Pirmasens / Zweibrücken
Erika Watson will für die FDP in den Bundestag
Bei Erika Watson ist viel Leben hinterm Haus: Durch den Garten tollen Hunde und watscheln Laufenten. Hin und wieder schleicht ein Kater über die Treppe. Auch von einem Hasen berichtet die 44-Jährige. Der Mümmelmann sei aber schon öfter ausgebüxt, erzählt Watson. Und dann gibt es noch die Pferde: eine Stute und ein Fohlen. Die haben ihr Quartier allerdings nicht im Zweibrücker Stadtteil Hengstbach, wo Watson und ihr Partner wohnen, sondern auf dem Mühlbachhof in Contwig.
Die 44-Jährige mag nicht nur lebendige Tiere. Was erst mal martialisch klingt, ist im Grunde halb so wild: Die toten Tiere, für die sie eine Leidenschaft entwickelt hat, sind schon ziemlich lange tot. In einem Raum ihres Bauernhauses bewahrt Watson Tierschädel auf: Dachs, Fuchs, Reh – die Sammlung ist vielfältig. „Ich wollte eigentlich von Kindesbeinen an Tierärztin werden“, sagt sie. „Daher wohl das Faible für die Knochen.“
Über Reitunterricht zum heutigen Beruf
Tierärztin ist sie allerdings nicht geworden. Sie konnte damals aus gesundheitlichen Gründen nicht am Medizinertest teilnehmen, den sie gebraucht hätte, um sich fürs Studium einzuschreiben, berichtet Watson. So entschied sie sich für eine Ausbildung zur Pferdewirtin – in Verden an der Aller in Niedersachsen. „Tierärztin wäre auch ein ziemlich zeitintensiver Beruf gewesen“, sagt sie. „Und in dem Reitunterricht, den ich dann gab, habe ich gemerkt, dass ich Spaß daran habe, jungen Menschen etwas beizubringen.“ So kam sie zu dem Beruf, den sie heute noch bekleidet: Watson ist Lehrerin. An der IGS Contwig unterrichtet sie die Fächer Englisch und Kunst.
In der Schule achte sie sehr darauf, dass ihre Kandidatur für den Bundestag und der Unterricht getrennt behandelt werden, sagt die Vorsitzende des FDP-Stadtvorstands Zweibrücken. „Es gibt aber viele Schülerinnen und Schüler, die mich gezielt darauf ansprechen. Mit denen rede ich auch darüber. Ich finde es auch wichtig, dass Schüler ihre Umwelt und das, was auf kommunaler Ebene passiert, wahrnehmen.“
„Einmal Dorfkind, immer Dorfkind“
Watson wurde in Florida geboren, hat außerdem schon in Alabama und an der US-amerikanischen Westküste nahe Washington gelebt. Ihr Vater ist Amerikaner, war als Soldat in Deutschland stationiert und hat auf diesem Wege ihre Mutter kennengelernt. „Wie das eben manchmal so passiert“, sagt Watson. Die mitteleuropäischen Vier-Jahreszeiten-Temperaturen sind für sie das angenehmere Klima, sagt sie. „Und Zweibrücken ist tatsächlich die größte Stadt, in der ich bislang gelebt habe.“ Doch da lebt sie ja auch nicht wirklich in der Stadtmitte: „Einmal Dorfkind, immer Dorfkind“, ergänzt die Politikerin lachend.
Vor längerer Zeit hat Erika Watson auch zu Pferd an Wettbewerben teilgenommen: als Vielseitigkeitsreiterin. Diese Aktivität musste sie aus gesundheitlichen und zeitlichen Gründen jedoch einstellen.