Pirmasens
Abgesenkte Gehsteige: Warum der Bürgermeister illegales Parken vorschlägt
Die Klärschlammtransporte durch die Littersbachstraße zur Kläranlage Felsalbe sind ein Dauerbrenner im Ortsbeirat. Im Mai gab es deshalb eine Ortsbegehung mit Bürgermeister Michael Maas, um Straßenschäden in Augenschein zu nehmen. Laut Ortsvorsteher Lukas Eitel (CDU) sei dabei eine Kostenschätzung zugesagt worden, die Tiefbauamtsleiter Roman Lill in der Sitzung gleich liefern konnte. 124.000 Euro soll die Reparatur der Schäden kosten. Zwischen den Hausnummern 14 und 30 haben sich die Bordsteine extrem abgesenkt. Bei der Reparatur würden die Bordsteine wieder angehoben und die Fahrbahn erneuert, erklärte Lill. Diese Arbeiten könnten im Rahmen des normalen Straßenunterhalthaushaltes erledigt werden, womit die Niedersimter keine wiederkehrenden Beiträge zusätzlich zahlen müssten.
Das schwere Tankfahrzeug, das die Klärschlämme von der Kläranlage Blümelstal durch die Littersbachstraße fährt, könnte rein theoretisch auf der Straße bleiben. Wegen Autos, die komplett auf der Straße parken, müsse der Fahrer jedoch regelmäßig auf den Bürgersteig ausweichen, der für solch schwere Lasten nicht ausgelegt ist. Eine Lösung könnte sein, dass die Autos teilweise auf dem Gehsteig parken, was allerdings nicht legal sei, wie Manuela Schneider, die Leiterin der Straßenverkehrsbehörde der Stadt betonte. Legales Gehwegparken sei nur dort möglich, wenn der Gehsteig mindestens 1,6 Meter breit sei. Das ist in der Littersbachstraße nicht der Fall. Bürgermeister Maas schlug vor, dass die Autofahrer es trotzdem tun sollten und dies vom Ordnungsamt geduldet werden könnte. Andrew Gerhard Becker (CDU) würde einfach einen Gehsteig auf einer Straßenseite opfern und damit die Fahrbahn ausreichend breit machen, um den Transporter ungehindert fahren zu lassen. „Für Fußgänger wäre das keine gute Lösung“, sagte Tiefbauamtsleiter Lill. Schneider verwies auf die vielen Kinder, die in der Straße zum Kindergarten müssten. Ein Straßenausbau wie in Spielstraßen, komplett ohne Bürgersteig, wäre laut Lill auch problematisch, da dann das Regenwasser umständlich abgeführt werden müsste.
Kindergartenparkplatz wird zugeparkt
In der Diskussion im Ortsbeirat ergab sich dann aber ein anderes Problem. Laut Becker gibt es in dem Bereich, in dem Autofahrer vollflächig auf der Straße parken, mindestens zehn Garagen, die nicht genutzt werden. Die Besitzer würden ihr Auto lieber auf der Straße abstellen. Grundsätzlich sei in der Straße zu wenig Platz für parkende Autos, weshalb viele inzwischen auf den Hof des Kindergartens auswichen. Hier zeigte sich der Ortsvorsteher unschlüssig, wie mit den vielen Falschparkern im Hof umgegangen werden sollte. Mittlerweile stünden dort nicht nur Autos, sondern auch Anhänger mit Brennholz. „Wenn das so weitergeht, stellen die noch Wohnmobile dort ab“, befürchtet Becker.
Die Verwaltung muss die Verkehrssituation in der Littersbachstraße nochmal prüfen. Dann kommt das Thema wieder in den Ortsbeirat.