Saalstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Bundestagswahl: Wie Angelika Glöckner für die SPD punkten will

Ministerpräsident Alexander Schweitzer sagt, er könne sich keine bessere Kandidatin als Angelika Glöckner für die Südwestpfalz v
Ministerpräsident Alexander Schweitzer sagt, er könne sich keine bessere Kandidatin als Angelika Glöckner für die Südwestpfalz vorstellen.

Die Sozialdemokraten in der Region sind in den Bundestagswahlkampf gestartet. Angelika Glöckner soll das Direktmandat erneut erobern. Schützenhilfe bekam sie dafür von Alexander Schweitzer. Der Ministerpräsident sprach klare Worte.

Die Fakten vorweg: 35 Delegierte waren am Samstag nach Saalstadt gekommen, um Angelika Glöckner zur Direktkandidatin für den Wahlkreis 209 zu wählen. Zu diesem Gebiet gehören Pirmasens, Zweibrücken, der Kreis Südwestpfalz sowie Teile des Kreises Kaiserslautern. Glöckner war die einzige Bewerberin. Sie erhielt 32 Ja-Stimmen.

Zwei Genossen enthielten sich, ein Delegierte stimmte in der geheimen Wahl gegen die 62-Jährige aus Lemberg. Glöckner wurde mit 91,5 Prozent der Stimmen zur Kandidatin gewählt. Der Applaus, der in diesem Moment zu hören war, ließ schnell vergessen, dass Rodalbens Verbandsbürgermeister Wolfgang Denzer seine Genossen kurz zuvor aufgerufen hatte, das Wahlergebnis von Peter Spitzer zum Landratskandidaten in der Südwestpfalz zu toppen. Der wurde kürzlich von seiner Partei mit 98 Prozent gewählt.

Ja, ich will: Angelika Glöckner nimmt die Wahl zur Dirketkandidatin auf Nachfrage von Peter Spitzer an.
Ja, ich will: Angelika Glöckner nimmt die Wahl zur Dirketkandidatin auf Nachfrage von Peter Spitzer an.

Glöckner hatte die Delegierten auf einen „Aufholwahlkampf“ eingestimmt. Die Union sehe sich zwar schon als Gewinner der Wahl, aber das sei noch lange nicht entschieden, gab sich die Sozialdemokratin kämpferisch. Ihren Parteigenossen gab sie das Versprechen, sich in Berlin weiterhin für die Region einsetzen zu wollen. Als große Themen identifizierte sie unter anderem den Ausbau der B10, aber auch den Umgang mit den US-Streitkräften sowie die Bundeswehrkaserne in Zweibrücken. Hier habe sie sich bei Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) dafür eingesetzt, dass die Soldaten bessere Unterkünfte erhalten, sagte Glöckner. Entsprechende Mittel seien sogar im Haushalt eingestellt worden, aber wegen des Bruchs der Ampel-Koalition sei der Haushalt nicht verabschiedet worden. Stichwort Ampel-Koalition: Aus Glöckners Sicht „war nicht alles schlecht“. Die SPD habe einige „Herzensanliegen“ in der noch laufenden Legislaturperiode verwirklichen können. Glöckner führte etwa den Mindestlohn von 12 Euro an. Perspektivisch stehe sie sogar dafür, den Mindestlohn auf 15 Euro anzuheben. Im Gegensatz zu Aussagen aus der Union sei das Bürgergeld, das Glöckner für die SPD mit verhandelt hatte, „kein Sozialgeschenk“, verteidigte die Politikerin die getroffenen Entscheidungen. Sie verwies darauf, dass das Bundesverfassungsgericht darauf hingewiesen hatte, dass die Regelsätze bei Sozialleistungen erhöht werden müssten. Mit Blick auf den Kanzlerkandidaten der CDU sagte die Bundestagsabgeordnete: „Mit Friedrich Merz würde soziale Kälte in Deutschland einziehen.“

Lob für Scholz

Glöckner lobte zudem Olaf Scholz. Der Bundeskanzler sei am Puls der Zeit und habe Nerven wie Stahlseile. Dabei sei er keineswegs beratungsresistent, wie sie selbst schon erfahren habe. Hinsichtlich der Debatte, ob Pistorius möglicherweise der bessere Kanzlerkandidat sei, positionierte Glöckner sich klar. „Pistorius ist ein wunderbarer Verteidigungsminister. Ich wünsche mir, dass er das auch nach der Bundestagswahl unter einem Kanzler Olaf Scholz bleibt.“

Die SPD wählt Angelika Glöckner zur Bundestagskandidatin, am Mikrofon Alexander Schweitzer
Die SPD wählt Angelika Glöckner zur Bundestagskandidatin, am Mikrofon Alexander Schweitzer

Der prominenteste Redner bei der Versammlung in Saalstadt dürfte Alexander Schweitzer gewesen sein. Der Ministerpräsident und Vorsitzende der pfälzischen SPD sprach rund 25 Minuten ohne Redemanuskript. Er nutzte die Zeit, um einerseits die Geschlossenheit der Genossen zu beschwören, aber auch, um die ein oder andere Spitze in Richtung Berlin loszuwerden. Das Erfolgsrezept der SPD in Rheinland-Pfalz sei es, „nah dran“ zu sein. Kritik von Bürgern müsse man ernst nehmen und die Politik gegebenenfalls neu ausrichten. Zu Scholz sagte er, dass der aus pfälzischer Sicht zwar „manchmal sehr hanseatisch“ sei und „kein mediterraner Charakter“ mehr werde, aber dafür starke Nerven habe. Er sei als Kanzler deutlich besser geeignet als CDU-Chef Merz. „Jeder Ortsvorsteher hat mehr Regierungserfahrung als Friedrich Merz.“ Schweitzer hatte auch einen Spruch zu Markus Söder (CSU) parat, der bei den Genossen gut ankam: „Ich will nicht erleben, was Trump und Putin mit einem machen, der schon daran scheitert, Hubert Aiwanger in den Griff zu kriegen“, sagte er mit Blick auf Spekulationen, ob der bayerische Ministerpräsident nach der Wahl als Außenminister nach Berlin wechselt.

Die anderen demokratischen Parteien forderte Schweitzer auf, im Wahlkampf ihre unterschiedlichen Positionen herauszustellen. Es sei nämlich keinesfalls so, dass alle Parteien gleich sind – wie es etwa die AfD behaupte. Schweitzer schloss sein Grußwort mit einem vergleichsweise unkonventionellen Satz: „Lieber geben die Wähler ihre Stimme der CDU als der AfD.“ Nach einer kurzen Pause ergänzte er unter dem Applaus seiner Parteimitglieder: „Aber am allerliebsten ist mir eine Stimme für die SPD.“

Stierkopf und St. Pirmin: Die Wahrzeichen von Pirmasens zieren auch den neuen Newsletter der RHEINPFALZ

Kennen Sie schon unseren Pirmasens-Newsletter?

Der Name ist Programm: „PS Exklusiv“ versorgt Sie mit ausgewählten Nachrichten und Hintergründen. Sie werden von der Leitung der Pirmasenser Lokalredaktion aus erster Hand informiert. Mal augenzwinkernd, mal ironisch oder knallhart kommentiert, aber immer exklusiv: aus Pirmasens für Pirmasens und die Südwestpfalz.

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

x