Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel VG Deidesheim: Acht Männer und eine Frau kandidieren als Ortsbürgermeister

Glasfaser und schnelles Internet sind ein Thema unter anderem in Forst und Ruppertsberg. Foto: dpa
Glasfaser und schnelles Internet sind ein Thema unter anderem in Forst und Ruppertsberg.

Vor der Wahl: In den Gemeinden der Verbandsgemeinde Deidesheim stellen sich bis auf Meckenheim und Ruppertsberg alle amtierenden Ortsbürgermeister wieder zu Wahl. In einer Gemeinde gibt es nur einen Kandidaten. Unter allen Bewerbern ist lediglich eine Frau.

Acht Kandidaten und eine Kandidatin stellen sich am 26. Mai in den fünf Gemeinden der VG Deidesheim zur Wahl für das Amt des Bürgermeisters. Forst ist die einzige Gemeinde, in der sich nur ein Kandidat um das Amt des Ortschefs bewirbt: Dort tritt Bernhard Klein (CDU) erneut zur Wahl an. Er ist seit 2009 Ortsbürgermeister. Für ihn wäre es damit die dritte Amtszeit.

In den anderen Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde treten jeweils zwei Kandidaten gegeneinander an. In Deidesheim bewerben sich der bisherige Amtsinhaber Manfred Dörr (CDU) und Achim Schulze (SPD) um den Posten als Stadtchef. Dörr ist bereits seit 2004 Bürgermeister von Deidesheim. Er und Schulze waren schon bei der jüngsten Wahl im Jahr 2014 gegeneinander angetreten.

In Niederkirchen tritt Ortsbürgermeister Josef Seckinger (CDU) gegen Stefan Stähly (FWG) an. Seckinger ist seit zehn Jahren im Amt, für ihn wäre es die dritte Amtszeit. In Meckenheim stellen sich Kai Feil (CDU) und die einzige Frau in der Männerrunde, Julia Kren (FWG), zur Wahl. Die beiden Kandidaten treten erstmals an. Der amtierende Ortschef, Heiner Dopp (FWG), kandidiert nicht mehr. Er war 20 Jahre lang Bürgermeister in Meckenheim.

Auch in Ruppertsberg legt Ursula Knoll (CDU) nach 15 Jahren ihr Amt als Ortsbürgermeisterin nieder. Hier kandidieren nun Peter Benoit (CDU) und Heiner Weisbrodt, den die FWG unterstützt. Bei mehreren Kandidaten in einer Ortsgemeinde stellen wir sie in alphabetischer Reihenfolge vor.

Die Kandidaten für Deidesheim

Manfred Dörr (CDU):

„Es ist für mich eine besonders liebens- und lebenswerte Stadt“, sagt der 68-jährige Manfred Dörr (CDU) über Deidesheim. Er ist seit 2004 Bürgermeister: „Ich kann mir eine weitere Amtszeit gut vorstellen.“ Damit Deidesheim zukunftsfähig und lebenswert bleiben könne, brauche es Zusammenhalt und Solidarität in einer starken Verbandsgemeinde.

Dörr wolle sich für bezahlbaren Wohnraum einsetzen. Außerdem sei er zurzeit probeweise mit einem Elektro-Roller unterwegs. Wenn er gute Erfahrungen mache, könne er sich eine Ausleihstation in Deidesheim vorstellen. Aktuell stehe die energetische Sanierung vom Kindergarten und der Friedhofskapelle an. Ihm sei ein starkes und friedliches Europa wichtig. 1974 wurde Dörr für die Junge Union in den Stadtrat gewählt. Als 19-Jähriger engagierte er sich in der Jugendarbeit der Kolping-Familie und Jungen Union. Als Lehrer hat er unter anderem an der Deidesheimer Realschule plus unterrichtet.

