Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wochenmarkt soll attraktiver werden: Die Pläne der neuen Marktmeisterin

Julia Litzinger arbeitet seit Mitte Januar für die Stadt Neustadt.
Julia Litzinger arbeitet seit Mitte Januar für die Stadt Neustadt.

Die Stadt Neustadt stellt ihren Wochenmarkt neu auf. Verantwortlich ist nun Julia Litzinger. Sie hat schon konkrete Ideen für Verbesserungen und will dafür jetzt auch eine Umfrage unter Marktbesuchern starten.

Dienstags, donnerstags und samstags können die Neustadter sich auf dem Marktplatz an Ständen mit frischen Produkten eindecken. Während samstags viel los und der Platz voll ist, gibt es unter der Woche nur zwei Beschicker. Julia Litzinger kennt das Thema – und will es angehen. Die 31-Jährige aus Speyer ist seit 11. Januar bei der Stadt und kümmert sich für die Tourist, Kongress und Saalbau (TKS) GmbH als Marktmeisterin um alle Belange. Damit hat sich auf einen Schlag eine ganze Menge geändert, denn zuvor war der Wochenmarkt in der Zuständigkeit des Ordnungsamts.

Jetzt übernimmt das Stadtmarketing die Regie. Daher hat Litzinger auch den Weg nach Neustadt gefunden, denn sie hat Tourismusmanagement mit dem Schwerpunkt Eventmanagement studiert – inklusive einem Auslandssemester in Kalifornien. Die Aufgabe in Neustadt habe perfekt gepasst für sie. Sie mag Märkte, betont sie: „Dort herrscht eine schöne Atmosphäre und man hat viele Kontakte.“ Damit beschreibt sie zugleich ihr Aufgabengebiet. Sie ist ab sofort die zentrale Ansprechpartnerin für alle Beschicker. Sowohl beim Wochenmarkt sowie bei den Spezialmärkten zu verkaufsoffenen Sonntagen als auch für die Schausteller des Jahrmarkts beim Deutschen Weinlesefest.

„Samstags schon toll“

Mit der neuen Zuständigkeit ändere sich auch die Herangehensweise ans Thema Wochenmarkt. Es gibt nun eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe, bei der auch der Oberbürgermeister, die Citymanagerin sowie der Sprecher der Wochenmarktbeschicker teilnehmen. Litzinger betont: „Wir wollen den Wochenmarkt attraktiver gestalten und so noch mehr Kunden und noch mehr Beschicker ansprechen.“ Vor allem dienstags und donnerstags soll das Angebot ausgeweitet werden, „samstags ist das schon toll“. Die Herausforderung sei nicht ganz einfach, da Kunden oft auf weitere Beschicker warten – und die Beschicker erst dann Interesse hätten, wenn mehr Kunden da sind. Aber sie sei am Thema dran.

Um für mehr Schwung zu sorgen, sollen Flyer verteilt und Plakate aufgehängt werden. Zudem soll es auch online mehr Werbung geben. Durch dieses Paket soll der Wochenmarkt stärker als bisher sichtbar werden und mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Dazu zähle auch, so erklärt Litzinger, eine Überarbeitung des Internetauftritts, damit man dort alle Beschicker sowie Infos zu ihnen finden kann. „Ein Wochenmarkt ist viel Arbeit, man kann das nicht einfach laufen lassen“, weiß Litzinger. Daher soll es auch zusätzliche Aktionen geben – wie neulich einen Waffelverkauf. „Wir wollen mehr anbieten, um die Neugierde zu wecken“, sagt die 31-Jährige. Dazu zähle eine Stadtführung mit dem Thema Genuss rund um den Wochenmarkt, bei der es am Ende auch Kostproben sowie Gespräche mit den Beschickern gibt. „Die sollen dann über sich und die Herkunft der Produkte erzählen. Es geht um Atmosphäre, das zählt auf einem Markt.“

„Günstige Standgebühr“

Um das neue Konzept möglichst gut ausarbeiten zu können, läuft an den Markttagen vom 27. April bis 4. Mai zudem eine Umfrage. An einem Pavillon auf dem Marktplatz können sich Kunden zum Wochenmarkt äußern und ihre Wünsche mitteilen – für die ersten zehn Teilnehmer gibt es Gemüsesäckchen. „Die Teilnahme ist zudem online möglich, damit wollen wir auch potenzielle Kunden ansprechen. Es geht uns um Ansätze zur Weiterentwicklung.“

Dabei müssten zudem die Beschicker mit ins Boot geholt werden. Denn viele Landwirte und Standbetreiber hätten mit Personalsorgen zu kämpfen, sodass sie gar nicht in der Lage seien, weitere Märkte zu bespielen. Aber da wolle sie Gespräche führen und auf die Neustadter Besonderheiten aufmerksam machen. Dazu zähle auch die „im Vergleich zu anderen Städten günstige Standgebühr“. Außerdem mache man „Schnupperangebote“, damit Standbetreiber sich ein Bild vom Neustadter Markt machen könnten, ohne gleich einen längerfristigen Vertrag unterschreiben zu müssen. Wie attraktiv der Standort sei, sehe man samstags und insbesondere bei den Spezialmärkten an den verkaufsoffenen Sonntagen. „Da haben wir sogar Wartelisten für Beschicker, und die Stadt ist dann immer richtig voll.“

Litzinger wohnt weiterhin in Speyer. Ihr Urteil zu ihrer Heimatstadt und ihrem neuen beruflichen Umfeld fällt clever aus: „Beides sind schöne historische Städte, in beiden kann man sich wohlfühlen.“

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