Pirmasens Einfach unglaublich

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Mainz. Mit dem letztlich ungefährdeten 2:0 (1:0)-Sieg bei Fortuna Mombach, die sich im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten wehrte, hat der FK Pirmasens II am Sonntag die Sensationsmeisterschaft in der Fußball-Verbandsliga und damit den direkten Oberliga-Aufstieg perfekt gemacht.

Einen tiefen Zug noch, dann reicht Benjamin Peters die Meister-Zigarre an Spielertrainer Sebastian Reich weiter. „Wenn das jemand vor der Runde gesagt hätte ...“, sagt der Linksverteidiger des FKP II und grinst. „Das Ziel war ja der Nicht-Abstieg“, ist er sich mit all den Mitspielern einig, die sich gegenseitig immer wieder neue Bierflaschen reichen. Linksaußen Niklas Kupper merkt an: „Der dritte Aufstieg hintereinander – unglaublich!“ Wenige Minuten zuvor hatten sich Spieler und Verantwortliche auf dem Spielfeld gegenseitig mit Sekt und Bier übergossen. Diese Party mitten auf der Bezirkssportanlage in Mainz-Mombach ist redlich verdient. Ende der ersten Halbzeit hatte Kupper noch mächtig mit seinen Kollegen geschimpft. „Wir stehen alle rum!“, hatte der Mann mit der Nummer zehn moniert – und das nicht zu Unrecht. Nach dem frühen 1:0 (6.) – Christopher Ludy hatte Peters′ maßgenaue Flanke von der Mittellinie in den Strafraum per Kopfball-Bogenlampe verwandelt – war das Spiel zunehmend verflacht. Die Mombacher wehrten sich gegen den drohenden Abstieg, und der FKP gab recht früh den Versuch auf, gegen einen engen Verbund aus Fünfer- und Viererkette anzurennen. Dennoch war, an den klaren Chancen gemessen, das 2:0 durch Dennie Schmidt (77.), der nach Kuppers Querpass einnetzte, folgerichtig. Eine runde Viertelstunde später kannte der Jubel keine Grenzen mehr, vom Anhang mitgebrachte Raketen schossen gen Himmel, Sekt und Bier standen in großen Mengen bereit. Auch die unterlegenen Mombacher, die nun von den Ergebnissen der Aufstiegsrunden abhängig sind, bekamen nach einem fairen Spiel die ein oder andere Flasche ab. „Wir sind extra mit einem großen Bus gekommen, damit keiner mit dem eigenen Auto fahren muss“, erzählt Peters. Den nötigen Rückenwind bekam die Pirmasenser Mannschaft durch das Ergebnis der eigenen Erstvertretung vom Vortag. Durch deren sicheren Regionalliga-Verbleib ist der Oberliga-Aufstieg überhaupt erst möglich. Die eigene 1:2-Schlappe vergangene Woche gegen Zeiskam habe ihn und sein Team „schon etwas enttäuscht“, sagt Reich, „aber die Spieler haben gesagt, dass es besser ist, am Pfingstwochenende zu feiern, denn da haben wir Montag frei“. Reich schob nach: „Die Jungs haben eine Riesen-Entwicklung genommen.“ Spieler wie Mark Hoffmann, Florian Hasemann oder Kapitän Jannik Nagel waren schon in der A-Klasse am Ball, in der Innenverteidigung hielten mit A-Junior Yannick Grieß und Frederik Eitel zwei blutjunge Akteure den Laden zusammen. Wer dieses Team als Aufsteiger getippt hat, muss ein Prophet sein. „Wir haben eine Riesen-Mannschaft, die sich auch außerhalb des Platzes sehr gut versteht und viel zusammen unternimmt“, betont Peters, „und die, die von der Ersten runterkamen, haben sich immer den Hintern aufgerissen.“ Kupper lobt den „riesigen Zusammenhalt, nach dem Training geht niemand sofort heim“. Und dass die Truppe den Titel mit zehn Siegen aus den letzten zwölf Spielen redlich verdient hat, daran besteht kein Zweifel. So spielten sie FK Pirmasens II: Gize – Hasemann, Grieß, Eitel, Peters – Hoffmann, Nagel, Schmidt (82. Jung) – Steinhauer (68. Conzelmann), Ludy, Kupper (87. Freiler).

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