Hans Joachim „Achim“ Schulze (SPD): Er wolle Deidesheim mit neuen Ideen voranbringen, sagt der 69-jährige Hans Joachim „Achim“ Schulze (SPD). Vorab hatte seine Fraktion eine Bürgerbefragung gestartet. „Wir wollten hören, was den Leuten unter den Nägeln brennt.“ Die größten Sorgen seien der Verkehr und die chaotische Parksituation. Schulze fordert ein Konzept, das die Interessen von Einwohnern, Tourismus und Gewerbe berücksichtigt. Zudem fordert er den Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln, Tempo-30-Zonen, Radwegen und Barrierefreiheit.

Er fühle sich Deidesheim verbunden. Deshalb zog es den Europäischen Gewerkschaftskoordinator 2008 zurück. Schulze ist Ortsvereinsvorsitzender und stellvertretender Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbands Deidesheim, seit 2010 im Stadtrat und seit 2014 im Verbandsgemeinderat. Er engagiert sich im Freundeskreis der ehemaligen Deidesheimer Synagoge und im Förderverein Altenzentrum St. Elisabeth. Er ist Mitglied im SWR-Rundfunkrat.

Der Kandidat für Forst

Bernhard Klein (CDU):

Der 64-jährige Bernhard Klein (CDU) ist seit 2009 Bürgermeister und kandidiert noch einmal. Es gebe einige Projekte, die er weiterbetreuen möchte. Dazu gehöre der Ausbau des Wachhäusels, die Glasfaserkabelverlegung und der Hotelbau am nördlichen Ortseingang. Beim Neubaugebiet „Im Schnepfenflug“ favorisiert er, dass junge, ortsansässige Familien beim Grundstücksverkauf berücksichtigt werden.

Forst solle ein lebendiges Dorf bleiben, in dem die Menschen gern leben, aber auch arbeiten können. Dafür müsse sich der Ort aber weiterentwickeln. Deshalb wolle er den Tourismus fördern. „Dabei müssen Ursprünglichkeit und Charme des Ortes gewahrt bleiben.“ Klein wuchs in Forst auf und studierte später Rechtswissenschaften. Schließlich zog es ihn mit seiner Familie zurück. „Forst hat mich gefunden, und ich habe Forst gefunden. Wir gehören zusammen.“ Als Schüler engagierte sich Klein in der Jungen Union und ist seit 1975 CDU-Mitglied.

Die Kandidaten für Meckenheim

Kai Feil (CDU):

Für den 38-jährigen Kai Feil (CDU) bedeutet das Bürgermeisteramt in Meckenheim neue Erfahrungen und interessante Begegnungen. Er wolle den Dialog beleben, um die besten Ideen für Meckenheim und die Verbandsgemeinde zu finden. Der Betriebswirt fordert ein besseres Miteinander zwischen den Parteien im Gemeinderat, Transparenz und eine stärkere Einbindung der Bürger. „Ich möchte zukunftsfähige Konzepte erarbeiten, die den ganzen Ort nachhaltig gestalten und nicht nur Stückwerk sind.“ Als Beispiel nennt Feil die Straßenbeleuchtung, den Verkehr und die Bebauung. Es müsse möglich sein, eine neue Grundschule, Kindergarten und altersgerechtes Wohnen so zu platzieren, dass beispielsweise das Mittagessen gemeinsam in einer Art Mensa angeboten werden kann.

Feil ist von Kindergartenalter an in Meckenheim verwurzelt und führt mit seiner Familie den Obstbaubetrieb der Großeltern weiter. 2013 wurde er CDU-Mitglied, drei Jahre später Mitglied im Gemeinderat.

