Speyer Kohl-Grab: Witwe äußert sich zu Rückbau-Plänen der Stadt

Grab: Neben der Kirche St. Bernhard hat Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl seine letzte Ruhestätte gefunden.
Grab: Neben der Kirche St. Bernhard hat Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl seine letzte Ruhestätte gefunden.

Erstaunt über den Vorstoß der Stadt Speyer, die Kamera, die das Grab von Altkanzler Helmut Kohl auf dem Domkapitel-Friedhof in Speyer überwacht, abbauen zu wollen, hat sich seine Witwe Maike Kohl-Richter am Freitag geäußert. Auch der Zaun, der Kohls letzte Ruhestätte umgibt, soll verschwinden, wünscht sich die Stadt, die damit den endgültigen Zustand des Grabs herstellen möchte. Wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung mitteilte, seien unmittelbar nach der Beisetzung von Kohl 2017 die Wünsche der Witwe nach einer Videoüberwachung und Umzäunung zur Verhinderung von möglichem Vandalismus „nachvollziehbar gewesen“. Aus Sicht der Stadt sei es nun aber Zeit, die Provisorien zurückzubauen.

Kohl-Richter erklärte am Freitag, mit der Gestaltung des Grabes habe sie den letzten Willen ihres Mannes vollzogen. „Bisher hat die Stadt Speyer darauf Rücksicht genommen und dem zugestimmt.“ Jetzt gebe es hierzu offenbar Gesprächsbedarf seitens der Stadt, wie sie vor allem der Berichterstattung der vergangenen Tage entnommen habe. „Ich hatte bereits Anfang vergangener Woche telefonisch den Kontakt zur Frau Oberbürgermeisterin der Stadt Speyer gesucht. Ein Rückruf ist bisher nicht erfolgt.“

Kohl wurde am 3. April 1930 in Ludwigshafen geboren und starb am 16. Juni 2017. 2019 war sein Grab mit Buntsandstein neu gestaltet worden. An diesem Sonntag – Kohls 92. Geburtstag – wird am Dom eine Kohl-Büste enthüllt, mit der die Europäische Stiftung Kaiserdom den Gründungsvorsitzenden ihres Kuratoriums ehren will.

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