Neustadt
Was sich bei den Bussen ab 11. Dezember ändert
Offiziell geht es um das Linienbündel Neustadt – doch mit dem Begriff werden nur wenige etwas anfangen können. Das steckt dahinter: Alle zehn Jahren werden die Neustadter Buslinien neu ausgeschrieben und vergeben. Jetzt war es mal wieder so weit – und ab 11. Dezember werden die Veränderungen greifen.
Gewissermaßen als Startschuss für den bald beginnenden neuen Zehn-Jahres-Block haben am Freitag am Hauptbahnhof, dem zentralen Knotenpunkt des Bussystems in der Stadt, Vertreter der beteiligten Kommunen, Firmen und Organisationen über alle Änderungen informiert. Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar hatte die Ausschreibung übernommen, weil die Buslinien zum Teil nicht nur in Neustadt fahren, sondern auch durch benachbarte Kreise und Städte.
Neue Ost-West-Verbindung
Für die Stadt Neustadt lobte Beigeordneter Bernhard Adams die Einführung des 30-Minuten-Takts auf mehreren Linien und die „neue Ost-West-Verbindung“, denn die Linie 508 fährt künftig vom Heidenbrunnental über den Hauptbahnhof das Gewerbegebiet am Cineplex-Kino an. Außerdem verbessere sich die Anbindung ans Hambacher Schloss (Linie 502), und man fahre zusätzliche Haltestellen in Hambach an. Mit der Linie 511 könnten Fahrgäste künftig das Ärztehaus in der Europastraße besser erreichen. Adams freute sich zudem, dass auch in den nächsten Jahren „wir wieder mit den beiden zuverlässigen Busunternehmern zusammenarbeiten“. Wenn ab November 2023 der Umbau des Bahnhofsvorplatzes beginne, „bekommen wir zwar eine Durststrecke für Umsteiger im Busverkehr, aber als Trostpflaster haben wir danach einen ganz modernen Platz“.
Die Verbesserungen haben allerdings ihren Preis: Zahlte die Stadt bisher rund 650.000 Euro für die Buslinien, werden es künftig 2,7 Millionen Euro sein. Ähnlich stellt sich die Situation für den Landkreis Bad Dürkheim dar. Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) war beim Termin dabei, weil über die Linien 517 und 512 die Verbandsgemeinden Lambrecht und Deidesheim angefahren werden. Den Kreis kostet das Busangebot künftig 1,5 Millionen Euro (bisher: 500.000 Euro). Es sei eine „Herausforderung, das alles zu finanzieren“, räumte Ihlenfeld ein. Allerdings seien Verbesserungen und Investitionen erforderlich, um den Nahverkehr attraktiver zu machen. Das sei gelungen: „Ein großes Werk geht jetzt an den Start“, so Ihlenfeld.
Stadt verteilt Broschüren
Bei der Ausschreibung haben sich mit Palatina Bus und der Mittelhaardt Nahverkehrsgesellschaft (MNV) von Busunternehmer Frank Imfeld aus Landstuhl zwei Betriebe durchgesetzt, die auch bisher schon in und um Neustadt gefahren sind. Beide werden künftig aber zum Teil auf anderen Strecken als bisher unterwegs sein. Imfeld und Marcus Weigl (Palatina) betonten , dass beide Betriebe in ihre Busflotten investiert haben. Imfeld sprach von 2,5 Millionen Euro, die unter anderem in moderne Technik (Monitore, Wlan) der Fahrzeuge geflossen seien. Weigl ergänzte ganz offen: „Durch das neue Linienbündel ist die Existenz unseres Unternehmens auf eine solide Basis gestellt worden.“
Sabine Eichhorn, Abteilungsleiterin beim Verkehrsverbund Rhein-Neckar, hob insbesondere die Investition der Unternehmen in die Ausstattung der Busse hervor. Denn es gehe damit um eine höhere Qualität für die Fahrgäste. Christina Wind vom Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr wies darauf hin, dass drei Linien zu „regionalen Hauptlinien“ hochgestuft worden seien: so die Linien 500 und 501 im Abschnitt Neustadt und Maikammer. Vorteil aus Sicht der Kommunen: Durch die Hochstufung übernimmt das Land die Finanzierung.
Um über das neue Angebot zu informieren und die Veränderungen im Detail zu erläutern, wird die Stadt noch Infobroschüren an die Bürger verteilen.