Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Weinausschank beim Wochenmarkt: So kam die Premiere an

Die Neustadter bevölkerten den Rathausinnenhof trotz der kühlen Temperaturen und genossen die Weine.
Die Neustadter bevölkerten den Rathausinnenhof trotz der kühlen Temperaturen und genossen die Weine.

Im Rathausinnenhof fand am Samstag der erste Weinausschank parallel zum Wochenmarkt statt. Die Resonanz zeigt: So ein Treffpunkt hat in Neustadt bisher offenbar gefehlt.

Der erstmalig veranstaltete Weinausschank im Rathausinnenhof am Samstagvormittag war trotz der kühlen Temperaturen sofort ein Erfolg. Mit dem 1. März beginnt die neue Reihe, die zeitgleich mit dem Wochenmarkt die Menschen in die Stadtmitte locken soll. An neun Samstagen sollen Winzer aus den Weindörfern sich und ihre Weine vorstellen können. Bis November ist der samstägliche Weinausschank geplant.

Laut Marktmeisterin Julia Litzinger werden die zukünftigen Termine und die noch auszulosende Reihenfolge der Weindörfer noch bekannt gegeben. „Der Weinausschank im Rathausinnenhof wird nicht an jedem ersten Samstag im Monat, aber monatlich stattfinden. Wir haben uns mit der Stadtverwaltung abgesprochen, sodass immer städtische Ansprechpartner vor Ort sein können“, sagt sie. Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG) machte den Anfang. Er eröffnete die kleine Veranstaltungsreihe, gab Informationen dazu und war anschließend in vielen Gesprächen eingebunden.

Ziel: Höhere Aufenthaltsqualität

Das niedrigschwellige Angebot des Stadtoberhauptes wurde rege angenommen. Auch der Hambacher Ortsvorsteher Pascal Bender und Landtagsabgeordneter Claus Schick (beide SPD) nutzten die Gelegenheit, die Weine der Weingüter Kruppenbacher, Rebenhof und „Hambacher Freiheit“ zu probieren und mit den Neustadtern ins Gespräch zu kommen. „In einem Treffen mit den Marktbeschickern entstand die Idee des Weinausschanks in Kombination mit dem Wochenmarkt. Wir wollen die Aufenthaltsqualität und -dauer attraktiver machen“, sagt Weigel. Der Rathausinnenhof, der sich schon als Spielfläche für den entspannten Weingenuss in der Vergangenheit bewährt habe, sei ideal. „Wir wollen die Bürgernähe mit der Teilnahme an solchen Veranstaltungen weiter ausbauen“, bekräftigt Weigel. Es sei angedacht, dass nicht nur Vertreter der Stadtverwaltung vor Ort sein werden. Er könne sich auch andere Vertreter, beispielsweise des Krankenhauses oder der Stadtwerke, oder kurze Impulsvorträge vorstellen.

Ideen oder Vorschläge seien willkommen, so Marktmeisterin Litzinger. Pascal Bender begrüßt es, einen Ort der zwanglosen Begegnung in zentraler Lage zu haben. „Man tauscht sich in entspannter Atmosphäre aus. Es ist ein übergreifendes Zusammenkommen, weil die Weinkultur ein verbindendes Element darstellt“, sagt Bender. Gerade nach der doch teils sehr angespannten Situation im gerade beendeten Wahlkampf, in der so manche Diskussion auf verhärtete Standpunkte schließen ließ, sei ein Treffpunkt für alle begrüßenswert. „Die Veranstaltung ist eine Bereicherung für die Stadt.“

Musik lockt Neugierige an

Die Neustadter ließen sich nicht lange bitten und bevölkerten nach und nach den Innenhof ihres Rathauses. Einige hatten ihre Einkäufe auf dem Wochenmarkt bereits erledigt, andere stärkten sich an den drei Ausschankstellen, bevor sie sich in die gut besuchte Innenstadt aufmachten. Ein Neustadter Ehepaar wünschte sich einen deutlicheren Hinweis auf den Weinausschank und berichtete, sie seien von der Musik angelockt worden. Sie freuten sich über das zusätzliche Marktangebot, auf das sie schon lange gehofft hätten. „Das hat uns in Neustadt gefehlt“, sagt eine „echte Pfälzerin“, wie sie sich selbst betitelt. Der Haßlocher Patrick Flory, erst kürzlich durch seine Teilnahme bei der Vox-Serie „Das perfekte Dinner“ überregional bekannt geworden, hat zufällig Freunde am Weinstand getroffen, worüber er sich freut. Das Spontane, den Austausch mit bekannten und noch fremden Menschen hält er für wichtig. Eine solche Kommunikationsmöglichkeit komme gerade zur richtigen Zeit. Die Musik des DJ Joschka Friedrich Kemmer trage zur schönen Atmosphäre bei. „Nicht zu laut oder zu leise, sodass man sich noch gut unterhalten kann“, sagt er.

Die drei Hambacher Winzer waren sehr zufrieden. Christian Müller vom Wein- und Sektgut Rebenhof berichtet, dass er von Beginn an gute Gespräche mit den Kunden geführt habe, er schon einiges ausgeschenkt habe und es die richtige Entscheidung war, sofort an der Reihe teilzunehmen. Dany Kruppenbacher vom gleichnamigen Weingut freute sich über den Zuspruch der Besucher. Er habe nicht nur mit ihm bekannten Kunden gesprochen, sondern konnte sich auch bei Nicht-Kunden vorstellen. „Man darf nicht nur auf den Umsatz schauen, sondern es als Möglichkeit nutzen, sich bekannt zu machen“, sagt er. Ludwig Adamé Haass hat eine eigene Weinlinie „Hambacher Freiheit“. Er gebe damit den „mutigen Männern und Frauen, die sich damals für Freiheit und Unabhängigkeit einsetzten, einen Namen, ein Gesicht und eine Stimme“. Es sei bedeutend, zu erkennen, dass man zusammenkommen könne, frei reden dürfe und sich kennenlernen wolle. „Ich will die Menschen auf die Demokratie neugierig machen.“

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