Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Clausensee: Riesige Solaranlage auf der Fischerhütte

Auf dem Dach der Fischerhütte am Clausensee sind Solarmodule installiert. Rund ein Drittel des jährlichen Strombedarfs von Campi
Auf dem Dach der Fischerhütte am Clausensee sind Solarmodule installiert. Rund ein Drittel des jährlichen Strombedarfs von Campingplatz und Gastronomie soll künftig selbst produziert werden.

Das Dach der Fischerhütte am Clausensee wird mit einer Solaranlage bebaut, die ein Drittel des Stroms liefern soll. Die Betreiber setzen auf Regionalität und Nachhaltigkeit.

Kurz vor der offiziellen Saisoneröffnung an Ostern herrschte bereits Hochbetrieb am Clausensee. Auch auf dem Dach der Fischerhütte wurde gearbeitet und eine Photovoltaik-Anlage installiert. Ein Drittel des Strombedarfs der Freizeitanlage wird künftig selbst erzeugt. Dabei setzen die Campingplatz-Betreiber auf ein Modell regionaler Energieversorger.

„Rund 300.000 Kilowattstunden pro Jahr“, überschlägt Katharina Singer, geschäftsführende Gesellschafterin der Camping Clausensee GmbH den Strombedarf der Vier-Sterne-Einrichtung am Clausensee, die kürzlich als Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland ausgezeichnet wurde. Stromkosten senken und die Anlage ohne Einschränkungen für die Gäste aufstellen, darüber sprach sie mit Martin Pfeifer, Geschäftsführer des örtlichen Stromversorgers Nahwerk GmbH.

Solar auf dem Dach der Fischerhütte

Pfeifer hatte eine Lösung für dieses Anliegen. Die wird aktuell in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Kaiserslautern, dem Partner der Gemeindewerke Waldfischbach-Burgalben bei der Nahwerk Energie, und dem Kaiserslauterer Unternehmen Damm-Solar umgesetzt. Auf dem Dach der Fischerhütte, dem ganzjährig geöffneten Restaurant mit Blick auf den See, das sich als beliebtes Pfälzer Ausflugslokal etabliert hat, wird die Anlage mit einer Leistung von 99 Kwp installiert. Rund 100.000 Kilowattstunden Strom wird sie pro Jahr erzeugen und damit rund ein Drittel des Strombedarfs am Clausensee decken.

„Uns war wichtig, dass wir mit einem regionalen Partner zusammenarbeiten und die Gewissheit haben, dass sofort jemand vor Ort ist, wenn jemand gebraucht wird. Unser Betrieb muss laufen. Das erwarten die Gäste, die bei uns Erholung suchen.“ Katharina Singer führt den Betrieb mit ihrem Mann Thomas. Seit Januar liefert die Nahwerk den Strom für die 16 Hektar große Anlage, zu der der vier Hektar große See gehört. Die Betreiber der Camping- und Freizeitanlage haben sich für ein Pachtmodell entschieden. „Mit dem haben wir und unsere Kunden sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Klaus Schanne von den Stadtwerken Kaiserslautern. Der Energieversorgen stellt die Anlage und kümmert sich auch darum, zum Beispiel, falls Wechselrichter wider Erwarten Probleme bereiten sollten.

Regionalität wichtig

18 Jahre lang wird eine monatliche Pacht bezahlt, die sich über die Stromkostenersparnis und die Einspeisevergütung für den nicht selbst benötigten Strom finanziert. Die Pacht richtet sich nach der Anlagengröße. Danach geht die Anlage ins Eigentum des Pächters über. „Ein weiterer Vorteil für uns ist, dass wir kein Kapital binden müssen. Das Geld können wir anderweitig auf der Anlage investieren“, skizziert Katharina Singer.

Es gibt verschiedene Varianten für Privatleute und gewerbliche Betriebe, große und kleine Anlagen, meint Pfeifer. Die Partner Pfeifer und Schanne hatten Anfang März gemeinsam zum Energie-Zuhause-Forum ins Bürgerhaus in Waldfischbach-Burgalben eingeladen. „Das Interesse war sehr groß“, erzählt Pfeifer. Photovoltaik, Stromspeicher, Wärmepumpe, Wallbox – im besten Fall perfekt kombiniert – „sind Themen, die die Menschen immer mehr interessieren“, hat Pfeifer an der Resonanz gemerkt. Auch der regionale Aspekt spielt für viele bei diesem Angebot zur nachhaltigen Stromgewinnung und -nutzung eine wichtige Rolle. Es gehe um Vertrauen, so Pfeifer und Schanne. „So war es auch bei uns“, bestätigt Katharina Singer.

Clausensee setzt auf Naturcamping

Die passgenaue technische Lösung konzipierte die Firma Damm-Solar aus Kaiserslautern, der regionale Partner der Energieversorger. „Wir haben uns den Energiebedarf und die Verteilung des Bedarfs genau angeschaut“, sagt Hardy Müller, Geschäftsführer von Damm-Solar. Die Gastronomie und der Campingplatz benötigen ganzjährig und ganztägig Strom. „Wir haben längst den Schritt vom Saison- zum Ganzjahresbetrieb vollzogen“, sagt Thomas Singer. Deshalb wurden die Module mit einer Zehn-Grad-Neigung in Ost-West-Richtung zu installiert, „um möglichst lange die Sonne nutzen zu können“, erläutert Müller. Passend zum ganztägigen Bedarf. Was an produziertem Strom nicht selbst genutzt wird, wird eingespeist. Eine Trafostation für den erforderlichen Mittelspannungsbereich steht am Clausensee. Man wolle jetzt mal den Betrieb abwarten, „möglicherweise wird noch eine Speicherlösung interessant“, sagt Pfeifer. Die ließe sich problemlos technisch und wirtschaftlich ins Modell einpflegen.

In puncto Energie autarker zu werden, dabei auf nachhaltig erzeugten Strom zu setzen, „war uns wichtig, weil wir hier Naturcamping bieten“, unterstreicht Katharina Singer. Die Gäste können E-Smarts und E-Bikes leihen. Ganz neu ist der sogenannte Camping-Butler, der vor der Abfahrt eine Rundum-Reinigung des Wohnmobils im Sanitärbereich ermöglicht. Perfekt für Camper, sagt Katharina Singer. Die können ihr auf dem Platz gereinigtes Campingfahrzeug „einfach zu Hause abstellen und abschließen“.

Aber es geht nicht nur um die Campingfreunde, die den Platz zu schätzen wissen – der zum Beispiel für Christi Himmelfahrt und Fronleichnam bereits komplett ausgebucht ist – sondern auch um Naherholung: Dabei spielen der See mit Badestrand und die Gastronomie eine Rolle. Erweitert wurde das Angebot um Alpaka-Wanderungen. „Wir haben jetzt eigene Alpakas“, sagt Katharina Singer. Konzerte, Sundowner am See, Thementage in der Gastronomie – auch an Ostern – sollen den Gästen eine Auszeit ermöglichen, unterstreichen Katharina und Thomas Singer.

Die Betreiber des Campingplatzes Clausensee wollen ihre Energiekosten senken. Die Lösung: ein Pachtmodell für eine Solaranlage,
Die Betreiber des Campingplatzes Clausensee wollen ihre Energiekosten senken. Die Lösung: ein Pachtmodell für eine Solaranlage, das Martin Pfeifer von der Nahwerk GmbH und Klaus Schanne von den Stadtwerken Kaiserslautern auf den Bedarf von Katharina und Thomas Singer (vorne von links) zuschnitten und mit Hardy Müller (hinten) von Damm-Solar realisierten.
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