Neustadt Warum hier? – Warum nicht?

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Es gab zwar kritische Stimmen – doch die Mehrheit der Hambacher will viel dafür tun, dass eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in der Andergasse 43 gut läuft. So lautete zumindest der Tenor bei einer Bürgerinformation der Stadtverwaltung am Donnerstagabend im katholischen Pfarrzentrum St. Jakobus. Über 100 Hambacher waren gekommen, um mehr über die Pläne (wir berichteten am Mittwoch) zu erfahren. Kritik wurde vor allem am Anfang laut. Zuvor hatte Bürgermeister und Sozialdezernent Ingo Röthlingshöfer die Brisanz der Flüchtlingsfrage dargelegt und erklärt, warum Deutschland und seine Kommunen keine andere Wahl haben, als diese Menschen aufzunehmen. Dabei sei auch Neustadt auf jede Möglichkeit angewiesen, die sich biete, um Asylsuchende unterzubringen – ob nun in der Kernstadt oder den Weindörfern. „Warum hier bei uns“, hatte eine Frage gelautet, die der Bürgermeister klar beantwortete: „Warum nicht?“ Dass Integration im Weindorf besser funktionieren kann als in der eher anonymen Kernstadt – auch das war Thema und dabei der Blick nach Haardt selbstverständlich. Viele der Zuhörer erklärten, dass sie mithelfen wollten, den Asylsuchenden den Einstieg in das völlig neue und andere Leben zu erleichtern. Ohne Ehrenamt sei das auch nicht zu leisten, so Röthlingshöfer. Aufgabe des Sozialamts wird es unter anderem sein, professionelle Strukturen auch für Ehrenamtliche zu schaffen, wie Marion Walz , Leiterin des Sozialamts, darlegte. Sie machte zudem klar, dass es für Ehrenamtliche und für Asylsuchende Grenzen gebe – und dass die neuen Mitbürger erwachsene Menschen seien, die im Normalfall ihr Leben durchaus meistern könnten. Sie wie Kinder zu behandeln, wäre falsch. Und natürlich seien auch Asylsuchende Spiegel der Gesellschaft. „Uns ist wichtig, dass es der Andergasse gut geht“, hielt Walz Befürchtungen entgegen, die touristisch wichtige Straße könnte unter einem möglicherweise falschen Verhalten der neuen Anwohner leiden, Beispiel Müll. Daher würden die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen unter anderem darauf achten, „dass auch im Außenbereich alles seine Ordnung hat“. „Was sollen wir denn noch mitsprechen?“, wollte eine Bürgerin wissen. Viel zu spät sei über die Pläne informiert worden. Ein falscher Eindruck, wie Röthlingshöfer erwiderte. Bis Ende März sei nichts klar gewesen, weil das Gästehaus ursprünglich an privat hätte verkauft werden sollen. Als es damit nicht geklappt habe, sei es der Stadt zur Miete angeboten worden, zunächst auf fünf Jahre mit der Option, um weitere fünf zu verlängern. Am vergangenen Montag dann sei der Stadtvorstand, am Dienstag der Ortsbeirat Hambach unterrichtet worden, jetzt folge die Information für die Bürger. „Ich fühle mich gut informiert“, fasste ein Anwohner der Andergasse nach gut zwei Stunden zusammen, „wenn wir alle mit anpacken, kriegen wir das hin.“ Zumal es eine sozusagen positive Konkurrenz mit Haardt gibt, wo seit über einem Jahr eine erste Gemeinschaftsunterkunft in der ehemaligen Fachklinik unterhalten wird. Denn ein weiterer Anwohner hatte zuvor an die Anwesenden appelliert: „Was Haardt geschafft hat, schafft Hambach doch wohl auch!“ (ahb) Info Wer sich engagieren will, kann sich an Ortsvorsteherin Gerda Bolz und jedes Ortsbeiratsmitglied wenden. Per E-Mail ist die Ortsverwaltung zu erreichen unter: ov-hambach@stadt-nw.de MEHR ZUM THEMA

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