Waldfischbach-Burgalben
Camping rüstet Wasserversorgung für Hitzetage auf
Wohnmobil abstellen, Zelt aufbauen, freie Tage stressfrei genießen – dafür schätzen Besucherinnen und Besucher den Campingplatz Clausensee. Gerade an heißen Tagen, wenn im Pfälzerwald die Temperaturen angenehm bleiben, ist die Anlage gefragt. Aber: Der Klimawandel ist spürbar und wirkt sich auch auf die Wasserversorgung des Campingplatzes aus.
An Pfingsten meldeten die Betreiber Vollauslastung. Das war auch in den Einkaufsmärkten in Waldfischbach-Burgalben zu spüren, wo sich die Regale schneller leerten. Der Platz wird dann zum kleinen Dorf mit rund 700 Gästen, sagen Katharina Singer, geschäftsführende Gesellschafterin der Camping Clausensee GmbH, und Mitarbeiterin Juliane Klüßendorf. Die 16 Hektar große Anlage, davon vier Hektar See, steht dadurch vor neuen Herausforderungen – insbesondere bei der Wasserversorgung.
Brunnen liefert Wasser aus 15 Metern Tiefe
Vor allem Hitzespitzen setzen dem System zu. „Die brachten unser bisheriges Wasserversorgungssystem zuletzt teilweise an die Grenzen“, sagt Singer. Das Wasser für Waschen, Duschen und Kochen kommt aus einem privaten, etwa 15 Meter tiefen Brunnen. Eine Pumpe fördert es in einen kleinen Hochbehälter, von dem aus die Versorgung der Anlage erfolgt. Von hier aus wird das Wasser an alle Zapfstellen auf dem Campingplatz geleitet. Die Brunnenanlage wird regelmäßig kontrolliert. Das Gesundheitsamt wacht darüber, wie über jede Wasserversorgungseinrichtung.
Richtig kritisch wurde es im vergangenen August, als die Versorgung nicht mehr ausreichte. Bei sehr heißen Tagen leerte sich der Hochbehälter, aus dem Brunnen kam nicht genug Nachschub. Singer hat sich an Martin Pfeifer, Geschäftsführer der Nahwerk GmbH gewandt. An der Nahwerk sind die Stadtwerke Kaiserslautern (SWK) beteiligt, die die Betriebsführung der Wasserversorgung in der Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben innehaben. Pfeifer kontaktierte die SWK.
Die Lösung: ein Tankwagen. Er füllte in Waldfischbach-Burgalben Wasser auf, brachte es zum Campingplatz und speiste den Hochbehälter. Für die Gäste lief das Wasser weiter wie gewohnt aus den Leitungen, von der kritischen Lage bemerkten sie nichts. Die Kosten für Wasser und Transport hatte die Betreiberin übernommen. Die zuständigen Behörden waren informiert.
Schon einmal Tankwagen angefordert
„Das wollten wir in dieser Form nicht noch einmal erleben“, sagt Singer. Ein Ingenieurbüro erhielt den Auftrag, die Versorgungssicherheit zu verbessern. Erster Schritt war der Einbau einer leistungsstärkeren Pumpe, um an Spitzentagen genug fördern zu können. Die Förderleistung verändert nicht die genehmigte Gesamtmenge, die dem Brunnen pro Jahr entnommen werden darf; diese wird kontrolliert. „Es geht um die Versorgungssicherheit an Tagen mit großer Hitze. Und die werden mehr“, so Singer.
Schon um den 1. Mai zeigte sich, dass es trotz neuer Pumpe bei großer Hitze wieder eng werden könnte. Deshalb verlegten die Betreiber in Eigenleistung ein neues Zuleitungsrohr vom Brunnen zum Hochbehälter. Ein rund 200 Meter langer Graben wurde gezogen, das Rohr gegen eines mit größerem Durchmesser ausgetauscht. Abgesehen von den Eigenleistungen flossen rund 10.000 Euro in die Arbeiten, um die Versorgung an heißen Tagen zu stabilisieren.
Und jetzt? Den Härtetest an den sommerlichen Pfingsttagen hat das System bestanden. „Wir hoffen, dass wir damit gut aufgestellt sind für einen tollen Sommer“, sagt Singer. Genau das wünschen sich auch die Gäste.