Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel 16 Millionen Euro für das künftige Schulzentrum Nord

Die dann sanierte Grundschule Husterhöh wird zusammen mit dem Neubau der Pirminiusschule zum neuen Pirmasenser Schulzentrum Nord
Die dann sanierte Grundschule Husterhöh wird zusammen mit dem Neubau der Pirminiusschule zum neuen Pirmasenser Schulzentrum Nord.

Schulreport PS: Acht Grundschulen gibt es in Pirmasens, an deren Modernisierung die Stadt seit sechs Jahren intensiv arbeitet – es warten aber noch drei Großprojekte.

Die neun Schulgebäude der acht Grundschulen - die Grundschule Gersbach/Winzeln/Windsberg hat zwei Gebäude - könnten unterschiedlicher nicht sein: Historische Schulgebäude auf dem Horeb und im Winzler Viertel mit der Wittelsbachschule wechseln sich ab mit moderneren Zweckbauten aus den 1960er und 1970er Jahren, wie ein Blick auf die Robert-Schuman-Schule auf den Kirchberg zeigt.

Was ihnen allen gemein ist: In der Vergangenheit, bis in die 2000er Jahre, wurde (zu) wenig in die Instandhaltung und Sanierung investiert, sodass sich ein gewaltiger Sanierungsstau aufgebaut hat. Seit 2020 arbeitet die Stadtverwaltung daran, mit schrittweisen Sanierungsarbeiten für einen zeitgemäßen Gebäudezustand zu sorgen. Was auch schon zu ersten Erfolge geführt hat.

Oberbürgermeister und Schuldezernent Markus Zwick (CDU) erinnert an das Grundschulgebäude in Winzeln, das in den Jahren 2013 bis 2019 für 1,4 Millionen Euro auf Vordermann gebracht wurde: „Das war zwar keine Generalsanierung, aber wir haben das Schulgebäude in einen Top-Zustand für die kommenden Jahre gebracht.“ Auch in Fehrbach wurden bis zu diesem Jahr 405.000 Euro in eine umfassende Modernisierung investiert.

Trotz der ersten Erfolge bleibt noch viel zu tun, vor allem in drei älteren Schulgebäuden geht es bislang mehr um Reparaturen, weil es an diesen Standorten nicht mit der schrittweisen Modernisierung getan ist, vom Oberbürgermeister als neuer Weg der Schulsanierungen bezeichnet: Jährlich an vielen Schulgebäuden einzelne Projekte angehen, statt Großprojekte zu initiieren. Für die Horeb-, Wittelsbach- und Husterhöhgrundschule lässt sich diese Konzeption nicht verfolgen, da braucht es grundlegende Modernisierungsarbeiten, sprich Generalsanierungen.

Neues Schulzentrum soll bis 2030 fertig werden

Husterhöhe: Für diese Grundschule mit 136 Schülern in acht Klassen stehen in den kommenden Jahren die umfassendsten Neuerungen und Änderungen bevor, was auch mit der benachbarten Pirminiusschule, einer Förderschule für ganzheitliche Entwicklung der Heinrich-Kimmle-Stiftung, zusammenhängt. Weil diese aus allen Nähten platzt, ist ein Neubau geplant - direkt neben der Grundschule Husterhöhe. Dabei sollen für beide Schulen gemeinsam zu nutzende Räume geschaffen werden, etwa eine Mensa und eine Sporthalle.

Im Zuge des Neubauprojekts ist aber auch die Generalsanierung der Grundschule Husterhöhe angedacht - entstehen soll das Schulzentrum Nord. Am 29. Januar hat das Bewerbungsverfahren für einen Architektenwettbewerb für das Schulgroßprojekt begonnen, in dem sich interessierte Architekturbüros anmelden können. Sechs Planungsbüros sind gesetzt, 19 Bewerbungen können angenommen werden, denn die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt: Liegen mehr Bewerbungen vor, entscheidet das Losverfahren.

Im April werden die Unterlagen verschickt, am 8. und 9. September entscheidet in einer Preisgerichtssitzung die Jury über den Wettbewerbssieger. Ist dieser gekürt, muss er sich an die Detailausarbeitung seiner Planung machen, gleichzeitig muss die Stadt sich nach Fördergeld umschauen.

