dass der Datenaustausch über Barcode der Weg sei, den die Industrie verstärkt beschreiten werde. Zur Vorbereitung des verstärkten Umstiegs auf EDV-gestützte Produktion fördere die Bundesregierung die Chip-Produktion im eigenen Land. Das Verdoppeln, aufgrund der aktuellen Marktsituation sogar das Vervierfachen, der heimischen Chip-Produktion wird angestrebt. „Da kann man ahnen, was aus dieser Richtung an automatisierter Datenverarbeitung noch auf uns zukommt. Gerade dann wird das Thema mit Barcode-lesbaren Etiketten ganz groß geschrieben.“
Kassenrollen und Etiketten würden derzeit wieder stärker nachgefragt. Eher schleppend laufe das Geschäft mit individualisierten Tickets für Kulturveranstaltungen. Für Ingrid Burgmann ist klar: Die Veranstalter, die solche speziellen Events anbieten, haben in der Corona-Zeit am meisten gelitten. Erst jetzt starten wieder die Events mit größeren Besucherzahlen.
80 Prozent Stammkundschaft
„Unsere Kunden kommen hauptsächlich aus dem Einzelhandel, 80 Prozent Stammkundschaft“, sagt Peter Burgmann. „Und ohne Corona hätten wir bei der Kundenanzahl gegenüber 2018 um gut 120 Prozent zugelegt“, schätzt der Inhaber. Es seien eher kleinere und mittlere Betriebe, deutschlandweit und einige in Österreich, die von Etiketten Gehrlich beliefert werden. Die Vielfalt der Kunden und Produkte sichern den erfolgreichen Bestand der Firma. Den Einbruch hätte das geschäftsführende Ehepaar zwar gemerkt, aber „wir können nicht klagen. Auch haben wir keine staatlichen Hilfsprogramme in Anspruch genommen“.
Es sei eben doch von Vorteil, dass man mehr oder weniger lokal und regional agiert, wo sich die Geschäftspartner kennen. „Wir sind kein Internetportal, bei dem ich mal kurz klicke und die Firma Alibaba in China schickt dann die Ware mit dem nächsten Containerschiff. Dann hätten wir jetzt auch die Lieferkettenproblematik, die es gerade in der Industrie gibt.“ Im Internet gehe es nur um den Preis, konstatiert Ingrid Burgmann: „Wir haben viele Kunden, die ganz spezielle Etiketten wollen, mit ihrem eigenen Logo. Es sind schon einige größere Kunden darunter; aber meine Philosophie ist: lieber viele kleinere Kunden, breit aufgestellt und eine gute Streuung. Ganz bewusst kein Amazon. Wir suchen den direkten Weg zum Kunden!“ Beratung sei das A und O. Ein solches Gespräch erachtet Ingrid Burgmann als wichtig: „Nur so weiß man, wofür der Kunde sein Etikett braucht. In Pirmasens oder in der näheren Umgebung sind wir dann auch zu Gesprächen vor Ort beim Kunden.“
Um die Wünsche der Kunden in kürzester Zeit zu erfüllen, hat sich die Firma auf der Ruhbank eine Lagerhaltung aufgebaut. Hier finden sich hauptsächlich die gängigsten Artikel, zum Beispiel Kassenrollen oder auch Kartonetiketten. So kann die bestellte Ware oft noch am gleichen Tag in den Versand gehen.
Info
Telefon: 06331/47774; Homepage: etiketten-gehrlich.de