Neustadt
Weinlesefest: Er gibt für die Haiselscher den Takt vor
Das Deutsche Weinlesefest zu organisieren, erfordert nicht nur starke Arme für den Aufbau der Haiselscher, sondern auch jede Menge Bürokratie. Verkehr, Musik, Ausschank, Sicherheit: Für alles Mögliche müssen Genehmigungen eingeholt, Gesetze beachtet und Verordnungen eingehalten werden. Fabian Fuchs kann die Paragrafen wohl selbst im Schlaf herunterbeten. Als Verantwortlicher für die Haiselscher beim Stadtmarketing muss er die Vorgaben aber auch umsetzen. „Die Planungen beginnen mit der Nachbesprechung im November“, sagt Fuchs. Übers Jahr gebe es drei bis vier Sitzungen mit den Betreibern, acht bis neun Monate vor Festbeginn beginne die intensive Phase.
Zweieinhalb Wochen vor dem Start beginnt der Aufbau der Haiselscher. „Es können nicht alle auf einmal aufbauen, wir planen die Lkws in ein bis zwei Tagen Abstand.“ Die Bauarbeiten auf dem Bahnhofsvorplatz haben Fuchs zufolge kaum Einfluss, herausfordernd seien eher Veranstaltungen, die während des Aufbaus im Saalbau stattfinden. Wenn nötig, werden Flächen und Wasserablauf vor der Bühne angepasst. „Die Betreiber haben jahrzehntelange Erfahrung und wissen, wie es geht.“ Die Bauordnungsbehörde nimmt am Ende die Haiselscher ab.
Ein Plan für alle Eventualitäten
Wenn das Weinlesefest läuft, würde Fuchs seinen Arbeitsalltag als entspannt bezeichnen – zumindest unter der Woche. „An den Wochenenden sind viel mehr Besucher da, es gibt Programm und Musik.“ Dann besprechen Fuchs, Polizei, Ordnungsbehörde und Sicherheitsdienst regelmäßig die Lage: Wie ist das Wetter? Wie läuft die Anreise, wie das Besucherverhalten? Wie geht man vor, wenn der Platz wegen Überfüllung zeitweise gesperrt werden muss? „Wir haben ein Sicherheitskonzept mit verschiedenen Szenarien wie Unwetter, Brand oder herrenlose Gegenstände. Man muss die Abläufe und Engstellen im Blick behalten, um schnell reagieren zu können.“ Auch Mängel wie Stellen, an denen sich etwas vom verlegten Holzboden löst, gelte es zügig zu beseitigen. Die Betreiber der Haiselscher und ihre Zulieferer arbeiten Hand in Hand, damit weder Getränke noch Essen ausgehen.
Nach Veranstaltungsende am Montag, 12. Oktober, wird das Weindorf dienstags direkt abgebaut. „Es dauert bis zum darauffolgenden Montag, bis der letzte Betreiber weg ist“, erklärt Fuchs. Die TKS entfernt Boden, Bühne, Zäune und WC-Container. Wie das alles geklappt hat, reflektiert Fuchs in mehreren Nachbesprechungen mit verschiedenen Bereichen im November.
Herz hängt am Weinlesefest
Am Freitag, 26. September, öffnen die Haiselscher ab 11 Uhr ohne spezielle Programmpunkte, es ist wie üblich ein seichter Start für die zweieinhalb Wochen langen Feierlichkeiten. Für Fuchs ist das Weinlesefest „das Highlight zum Saisonabschluss“. Er sei schon bei seinem vorherigen Job als Projektleiter der RPR-Bühne bei den Haiselschern dabei gewesen. „Über die Jahre sind da Freundschaften mit Betreibern entstanden.“ Wenngleich der Höhepunkt der Weinfest-Saison für ihn jede Menge Stress bedeutet: „Wenn es mir keinen Spaß machen würde, würde ich es nicht machen.“
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