Kandel / Winden Nach Unfall an Bahnübergang: Züge fahren ab Mittwoch wieder
Zwischen Kandel und Winden rollen ab Mittwoch, 10. August, wieder Züge. Die Strecke war seit 21. Juli gesperrt, nachdem sich ein schwerer Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang ereignet hatte. Die massiven Schäden seien nun beseitigt, teilt die Deutsche Bahn AG mit. „Mehr als 1000 Meter Gleis und über 700 Schwellen mussten die Bauteams komplett auswechseln. Außerdem war es erforderlich, den in Mitleidenschaft gezogenen Bahnübergang aus- und wieder einzubauen.“ Die Linien RB51 (Neustadt–Karlsruhe), RB53 (Neustadt–Wissembourg) sowie der RE6 fahren ab Mittwoch wieder nach dem gewohnten Fahrplan. Der Busersatzverkehr sei nicht mehr notwendig.
Am Montag hatte sich ein RHEINPFALZ-Leser darüber geärgert, dass die Stadt Kandel offenbar „komplett abgehängt“ sei. Der Schienenersatzverkehr in Richtung Wörth sei zumindest morgens nicht gefahren, berichtete er. Leute sollen teilweise zwei Stunden Leute vergebens gewartet haben. Die Bahn interessiere es offenbar nicht, dass Kunden zur Arbeit müssen. „Was soll das Neun-Euro-Ticket, wenn es die Bahn nicht schafft, wenigstens einen rudimentären Verkehr aufrecht zu erhalten?“, fragt der Leser.
Die Anfrage, ob am Montag oder schon früher keine Ersatzbusse von Kandel abgefahren sind und wenn ja, aus welchen Gründen, beantwortet die Pressestelle der Deutschen Bahn so: „Mit Blick auf den allgemein hohen Krankenstand sind temporäre Ausfälle aktuell leider durchaus realistisch und wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die unseren Fahrgästen dadurch entstehen. Einen Komplettausfall der Verbindungen können wir jedoch nicht bestätigen.“ Die Pressesprecherin verweist zudem auf das vorzeitige Ende der Reparaturarbeiten an der Strecke, womit auch der Ersatzverkehr am Mittwoch ende.
Ursprünglich hatte die DB für die Reparatur einen Zeitraum bis 20. August veranschlagt. „Dank eines durchgetakteten Personal- und Materialkonzepts“ sei die Infrastruktur nun bereits zehn Tage früher instandgesetzt. Die Kosten belaufen sich auf über 400.000 Euro. Am 21. Juli war ein Kleintransporter auf einem unbeschrankten Bahnübergang bei Kandel-Höfen von einem Zug erfasst worden. Der 22-jährige Fahrer wurde schwer verletzt. Auch sechs Fahrgäste des Zuges wurden verletzt.