Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Wie sich der Behindertenbeirat für mehr Barrierefreiheit einsetzt

Ziel des Behindertenbeirats ist es, Barrieren abzubauen und mehr gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
Ziel des Behindertenbeirats ist es, Barrieren abzubauen und mehr gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Seit rund eineinhalb Jahren gibt es in Haßloch einen Beirat für Menschen mit Behinderung. Trotz positiver Bilanz gibt es in Sachen Barrierefreiheit noch viel zu tun.

Im November 2024 wurde in der Gemeinde Haßloch zum ersten Mal ein Behindertenbeirat gewählt. Bis zu dem Zeitpunkt gab es einen Beauftragten für Behindertenfragen. Die Themen, mit denen sich das Gremium unter dem Vorsitz von Jürgen Hess auseinandersetzt, sind vielfältig und komplex. Einige Projekte konnten im vergangenen Jahr umgesetzt werden, andere bedeuten langwierige Prozesse. Das zeigt sich im ersten Jahresbericht des Behindertenbeirats, den der stellvertretende Vorsitzende Robert Fath im Sozialausschuss vorstellte.

Die Erfahrungen des ehemaligen Beauftragten und die des Beirats untermauern auch den Hinweis Faths, dass ein hauptamtlicher Behindertenbeauftragter in der Verwaltung eine notwendige und sinnvolle Einrichtung sein könne, um den Themen Barrierefreiheit und Inklusion in der Gemeinde gerecht zu werden. Ziel des Behindertenbeirats ist es, die Interessen der Menschen mit Behinderung zu vertreten, Barrieren abzubauen und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern. „Wir sind zuständig für alle Menschen, die eine Behinderung haben und setzen uns dafür ein, dass jeder Mensch gleichberechtigt am Leben teilnehmen kann“, skizziert Fath.

Veranstaltungen zum Thema Inklusion

Dazu sei auch viel Öffentlichkeit nötig. Der Beirat organisiere und initiiere daher auch Veranstaltungen zum Thema Inklusion, etwa in Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat, der Lebenshilfe, der TSG oder Beratungsstellen. Sportveranstaltungen oder ein Konzert mit einer Band mit blindem Sänger nannte Fath als Beispiele. Der Behindertenbeirat als Interessenvertretung auf kommunaler Ebene ist beratend im Sozialausschuss der Gemeinde vertreten, kann Vorschläge machen und Anträge stellen und so aktiv in (politische) Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Er berät nicht nur die Gemeinde zu Fragen der Barrierefreiheit und Inklusion, sondern unterstützt auch Betroffene und Angehörige als Anlaufstelle.

Außerdem ist er in verschiedene kommunale Bauprojekte eingebunden: Bordsteinabsenkungen, Bau der neuen Kita Müller-Thurgau-Straße, Eingangsbereich der VHS, Behindertenparkplätze am Süd- und Nordeingang des Parkfriedhofs. Mehr Barrierefreiheit beziehungsweise Verbesserungen der Eingangssituation beim Bürgerbüro und am Ärztehaus stehen ebenso auf der Projektliste wie die Verbesserung des Zugangs zum Friedrich-Ebert-Park.

Erfreut zeigte sich Fath darüber, dass im Zuge der aktuellen Renovierung des Ratssaales eine neue Mikrofonanlage eingebaut wird, die Menschen mit Hörbeeinträchtigungen ermöglicht, die öffentlichen Sitzungen künftig auf der Empore über drahtlose Kopfhörer oder direkt über ihr Hörgerät zu verfolgen.

Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren

Der Beirat steht nicht nur mit der Gemeindeverwaltung in engem Austausch, sondern bringt seine Expertise auch bei anderen Akteuren und Einrichtungen ein. So informiert Bernd Beitz, Deutschland-Direktor der Plopsa-Gruppe, das Gremium regelmäßig über den aktuellen Stand der Planungen des Themenbades.

Auch darüber hinaus war der Behindertenbeirat im vergangenen Jahr vielfältig aktiv. Er unterstützte mehrere Projekte und organisierte eigene Aktivitäten, darunter das Inklusionstheater-Projekt des WwP-Theaters, einen Infostand beim Sicherheits- und Gesundheitstag der Gemeinde 2025 sowie die Veranstaltung „Reisereportage mit dem Handbike“. Der Vorsitzende nahm zudem am Sommertagsumzug teil. Hinzu kamen Treffen mit der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung sowie mit kommunalen Beauftragten und Beiräten im Land. Außerdem wurden ein barrierefreier Gottesdienst veranstaltet, regelmäßige Einladungen zum Forum Handicap ausgesprochen und Beiratssitzungen durchgeführt. Mit der Leitung der TSG Haßloch gab es Gespräche über mögliche Inklusionssport-Angebote. Daraus entstand auch die Planung eines Aktionstags Inklusion, der im Februar 2026 stattfand.

Info

Der Behindertenbeirat ist telefonisch unter 06324 9350 oder per Mail an behindertenbeirat@hassloch.de erreichbar. Außerdem bietet er jeden dritten Mittwoch im Monat von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr eine Sprechstunde im Rathaus (Raum 110) an. Weitere Beratungstermine sind nach Vereinbarung möglich.

Mehr zum Thema
x