Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Bäume an Pirmasenser Kaffeetreppe werden gefällt

 Die Forstarbeiter wurden per Kran in die Baumkronen an der Kaffeetreppe transportiert.
Die Forstarbeiter wurden per Kran in die Baumkronen an der Kaffeetreppe transportiert.

Am Montagmorgen sind die ersten Linden an der Kaffeetreppe abgesägt worden. Ein Schwerlastkran und ein dutzend Arbeiter waren nötig. Was ist der Grund für die Aktion?

Schon früh am Morgen rückten Schwertransporter in der Schäferstraße an, um einen Kran mit besonders langem Teleskoparm zu montieren. Dieser sollte über die Häuser der Kaffeegasse hinweg in die Baumkronen greifen. Die Montage dauerte mehrere Stunden. Währenddessen machten sich Mitarbeiter der Firma Lahner Forst mit den zu fällenden Bäumen vertraut.

Gegen 11 Uhr war der Kran einsatzbereit. Zwei Forstarbeiter wurden an einer Kette in luftige Höhe über die Häuser in die Bäume gehoben. Mit dabei war eine große Kettensäge, die eine Viertelstunde später die Krone des ersten Baumes kappte. Über den Kran wurde die riesige Krone zurück in die Schäferstraße geschwenkt, wo Häcksler und Container zur Zerkleinerung bereitstanden.

Ein riesiger Schwerlastkran befördert die Forstarbeiter über die Luft in die Baumkrone und holt dort die abgeschnittenen Baumtei
Ein riesiger Schwerlastkran befördert die Forstarbeiter über die Luft in die Baumkrone und holt dort die abgeschnittenen Baumteile ab. Unten in der Schäferstraße steht schon der Häcksler, der alles verarbeitet.

Die Stämme komplett abzusägen und per Kran aus der Kaffeegasse zu heben, sei wegen des Gewichts nicht möglich, erklärte ein Mitarbeiter vor Ort. Zudem könne der Häcksler so große Bäume nicht am Stück verarbeiten.

Baum stürzt im November um

Während das Garten- und Friedhofsamt den Pikopark an der Kaffeetreppe anlegte, wurden im November an einer Kastanie auf dem Gelände Brandkrustenpilze entdeckt. Der Baum stürzte im Dezember um, noch bevor ein Auftrag zur Fällung an eine Fachfirma vergeben war, wie aus einer Präsentation des Amts im Stadtrat hervorgeht.

Am 23. März wurde auch an einer der fünf Linden der Brandkrustenpilz festgestellt. Da es sich um die älteste Baumgruppe der Stadt handelt, veranlasste das Amt eine weitergehende Untersuchung. Die fünf Linden sind vermutlich rund 150 Jahre alt.

Am 9. April untersuchte die Zweibrücker Baumgutachterin Francesca Waeldin alle fünf Bäume per Schalltomografie, am 15. April folgten Zugversuche. Dabei wurden bei drei Bäumen massive Schädigungen festgestellt, zwei weitere seien teilweise geschädigt. Für die teils geschädigten Bäume empfahl Waeldin laut der Stadtratspräsentation: „Einkürzung der Krone und engmaschige Kontrolle aufgrund des Brandkrustenbefalls, technische Wiederholungsuntersuchung in einem Jahr.“ Die drei stark geschädigten sollten gefällt werden. Zugleich wies sie darauf hin, dass freigestellte Bäume in ihrer Standsicherheit beeinträchtigt sein könnten.

Das Garten- und Friedhofsamt entschied sich für die Fällung aller fünf Bäume. Begründung der Amtsleitung: Nach der Freistellung sei die Standsicherheit auch bei den teilgeschädigten Bäumen nicht mehr gewährleistet. Zuvor hatte der scheidende Leiter des Gartenbauamts, André Jankwitz, bei der Planung des Pikoparks besondere Vorsicht walten lassen. Wo Wurzeln offen zutage traten, sollten kleine Stege verlegt werden, um die alten Linden zu schützen.

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