Neustadt
Worauf sich Hambach freuen kann – und was wohl weiter für Verdruss sorgt
„Hambach lebt von der Gemeinschaft“, sagt Ortsvorsteher Pascal Bender (SPD) und führt dabei die „vielen engagierten Vereine“ auf. Mit den Dorffesten laufe es auch gut, aber man müsse da schon am Ball bleiben, um rechtzeitig zu reagieren, wenn beispielsweise aus Altersgründen eine Ausschankstelle aufgegeben werde. In Hambach gibt es keinen Neujahrsempfang, sondern am 10. Mai einen Frühlingsempfang. Bender blickt dennoch jetzt schon einmal auf 2025 zurück und sagt, was die Hambacher 2026 zu erwarten haben.
Verkehr
Der Verkehr beschäftigt die Hambacher aus verschiedenen Gründen und an unterschiedlichen Stellen im Ort. So ist Bender froh, dass die Regelung für Fahrzeuge, die vom Schloss kommen, nun dauerhaft festgelegt ist. Bisher galt die Abfahrt über Triftbrunnen- und Römerweg nur als Verkehrsversuch, im vergangenen Jahr entschied der Ortsbeirat, dass er sich bewährt habe. „Es ist die beste Lösung, die wir derzeit haben“, sagt der Ortsvorsteher, wissend, dass nicht jeder damit glücklich ist. Man habe sich über den Verkehr halt keine richtigen Gedanken gemacht, als das große Wohngebiet dort oben vor Jahrzehnten entstanden sei, ergänzt er. Nach dem Beschluss des Ortsbeirats gab es laut Bender übrigens keine Reaktion aus der Bevölkerung; für ihn ein Zeichen, dass die Regelung akzeptiert werde.
Bender freut sich auch, dass mit dem Brühlgrabenweg ein neuer Fußweg angelegt wurde, der barrierefrei von der Dammstraße aus zum Edeka-Markt verläuft und auch zum Gelände des FC 23, zum Schwimmbad und zum Tennisclub.
Weniger erfreulich sei die Verkehrssituation in der Mittelhambacher und in der Dr.-Siebenpfeiffer-Straße. Dort werde zu sehr aufs Gas getreten, sagt Bender. Er möchte an beiden Stellen Geschwindigkeitsmessungen in diesem Jahr veranlassen, damit das Ausmaß des Problems deutlich wird. Die Ortsverwaltung sei aber auch so schon in einem engen Austausch mit der Stadt, was man tun könne. An dieser Stelle äußert Bender ein generelles Lob an die Verwaltung, die Zusammenarbeit laufe gut.
Schlecht ist der Zustand der Schlossstraße. Bender fände es nur angemessen, wenn der Zubringer zum Schloss in Ordnung gebracht würde, bis 2032 das große Jubiläum „200 Jahre Hambacher Fest“ gefeiert wird.
Dorfentwicklung
Die Infrastruktur in Hambach sei gut, betont Bender. Was fehle, seien erschwingliche Wohnungen. Einerseits sei es zwar schön, dass Hambach so beliebt sei, andererseits falle es jungen Familien schwer, hier für sie erschwinglichen Wohnraum zu finden. Daher hofft er, dass das Wohnungsprojekt auf dem Pfarrheim-Areal nun an Geschwindigkeit aufnehme, da die übergangsweise dort betreuten Kinder Ende 2025 den Neubau der Kita St. Pius beziehen konnten.
Ein Ärgernis für viele Hambacher sei „das Loch in der Freiheitstraße“. Der Ortsvorsteher meint das Grundstück Freiheitstraße 4, auf dem bis 2018 die Gaststätte Lindenhof stand. Seit deren Abriss habe sich nicht viel getan. Ein Investor hatte seinerzeit zwei Häuser mit jeweils sechs hochwertigen Eigentumswohnungen angekündigt. Bender kann zum Stand des Projekts nicht viel sagen. Er habe nur gehört, dass es einen Antrag auf die Verlängerung der Baugenehmigung gebe.
Hoffnung hat Bender indes beim ehemaligen Gasthaus „Zum Engel“. Er rechnet mit einem Schub durch die neuen Besitzer, sodass der Engel „bald in neuem Glanz erstrahlt – oder im alten Glanz, ganz wie man will“. Das würde den Rathausplatz aufwerten, wobei Bender weiß, dass der Platz als solcher in einem schlechten Zustand ist. Allerdings würde die Erneuerung teuer, Geld dafür sei wohl nicht da. „Das ist unbefriedigend.“ Vielleicht gebe es ja eine Zwischenlösung, hält er Überlegungen für notwendig.
Halten will man den Bäcker Ehrat, der mit seinem Stand in der Straße In der Setz steht, was aber nicht von Dauer sein soll. Ein neuer Standort sei noch nicht abschließend gefunden, berichtet Bender. Er hatte den Anwohnern In der Setz eigentlich in Aussicht gestellt, dass die Sache bis Ende 2025 geregelt sei. Das sei aber leider noch nicht gelungen, bedauert er und bittet noch um etwas Geduld.
Für einen großen Fortschritt hält der Ortsvorsteher die Aufwertung des Parkplatzes und Wohnmobilstellplatzes in der Dammstraße. Da habe sich sein Stellvertreter Jürgen Grün stark engagiert. Es gebe nun eine gute Infrastruktur für Wohnmobilisten, was sich auch in den Belegungszahlen zeige. Was noch fehle, sei eine Infotafel, auf der man den Gästen zeigen wolle, wo ein Bäcker und ein Supermarkt in Hambach zu finden sei – oder wie man zum Handwerkerpfad oder zur Hohen Loog kommt.
Freuen können sich die Hambacher in diesem Jahr auf einen Bücherschrank, der in der Nähe der Bäckerei Stephan aufgestellt wird. Dort können die Bürger Bücher, die sie gerne weitergeben wollen, hineinstellen oder auch welche herausholen. Seine Stellvertreterin Claudia Dorka kümmere sich darum. Der Besitzer des Grundstücks habe dem Vorhaben schon zugestimmt.