Mannheim / Trier Millionendefizit: Theresienkrankenhaus vor dem Aus – 350 Menschen droht Kündigung

Das Theresienkrankenhaus in Mannheim steckt in großen finanziellen Schwierigkeiten. Das Haus schließt Ende 2027.
Das Theresienkrankenhaus in Mannheim steckt in großen finanziellen Schwierigkeiten. Das Haus schließt Ende 2027.

Wegen großer finanzieller Schwierigkeiten schließt das Theresienkrankenhaus in Mannheim bis zum Jahresende 2027, wie der christliche Träger, die BBT-Gruppe am Donnerstag überraschend mitteilte. Bis zu 350 Menschen könnten ihren Job verlieren. Vor der endgültigen Schließung werden zunächst mehrere Abteilungen am Theresienkrankenhaus dicht gemacht: Dazu gehören die Gefäßchirurgie, die Hals-Nasen-Ohren-Abteilung und die Urologie zum Ende des Jahres sowie die Pneumologie bis Mitte 2026. Weitere medizinische Fachabteilungen sollen in das Mannheimer Diakonissen-Krankenhaus, kurz Diako, umziehen. Die beiden Häuser firmieren als Brüderklinikum Julia Lanz, das wiederum zur BBT-Gruppe mit Sitz in Trier gehört.

Ursprünglich hatte das „Theresien“ laut BBT erst Ende 2029 schließen sollen. Ein Millionendefizit hat nach Angaben der Sprecherin der Gruppe in Mannheim, Nina Luschnat, schnellere Konsequenzen nötig gemacht. Zur Höhe des Defizits sagte sie, es sei „zweistellig, aber deutlich unter 20 Millionen Euro“.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden nach Angaben des Klinikums bei einer internen Betriebsversammlung am Dienstag über die Veränderungen informiert. Zwischen 300 und 350 Menschen könnten gekündigt werden. „Aber wir wollen so viele Mitarbeitenden wie möglich halten“, sagte die Sprecherin. Noch in diesem Monat sollen die Sozialverhandlungen mit den Betroffenen beginnen.

Ursache der Finanzprobleme seien gestiegene Energie- und Lohnkosten, gesetzliche Änderungen durch die große Koalition in Berlin sowie ein Rückgang der Patientenzahlen gegenüber Vor-Corona-Zeiten. Weniger Patienten bedeuten auch weniger Einnahmen – mit diesem Problem haben auch andere Kliniken zu kämpfen.

Das „Theresien“ und das „Diako“ firmieren unter dem Namen Brüderklinikum Julia Lanz mit laut Träger rund 90.000 Patienten jährlich (29.000 stationär, 59.000 ambulant) – und gehört zur BBT-Gruppe. Diese Gruppe umfasst eigenen Angaben nach bundesweit über 100 Gesundheitseinrichtungen, darunter Kliniken, Reha-Einrichtungen, Seniorenheime und Behindertenzentren mit insgesamt 850.000 ambulanten und stationären Patienten sowie16.000 Mitarbeitenden.

In Finanznot stecken auch Häuser in der Pfalz. Zuletzt wurde etwa bekannt, dass der Caritas-Trägerverband Saarbücken (CTS) ein Sanierungsfall ist und dies Auswirkungen in der Südpfalz hat. Im Landauer Stift bekommen Mitarbeiter weniger Geld, weil es beim Träger kriselt. Parallel laufen Gespräche über eine Fusion mit dem Klinikum Landau, das auch rote Zahlen schreibt.

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