Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Weihnachtsmarkt 2025: Wie sich das Wetter auf die Besucherzahlen auswirkt

Besondere Höhepunkt für viele Besucher ist die Waldweihnacht.
Besondere Höhepunkt für viele Besucher ist die Waldweihnacht.

Am Wochenende findet der Haßlocher „Weihnachtsmarkt der 1000 Lichter“ zum letzten Mal für dieses Jahr statt. Wie es bisher lief und worauf sich Besucher freuen können.

Es weihnachtet auf dem Jahnplatz. Wo sonst Autos parken und Asphalt das Bild bestimmt, hat sich an den Adventswochenenden der „Weihnachtsmarkt der 1000 Lichter“ ausgebreitet. Über dem Platz schweben Lichterketten. Darunter verdichten sich Hütten und kleine Weihnachtsbäume zu einem winterlich-festlichen Dorf.

Bereits im Eingangsbereich werden die Besucher von der Waldweihnacht empfangen, die vom Forstzweckverband in Zusammenarbeit mit der Waldjugend und den Pfadfindern gestaltet wird. Draußen stehen Kinder um die Feuerstelle und rösten Stockbrot, in der Jurte der Waldjugend lodert ein Feuer für alle, die sich aufwärmen möchten. „Die ersten beiden Wochenenden waren verregnet, das dritte ist gut angelaufen“, sagt Ina Drotlef vom Pfadfinderstamm Hassalah. Auch die Waldjugend nebenan, die am dritten und vierten Wochenende vor Ort ist, freut sich über viele Besucher. Das Wetter habe sich zwar bemerkbar gemacht, „aber am dritten Wochenende waren die Leute wieder da“.

Dass der Markt vor allem dann gut angenommen wird, wenn das Wetter mitspielt, bestätigt auch Veranstaltungsleiter Gunther Metz. Trotz des schlechten Wetters an den ersten beiden Wochenenden zieht Metz eine positive Zwischenbilanz: „Bisher ist alles gut und harmonisch gelaufen. Wir sind zufrieden.“

Anzahl der Stände konstant

Insgesamt 24 Stände zählt der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr. Die Anzahl der Beschicker sei über die vergangenen Jahre konstant geblieben, erklärt Metz. „Altersbedingt fällt immer mal wieder jemand weg, dafür kommt jemand anderes nach.“ Dass viele der weihnachtlichen Hütten von Vereinen betrieben werden und Ehrenamtliche hinter der Theke stehen, schlägt sich auch bei den Preisen nieder. Einen Glühwein gibt es an einigen Ständen bereits für drei Euro. „Wir sind ein Familienweihnachtsmarkt. Da ist es wichtig, dass auch die Preise attraktiv bleiben“, sagt Metz. An der Qualität solle sich das jedoch nicht bemerkbar machen. So wird in Haßloch seit einigen Jahren ausschließlich Winzerglühwein ausgeschenkt.

Am Stand der CDU stehen Verena Schmitt, Michael Puxler und Bernd Beitz hinter der Theke.
Am Stand der CDU stehen Verena Schmitt, Michael Puxler und Bernd Beitz hinter der Theke.
Die Haßlocher Jennifer und Boris Berg sind schon seit vielen Jahren auf dem Markt vertreten.
Die Haßlocher Jennifer und Boris Berg sind schon seit vielen Jahren auf dem Markt vertreten.
Peter Stapf, Winzer aus Wachenheim, schätzt das Publikum auf dem Haßlocher Weihnachtsmarkt.
Peter Stapf, Winzer aus Wachenheim, schätzt das Publikum auf dem Haßlocher Weihnachtsmarkt.
Der Name des Marktes ist Programm.
Der Name des Marktes ist Programm.

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Und auch Winzer selbst sind vertreten. „Die Haßlocher kommen immer gerne auf ihren Weihnachtsmarkt“, sagt Peter Stapf aus Wachenheim. Seit 15 Jahren ist der Winzer mit einem Stand in Haßloch dabei. Zwar habe sich das Wetter an den ersten beiden Wochenenden bemerkbar gemacht, grundsätzlich beobachte er bei der Nachfrage aber keinen Rückgang.

