Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Abend unter Freunden: Festakt zum 60. Jubiläum der Städtepartnerschaft

Ein grandioses Finale des Festabends: die Torte.
Ein grandioses Finale des Festabends: die Torte.

Wenn sich zwei alte Freunde treffen, kommen Anekdoten auf den Tisch. Einblicke in den Festabend zum 60. Jubiläum der Partnerschaft zwischen Poissy und Pirmasens vorstellen.

Ein Jubiläum ist eine passende Gelegenheit, um die Vergangenheit Revue passieren zu lassen – und genau das geschah am Samstag in der Festhalle. Eine Zeitreise hatten die Organisatoren des Festabends zum 60-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Poissy und Pirmasens versprochen – und genau das wurde auch geliefert. Kurzweilig. Mit Filmen, Filmchen, Fotos, Gesang und Zeitzeugen auf der Bühne. Das Ganze wurde simultan übersetzt, damit auch die Gäste aus dem französischen Poissy ihren Freude haben sollten.

Die Festhalle bot den würdigen Rahmen für die Jubiläumsfeier.
Die Festhalle bot den würdigen Rahmen für die Jubiläumsfeier.

Es war ein Abend, an dem viel gelacht wurde. Etwa als der ehemalige Oberbürgermeister Bernhard Matheis auf der Bühne stand. Er berichtete von seinen Erfahrungen in der deutsch-französischen Partnerschaft und von Treffen mit den Stadtoberhäuptern von Poissy. Eine Anekdote handelte vom Treffen nach dem offiziellen Teil: „Es gab Unmengen von Cognac und sehr große Zigarren. Ich bin Nichtraucher, entsprechend ging es mir am nächsten Tag.“ Aber immerhin: „Um 4 Uhr nachts hatten wir alle Probleme der Welt gelöst“, berichtete Matheis unter dem Lachen der Zuhörer. Matheis, der Ehrenbürger von Poissy ist, bezeichnete die Partnerschaft als ein „ermutigendes Zeichen“.

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„Schlechtes Gewissen“

Von einem schlechten Gewissen hingegen erzählte Wolfgang Deny. Der SPD-Kommunalpolitiker war schon als 14-Jähriger zum ersten Mal in Poissy, damals als Turner des TVP. Er gilt als ein Urgestein der Jumelage. Die Gastgeber in Poissy hätten immer so tolle Erlebnisse aufgeboten, wie etwa den Besuch des Eiffelturms oder Essen in tollen Restaurants, da habe Pirmasens beim Besuch der Gäste aus Frankreich nur selten mithalten können, bedauerte er.

Der ehemalige OB von Pirmasens, Bernhard Matheis, und sein Nachfolger Markus Zwick weisen mithilfe einer Dolmetscherin auf die B
Der ehemalige OB von Pirmasens, Bernhard Matheis, und sein Nachfolger Markus Zwick weisen mithilfe einer Dolmetscherin auf die Bedeutung der Jumelage hin.

Den Unterschied zwischen der deutschen und der französischen Arbeitsweise schilderte Peter Schiel, der ehemalige Beigeordnete der Stadt. Der war einst mit einem detailliert ausgearbeiteten Papier zu einem Treffen mit den Franzosen gereist, um das 30. Jubiläum vorzubereiten. Allerdings musste er schnell lernen, dass in Frankreich erstmal „Atmosphäre geschaffen wird“. Das heißt: Zunächst gibt es etwas zu trinken und ein gemeinsames Essen darf natürlich nicht fehlen. Immerhin: Ganz am Ende des mehrstündigen Treffens der beiden Delegationen sei es dann auch noch für eine halbe Stunde um das Programm des damaligen Jubiläums gegangen.

Jahrzehnte als Dolmetscher dabei

Mit Hans-Peter Schuster stand ein Zeitzeuge auf der Bühne, der über Jahrzehnte als Dolmetscher bei den Delegationsreisen mit von der Partie war. Er erinnerte in eindrücklichen Worten an einen mittlerweile verstorbenen Freund aus Poissy: Marc Toledano. Der Maler und Schriftsteller sei einst von der Gestapo verhaftet worden, habe sich aber zeit seines Lebens eingesetzt für die deutsch-französische Freundschaft – und das trotz der schlechten Erfahrungen mit den Deutschen. Der Neffe und die Nichte von Toledano waren Teil der Delegation aus Poissy, die am Wochenende zu Besuch in Pirmasens war.

In der Festhalle fanden sich an diesem Abend wohl nahezu ausschließlich Freunde der deutsch-französischen Freundschaft. Die Tischgruppen waren bunt gemischt. Die Gespräche wechselten zwischen deutsch, französisch und englisch. Wenn es mit Händen und Füßen nicht klappte, wurde hier und dort das Smartphone zurate gezogen. Der krönende Abschluss des offiziellen Teils bildete eine überdimensionale Torte der Wasgau AG. Geschmückt mit den Wappen der beiden Städte bot sie nicht nur einen grandiosen Anblick, sondern begeisterte sowohl die deutschen als auch die französischen Gäste.

Das Festmenü

Vorspeise: Marinierter Bachsaibling mit Radieschen-Vinaigrette und Wildkräuter Bouquet, vegetarisch: Rote Beete Carpaccio mit karamellisiertem Ziegenkäse und Walnüssen

Zwischengang: Kürbis-Ingwer Suppe mit Kürbiskernöl und gerösteten Kernen

Hauptspeise: Rosa gebratene Entenbrust mit Honiglack und Gewürz-Jus dazu Selleriepüree mit Topinambur-Chip und Karotten, vegetarisch: Spitzkohl-Roulade gefüllt mit Champignon und Schalotten dazu Selleriepüree mit Topinambur-Chip und Karotten

Dessert: Torte und Espresso

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