Pfalz Warum Kreise und Städte keine detaillierten Corona-Zahlen mehr liefern

Aus der Mode gekommen: Das Interesse an einer laborbestätigten Covid-19-Diagnose ist stark gesunken – und damit logischerweise a
Aus der Mode gekommen: Das Interesse an einer laborbestätigten Covid-19-Diagnose ist stark gesunken – und damit logischerweise auch die Anzahl der offiziell nachgewiesenen Infektionen.

Seit einiger Zeit – in vielen Fällen seit Anfang Dezember – haben Kreise und Städte der Pfalz ihr Angebot an täglich aktualisierten Corona-Zahlen reduziert. Der Grund sind indirekt die immer weiter gelockerten Regeln.

Nachdem die Gesundheitsämter schon Monate zuvor aufgehört hatten, Zahlen am Wochenende zu melden, gibt es nun auch keine direkte Veröffentlichung der Zahlen mehr über den Kreis oder die Stadt. Verzichtet wird auch auf die Aufschlüsselung nach Verbands- und Ortsgemeinden. Stattdessen erfolgt nur noch eine Meldung an das Robert-Koch-Institut (RKI) und von dort weiter an das rheinland-pfälzische Landesuntersuchungsamt (LUA).

Begründet wird die Reduzierung überall damit, dass die Zahlen nur noch wenig Aussagekraft hätten. Aufgrund der Ende November aktualisierten Corona-Regeln ließen nur noch sehr wenige Menschen bei Verdacht auf Infektion einen PCR-Test machen, teilen die Gesundheitsämter mit. Mit dem PCR-Test wird das Virus hinreichend genau nachgewiesen, um die Infektion in die offizielle Statistik einfließen zu lassen. Nach den aktuellen Regeln ist ein solcher Test meistens nicht mehr notwendig: Früher hing von seinem Ergebnis ab, ob man sich zuhause isolieren muss, die Isolationspflicht ist aber mittlerweile aufgehoben.

Ein Spezialfall sind die Städte Frankenthal, Ludwigshafen, Speyer und der Rhein-Pfalz-Kreis, die ein gemeinsames Gesundheitsamt haben. Es ist beim Kreis angesiedelt und laut Einwohnerstatistik für rund 426.000 Menschen zuständig. Es liefert seit ein paar Tagen erst überhaupt wieder Daten, nachdem die Computersysteme des Kreises wochenlang durch einen Hackerangriff lahmgelegt waren. Inzwischen seien alle Corona-Daten wieder auf aktuellem Stand, gab der Kreis am Mittwoch der RHEINPFALZ Auskunft. Allerdings spricht man auch hier von einer wahrscheinlich hohen Dunkelziffer an Infektionen und schwindender Aussagekraft der Zahlen.

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