Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wie Wigald Boning die Herzen der Neustadter erobert

Seit Jahren als Schwimmer unterwegs: Wigald Boning.
Seit Jahren als Schwimmer unterwegs: Wigald Boning.

Seit gut drei Jahren schwimmt Wigald Boning jeden Tag in einem anderen Gewässer. Nun war Neustadt an der Reihe – inklusive einer Liebeserklärung an das Ehrenamt.

Wigald Boning zählt zu den bekanntesten Fernsehgesichtern Deutschlands. Seit Jahrzehnten ist der 58-Jährige mit dabei, wenn es um lustige und schräge Formate geht. Und auch jenseits der Kamera ist Boning immer auf der Suche nach etwas Besonderem. Daher startete er im Sommer 2022 sein Baden-Projekt. Jeden Tag geht er seither in ein anderes Gewässer, um ein paar Bahnen zu ziehen. Kürzlich war er dafür in der Pfalz unterwegs. Über seine Schwimmerfahrungen hat Boning auch schon ein Buch geschrieben. Und: Er schwimmt immer weiter und hat auf seiner Pfalz-Etappe Station in Neustadt gemacht.

Das Hambacher Freibad war das Ziel an Bonings 1184. Badetag. Natürlich vermarktet der Komiker seine Aktionen und veröffentlicht zu seinen Badetagen kleine Filme auf Instagram. Lokalpatrioten sind natürlich immer begeistert, wenn sie ihre eigene Region so prominent entdecken. Aber die Neustadter und die Hambacher werden sich „ihren“ Beitrag ganz besonders gerne ansehen. Denn vor dem Freibad besucht Boning erst einmal das Hambacher Schloss und weist auf dessen Bedeutung für die Demokratie und das Hambacher Fest 1832 hin. Eine kleine Geschichtsstunde extra gewissermaßen ...

Neustadt als Vorbild

Aber dann geht’s ab ins kühle Nass. Boning schwimmt zu Füßen des Hambacher Schlosses und dankt dafür ganz explizit dem Förderverein Hambacher Freibad. Denn trotz des Saisonendes Anfang September genieße er das Privileg, in Hambach noch ein paar Bahnen zu ziehen. Angesichts dieser Erfahrung sei es ihm ein „ausdrückliches Anliegen“, so Boning, darauf hinzuweisen, was für eine „tolle Sache“ das Ehrenamt doch sei. Er sieht im Neustadter Modell mit den Fördervereinen in Hambach, Mußbach und Duttweiler gar ein bundesweites Vorbild. Denn übers Ehrenamt und Fördervereine könnte man sicher viele „klamme Schwimmbäder“ retten – Boning regt das in dem kurzen Filmchen einfach mal an. Ob’s Wirkung zeigt, wissen wir nicht. Die Hambacher und Neustadter wird’s auf alle Fälle mächtig freuen.

Thomas Hocker, Vorsitzender des Freibad-Fördervereins, erinnert sich noch gut an den Besuch von Wigald Boning und seiner Managerin am vergangenen Samstag. Die Heizung im Bad hatte man zwei Tage vorher abgeschaltet, nachdem die Leistungssportler vom Schwimmclub Neustadt zum Training wieder ins Stadionbad umgezogen sind. Aber die Temperaturen schrecken Boning nicht ab. „Managerin Steffi filmt vom Sprungturm, während Wigald Boning seine Bahnen zieht. Dann verabschiedet Steffi sich zum Joggen“, schildert Hocker. Er ist von seinem Promi-Schwimmgast begeistert. Zumal dieser beim Kraulen, Rücken- und Brustschwimmen auch immer wieder Selfies macht. Über eines freut sich Hocker auch: „Als Steffi zurückkehrt, filmt sie noch die Schokoladenseite des Freibads: der Blick aus dem Schwimmerbecken auf das Schloss.“

Passend dazu fällt der Abschied aus. Als Geschenk überreicht der Förderverein dem Gastschwimmer eine vom Neustadter Künstler Gerhard Hofmann gestaltete Kaffeetasse. Diese zeigt Siebenpfeiffer, Wirth, Abresch und weitere Teilnehmer des Hambacher Festes 1832 im Hambacher Schwimmbad. Toller und unerwarteter Abschluss des Freibadjahres 2025 – das gibt Rückenwind für 2026, denn da plant der Förderverein einige Investitionen.

Axel Nickel
Axel Nickel
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