Hauenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Bilanz Schuhmachermarkt: Tolles Fest, das Vereine vereint hat

Die Festplätze beim Schuhmachermarkt waren immer gut gefüllt.
Die Festplätze beim Schuhmachermarkt waren immer gut gefüllt.

„Das schönste Fest ever!“, sagen die einen, „das größte Fest, das Hauenstein je erlebt hat“, die anderen. Eine Besucherin nennt es „ein kleines Sommermärchen“.

Wie blicken die Organisatoren aus dem ehrenamtlichen Arbeitskreis mit dem Abstand einer Woche auf den Schuhmachermarkt zurück? Und: Denkt man schon über eine Wiederholung in zehn Jahren nach, wenn man 150 Jahre Hauensteiner Schuhindustrie feiert?

„Es war ein tolles Fest, weil alle an einem Strang gezogen haben“, konnte das rund 15 Köpfe zählende Orga-Team um Franziska Seibel, Vera Karpuschkin, Barbara Schwenk, Tobias Bärmann und Matthias Schächter in einem gemeinsamen Statement resümieren. Nüchtern lassen die Akteure die Drei-Tage-Party Revue passieren: „Wir sind überwältigt von der überaus positiven Resonanz und sehr glücklich darüber, dass der Markt so ablief, wie wir es uns vorgestellt hatten.“ Ansonsten sei man dankbar, dass „so viele mit so viel Einsatz und so guter Laune geholfen haben und dass so viele auch spontan eingesprungen sind, wenn’s wo hakte“.

Rund 250 Helfer aus knapp 20 Vereinen der Verbandsgemeinde sowie Schülerinnen und Schüler der Wasgauschule hatten die Arbeit beim Auf-und Abbau und an den Getränkeständen gewuppt. „Die Zusammenarbeit klappte hervorragend. Weil überall gemischte Teams aus verschiedenen Vereinen arbeiteten, wurde auch die eine oder andere Brücke neu gebaut“, ist man auch darüber zufrieden, dass das Miteinander der Vereine neue Impulse erhielt. „So ist der Markt zu einem Fest aller geworden, ganz so, wie es unsere Absicht war.“ Nicht zuletzt: „Wir danken allen vor und hinter den Kulissen für die konstruktive Zusammenarbeit, wir danken den Sponsoren und Unterstützern, die uns manche Möglichkeit eröffneten, den vielen Besuchern, und wir danken vor allem auch den Anliegern, die das Fest mitgetragen haben.“

Mega-Lob fürs Orga-Team

Dank gab es auch aus den Reihen der beteiligten Vereine an die Organisatoren: So formulierte der MGV in einer Mitteilung, er sei „dankbar, ein Teil des Schuhmachermarktes 2026 gewesen zu sein“. Er gab dem kompletten Orga-Team ein „Mega-Lob: Ihr habt Unglaubliches geleistet und uns allen ein wunderbares Wochenende geschenkt.“

In der Tat: Es war ein wunderbares Wochenende mit einem famosen Start bei der Museumsnacht, mit einem grandiosen Musikprogramm, das jedem Geschmack gerecht wurde, mit einer tollen Dekoration, die Nicole Mundi und Judith Keller hingezaubert hatten, mit einem spannenden Kinderprogramm, mit einer stimmungsvollen Schuhlympiade in der Schuhmeile und vielen Hinguckern wie der rollenden Schuhfabrik, zwei Ausstellungen, der zu bemalende Riesenschuh oder die Zaubershow. Und das war lange noch nicht alles.

Dass es das Sommermärchen werden konnte, hatte auch mit dem Wetter zu tun. Blauer Himmel, Sonnenschein, (fast zu) hohe Temperaturen, nahezu tropische Nächte und vor allem: das befürchtete Unwetter machte einen Bogen um die Schuhgemeinde. Es waren alles zusammen wohl einige tausend Besucher, die die Festplätze füllten. Und: Es war auch ein ausnehmend friedliches Fest, ohne Schlägerei, ohne verbale Scharmützel. Die Security musste nur eingreifen, als sich nächtens Jugendliche kostenlos Getränke beschaffen wollten. Auch die Helfer vom DRK hatten nur wenig zu tun: Der Hitze war es wohl geschuldet, dass sechs Personen die Station im „Caféhof“ wegen Kreislaufproblemen aufsuchen mussten. Ihnen konnte geholfen werden.

Seibel: „Ein voller Erfolg“

Carl-August Seibel, dessen Urgroßvater Karl-August zusammen mit seinem Bruder Anton 1886 die erste Hauensteiner Schuhfabrik gegründet hatte und der als Seniorchef des Schuhunternehmens Josef Seibel und als Vorstandsvorsitzender der Schuhmuseums eng in das Fest involviert war, blickt so zurück: „Der Schuhmachermarkt war ein voller Erfolg, eine tolle Werbung für Hauenstein und unser Lieblingsprodukt Schuhe.“ Er habe auch den Beweis erbracht, dass „ein Top-Orga-Team außerhalb der Politik eine so große Veranstaltung perfekt organisieren kann“.

Ob das Mega-Event 2036, wenn die Hauensteiner Schuhindustrie 150 Jahre alt wird, wiederholt wird? „Bis dahin ist es noch lang, da sind dann vielleicht auch andere gefragt“, sagen die Organisatoren. Aber: Vielleicht fänden sich im Rahmen von „Kultur im Dorf“ Veranstaltungen, in die das Schuhthema eingewoben werden könne.

Einer von vielen Hinguckern: die rollende Schuhfabrik, hier mit Michael Göbbels an der lärmenden Zwickmaschine
Einer von vielen Hinguckern: die rollende Schuhfabrik, hier mit Michael Göbbels an der lärmenden Zwickmaschine
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