Wechselnde Beschicker

In direkter Nachbarschaft betreibt der Haßlocher Gewerbeverein einen Stand. Am dritten Wochenende gibt es dort Baumstriezel, an den Wochenenden davor haben jeweils das Fotoatelier Flott und die BikeWeekend-Crew die Hütte bespielt, am vierten Wochenende übernimmt die Fahrschule Academy. „Wir nutzen den Stand gezielt, um unseren Gewerbetreibenden die Möglichkeit zu geben, sich zu präsentieren“, erklärt Oliver Franke, zweiter Vorsitzender des Vereins. Das dritte Wochenende sei gut angelaufen, sagt er.

Dass Beschicker auf dem Haßlocher Weihnachtsmarkt zunehmend wochenweise wechseln, entspricht einem allgemeinen Trend, sagt Metz. Beschicker zu finden, die an allen vier Wochenenden kommen, werde immer schwieriger – dafür sei der Umsatz oft zu gering. „Viele können sich aber ein oder zwei Wochenenden vorstellen“, erklärt er. „Darauf sind wir eingestellt und versuchen, flexible Lösungen anzubieten, damit keine Hütte leersteht.“

Verlagerung zugunsten des Online-Handels

Gerade für Kunsthandwerker werde es immer schwieriger, den benötigten Umsatz zu erzielen. Metz führt das auch auf die Verlagerung der Kaufkraft in den Online-Handel zurück. „Die Leute möchten das Kunsthandwerk zwar alle auf dem Weihnachtsmarkt sehen, gekauft wird dann aber im Online-Shop.“ Dennoch seien die Stände, die in Haßloch Deko, Schmuck oder Kunst anbieten, bislang zufrieden.

Das bestätigt auch Tibor-Dénes Weber aus Harthausen. Auf dem Haßlocher Weihnachtsmarkt verkauft er Bilder sowie Holzarbeiten mit Gravuren. „Es ist mein erstes Jahr hier, ich wollte das mal testen“, sagt Weber. Sein Fazit bisher fällt positiv aus: Er möchte wiederkommen.

Wetter macht sich bemerkbar

Schon seit vielen Jahren gehört auch der Stand der Familie Berg aus Haßloch zum Weihnachtsmarkt. Sie bieten Crêpes und Glühwein an. Schon der Vater von Boris Berg stand vor rund 40 Jahren auf dem Weihnachtsmarkt. Nach Corona habe man die Zurückhaltung der Kunden noch deutlich gespürt, mittlerweile habe sich das wieder erholt. „Zu Weihnachten gönnt man sich gerne auch etwas“, sagt Jennifer Berg.

Dass es dabei nicht immer klassisch zugehen muss, beweist die Rooftop-Bar „The Space“. Am Stand der Haßlocher Gastronomen geht man mit dem Trend, sagt eine der Mitarbeiterinnen. Neben Glühwein werden Churros mit Dubai-Schokolade angeboten. „Das kommt sehr gut an“, sagt sie. Das dritte Wochenende habe einen sehr guten Start hingelegt, insgesamt seien es bislang sogar mehr Besucher als im Vorjahr.

Am Stand der CDU zieht Christoph Haas, Schatzmeister des Haßlocher Ortsverbands, ein gemischtes Zwischenfazit. „Die ersten beiden Wochenenden liefen wetterbedingt nicht gut. Da hatten wir deutlich weniger Umsatz als im vergangenen Jahr“, sagt Haas. Der Freitag des dritten Wochenendes hingegen mache Hoffnung. „Das war bislang der beste Tag.“

Wie viele Besucher es insgesamt waren, lässt sich nur schwer beziffern, sagt Gunther Metz. „Das ist bei einem kleinen Weihnachtsmarkt mit vergleichsweise kurzen Öffnungszeiten schwierig zu erheben“, erklärt der Veranstaltungsleiter. Ein Grund für die vergleichsweise kurzen Öffnungszeiten sei auch der Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer der Vereine, denen man mit den Öffnungszeiten entgegenkommen wolle. Sicher sei jedoch: „Wenn das Wetter mitspielt, ist der Markt spätestens eine Stunde nach Öffnung gut gefüllt.“

Info

Der „Weihnachtsmarkt der 1000 Lichter“ öffnet freitags 17–21 Uhr, samstags 16–21 Uhr und sonntags 14–21 Uhr. Auf dem Programm stehen das RPR1-Weihnachtsspecial (Freitag, 19 Uhr), die Verlosung des Hauptgewinns des Adventskalenders der Gemeinde (20 Uhr), die Mackenbacher Musikanten (Samstag, 18 Uhr), das Marionettentheater (Sonntag, 15 und 16.30 Uhr) sowie die Band Just4fun (Sonntag, 18.30 Uhr).

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