Neustadt Vor allem Ersatzteile gefragt
Die Cinematographica zieht als internationale Filmbörse regelmäßig viele Liebhaber alter Filmkameras, Projektoren, Bearbeitungsgeräte und Filme an. Auch am Samstag gingen Besucher und Freunde der Filmtechnik in dem reichhaltigen Angebot der knapp 50 Aussteller in Deidesheim auf Schnäppchenjagd.
Sowohl Anbieter als auch Besucher kommen aus nah und fern, dieses Mal auch aus der Schweiz und dem Elsass. Gerade Ersatzteile für die alte Filmausrüstung seien sehr gefragt, erklärt Udo Uhrig vom Organisationsteam des Deutschen Film- und Fototechnik Museum in Deidesheim. Die Leute suchten gezielt nach einem Zwillingsgerät, welches dann als Ersatzteilspender für den eigenen Projektor oder die Kamera diene. Doch bieten auch viele Stände die noch funktionsfähigen Einzelteile aus ausgeschlachteten Altgeräten an. Ein überwältigendes Angebot gab es in der Deidesheimer Stadthalle an Filmen in jedem gängigen Format bis hin zu neuen DVDs. Durch die Auflösung der Landes- und Schulbildstellen, gab es insbesondere eine große Auswahl an Kinofilmen in 35-mm-Breite. Oft interessiert den Käufer nicht der eigentliche Film, sondern die Metallspulen und Lagerboxen. Dazu kamen noch die passenden Abspielgeräte, von den ersten Nachkriegsprojektoren von Bell and Howel über Siemens, Bauer, Elmo und Eiki. „Hier kann man die ganze Geschichte des Films nachverfolgen“, betont Udo Uhrig. Aus Alt mach Neu: auf die Möglichkeit, altes Filmmaterial zu digitalisieren, hat sich Heinz-Jürgen Löhr aus Ludwigsburg spezialisiert. Das Ergebnis ist beachtlich. Beim parallelem Ablauf des alten Films zum überarbeiteten Gegenstück, wird ersichtlich, was moderne Technik an Farbe und Schärfe bieten kann. Filme auf chemischer Basis büßen mit der Zeit an Qualität ein. Löhr digitalisiert die Schmalfilme in verschiedenen Qualitätsstufen und speichert diese auch DVD oder Blu-ray ab. Als Speichermedium ist aber auch eine externe Computer-Festplatte oder ein USB-Stick möglich. Die Bilder werden dabei einzeln abfotografiert und in einem Schnittprogramm wieder zu einem Film zusammengefügt. Dann entscheidet der Kunde, wie weit der Film zusätzlich überarbeitet werden soll. Ganz billig ist die Digitalisierung nicht. Die normale Aufnahme plus CD ohne Druck kommt auf rund 20 Euro. Für eine bedruckte DVD kommen elf Euro dazu. Jedoch können damit persönlich wertvolle Erinnerungen gerettet werden, so der Fachmann. Doch auch der analoge Film erfährt zurzeit eine kleine Renaissance. Jedenfalls lässt Kodak den Super-8-Film wieder aufleben. Im Herbst will das Unternehmen eine Super-8-Filmkamera auf den Markt bringen, die auch digitale Elemente enthält. So gibt es statt eines optischen Suchers ein klappbares Display zur Bildkontrolle. Weiter wird es auch wieder die passenden Filmkassetten samt Entwicklung geben. Die Organisatoren vom Deutschen Film- und Fototechnik Museum waren auch mit der Resonanz bei der etwas kleineren Fotobörse am 13. März in der Forster Felix-Christoph-Traberger-Halle zufrieden. „Sie verlief wider Erwarten sehr gut“, so Horst-Werner Kasch. (vnl)