Bürgermeister und Baudezernent Michael Maas rechnet damit, dass dafür das Jahr 2027 gebraucht wird und es erst 2028 zum Baubeginn kommt. Die in den Wettbewerbsunterlagen genannte Bausumme beträgt knapp 16 Millionen Euro. Mit der Fertigstellung des Gesamtprojekts ist im Jahr 2030 zu rechnen. Auch wenn das Großprojekt Formen annimmt, bedeutet das nicht, dass die Stadt die bestehenden Grundschulgebäude hat verkommen lassen in den vergangenen Jahren: Seit 2020 wurden 280.000 Euro in die Instandhaltung investiert. Über den Digitalpakt wurde die Schule 2022 für 40.000 Euro digitalisiert, weitere 40.000 Euro flossen 2024 in die Außenanlage und zwischen 2020 und 2025 wurden 200.000 Euro in statische Ertüchtigungen und Dachabdichtungen investiert.

Auf dem Horeb braucht es eine Generalsanierung

Horeb: Die 1904/05 erbaute Horebschule stand vor zehn Jahren vor einer Generalsanierung, die aber wegen eines Umdenkens in der Schulpolitik aufgegeben wurde. Stattdessen hat die Stadt seit 2022 damit begonnen, die notwendigsten Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten anzugehen, wozu eine Pausenhofüberdachung für 145.000 Euro und die Digitalisierung für 30.000 Euro im Jahr 2022, der Umbau von Klassensälen zu einer Mensa für 30.000 Euro im Jahr 2024 und eine neue Eingangstür für 10.000 Euro sowie die Treppenhaussanierung samt Stabilisierung des Treppenturms für 140.000 Euro im Jahr 2025 zählen. Dass es mit diesen bislang 355.000 Euro nicht getan ist, weiß auch Bürgermeister und Baudezernent Michael Maas, der für die kommenden Jahre ein umfassendes Sanierungsprojekt für die Grundschule mit ihren 292 Schülern in 14 Klassen ankündigt. Zumindest die Sanierung von Beleuchtung und Elektroanlagen steht schon auf der Sanierungsliste, die Kosten sind noch nicht beziffert.

Die Sanierung der Wittelsbachschule ist eines von drei Grundschul-Großprojekten in Pirmasens.
Die Sanierung der Wittelsbachschule ist eines von drei Grundschul-Großprojekten in Pirmasens.

Wittelsbach: In einer ähnlichen Situation wie die Horebschule befindet sich auch das Wittelsbachschulhaus. In den Jahren 1909/10 gebaut, ist es mehr as 100 Jahre alt, hat den Zweiten Weltkrieg mit wenigen Schäden überlebt, wurde in der Nachkriegszeit auf den damaligen Standard hergerichtet. Eine grundlegende Sanierung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist aber nie erfolgt. Aus diesem Grund ist im Winzler Viertel in den nächsten Jahren eine Millioneninvestition in die Gebäudemodernisierung notwendig, wobei der Baudezernent beim Wittelsbachschulhaus schon weiter als auf dem Horeb ist. Drei Schwerpunkte wurden herausgearbeitet: Für die Modernisierung von Brandschutz, Elektroanlagen und Sanitäranlagen sind derzeit drei Millionen Euro veranschlagt. Diese Investitionssumme kommt zu den 1,4 Millionen Euro hinzu, die schon verausgabt sind: 2023 wurde das Flachdach der Turnhalle für 100.000 Euro modernisiert, und aktuell läuft gerade für 1,3 Millionen Euro der Einbau einer Mensa in die Grundschule mit 236 Schülern in zwölf Klassen.

Zur Serie

Im „Schulreport PS“ geht es um die Situation der Pirmasenser Schulgebäude, die städtischen Investitionen und die anstehenden Projekte. Wir nehmen dabei alle Schulen im Stadtgebiet unter die Lupe. Zuletzt haben wir die Realschulen plus beleuchtet und die Investitionen der Stadt in den Erhalt ihrer Schulgebäude.

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