Kandel
Bahnstrecke voraussichtlich bis 20. August gesperrt
Wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Nachfrage mitteilte, hatten noch am Donnerstagabend Experten mit der Untersuchung der betroffenen Infrastruktur begonnen. Sie stellten fest, dass die Schäden an der Strecke erheblich seien. Über 700 Schwellen sowie mehrere Gleisabschnitte müssen komplett ausgewechselt werden. Außerdem ist es erforderlich, den in Mitleidenschaft gezogenen Bahnübergang aus- und wieder einzubauen. Für eine möglichst schnelle Umsetzung der Arbeiten habe die Bahn bereits mit der Beschaffung der benötigten Baustoffe begonnen und Fachfirmen kontaktiert, so die Bahnsprecherin weiter. Wie lange die Arbeiten tatsächlich dauern, sei abhängig von der Verfügbarkeit des Materials und der Kapazität der Spezialkräfte.
Schaden liegt bei mehreren Zehntausend Euro
Der Fahrer des Transporters hatte auf dem unbeschrankten Bahnübergang zwischen dem Ortsteil Kandel-Höfen und Kandel einen herannahenden Zug übersehen. Der 22-Jährige wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Der Nahverkehrszug mit 132 Fahrgästen an Bord kam nach etwa 500 Metern zum Stillstand. Sechs Personen wurden durch die Kollision verletzt, eine von ihnen schwer. Die vordere Achse des Zugs wurde beim Aufprall aus den Gleisen gehoben und beschädigte dabei auch den Gleisabschnitt. Die Polizei schätzt den Schaden auf mehrere Zehntausend Euro.
Für die Fahrgäste im Bahnverkehr zwischen Neustadt und Karlsruhe kommt es durch die Sperrung der Strecke laut Bahn zu folgenden Veränderungen: Zwischen Neustadt und Winden verkehren die Linien RB51 (Neustadt–Karlsruhe) und RB53 (Neustadt–Wissembourg) weiter nach Fahrplan. Der RE6 entfällt; zwischen Karlsruhe und Kandel verkehrt der RE6 ab Freitag, 29. Juli, wieder als Shuttle. Ab Winden können die Reisenden statt der Züge ersatzweise Busse nutzen. Diese fahren zwischen Winden, Kandel und Wörth. Den Fahrgästen aus Richtung Karlsruhe kommend, stehen die Busse entsprechend in der Gegenrichtung zur Verfügung. „Wir empfehlen allen Fahrgästen, sich über die Fahrplanauskunftsmedien wie beispielsweise bahn.de beziehungsweise der App DB Navigator vorab über die aktuelle Reiseverbindung zu informieren“, so die Bahnsprecherin.