Julia Kren (FWG): Als Ortsbürgermeisterin wolle sie Meckenheim in eine erfolgreiche Zukunft führen, sagt die 30-jährige Julia Kren (FWG). Dabei wolle sie ihre Entscheidungen nachhaltig treffen. „Wir müssen mit den vorhandenen Ressourcen sorgsam umgehen, um das Leben für die jetzige Generation lebenswerter zu gestalten und für zukünftige Generationen zu erhalten.“

Verbraucherfreundliche PreiseIn Meckenheim stünden große bauliche Projekte an: das Neubaugebiet M7 und der Umbau des Anwesens Thum. Außerdem wolle sie sich für verbraucherfreundliche Preise für Strom und Gas beim Energie-Werk einsetzen. „Meiner Heimatgemeinde fühle ich mich sehr verbunden“, sagt die Weinbetriebswirtschafterin. Nach mehreren Jahren in einem Weingut in Rheinhessen arbeitet sie seit April in der Weinvermarktung in Forst. 2014/2015 war sie Weinprinzessin der VG Deidesheim, ein Jahr später Pfälzische Weinkönigin. Seit ihrer Jugend spielt sie Saxofon im Blasorchester Meckenheim.

Die Kandidaten für Niederkirchen

Josef Seckinger (CDU):

Der 53-jährige Josef Seckinger (CDU) kandidiert erneut für das Bürgermeisteramt in Niederkirchen. 2009 gewann er die Wahl auf Anhieb, ohne vorher ein politisches Amt ausgeübt zu haben. „Ich möchte, dass Niederkirchen ein lebendiger Ort bleibt.“ Dafür müsse sich die Gemeinde weiterentwickeln. Es müsse bezahlbare Bauplätze für junge Familien geben und es müssten weitere Gewerbebetriebe angesiedelt werden. Zukunftsweisend sei das Betreuungsangebot des Kindergartens und die Grundschul-Modernisierung. Zudem stehe das Bauprojekt „Barrierefreies Wohnen und Pflege“ für Ältere an. „Mir ist wichtig, dass alle Generationen in Niederkirchen gut leben können.“ Die Verkehrsberuhigung der Hauptstraße sei eine weitere wichtige Aufgabe.

Seit 1995 ist der Gebäudetechnikingenieur Parteimitglied in der CDU. Neben seinem Beruf bewirtschaftet er, zusammen mit seinen Söhnen, die familieneigenen Weinberge und engagiert sich im Deidesheimer Museum für Weinkultur.

Stefan Stähly (FWG): „Ich bin gerne bereit, als Bürgermeister einen Tag meiner Arbeitszeit zugunsten unseres Dorfes zu reduzieren“, sagt der 42-jährige Stefan Stähly (FWG). Der Bankbetriebswirt wünscht sich Niederkirchen als Ort, in dem die Menschen gern leben und wo sie den Zusammenhalt spüren. Dabei sollen Themen wie Kindergarten, Dorf- und Gebäudeentwicklung, Straßenausbau sowie kulturelles und soziales Leben frei von Parteiinteresse angegangen werden. Er wolle eine zeitgemäße Infrastruktur fördern und Traditionelles mit Modernem verbinden. Für jede Altersgruppe und für alle Interessen solle es Angebote geben.

„Meinem Heimatort fühle ich mich stark verbunden“, sagt Stähly. In seiner Jugend engagierte er sich in Vereinen und in der Kirche. Mit 22 Jahren wurde er 1999 in den Gemeinderat gewählt. Seit 2016 ist er Fraktionsvorsitzender der FWG Niederkirchen. Er wirkt im Haupt- und Finanzausschuss sowie im Rechnungsprüfungsausschuss mit. Seine Freizeit verbringt Stähly gerne in der Natur.

Die Kandidaten für Ruppertsberg

Peter Benoit (CDU):

„Ich will die positiven Entwicklungen unseres Dorfes mit allen Mitgliedern des Gemeinderates und engagierten Ruppertsbergern fortführen“, sagt der 44-jährige Peter Benoit (CDU), der zum ersten Mal als Bürgermeister in Ruppertsberg kandidiert. Handlungspotenzial sieht der Chemielaborant in der Sicherung von Finanzen und Vermögen sowie in der Weiterentwicklung der dörflichen Infrastruktur. „Ich möchte unsere lebendige Dorfgemeinschaft weiter stärken und insbesondere unsere Jugend und unser vielfältiges Vereinsleben unterstützen.“

Darüber hinaus wolle er sich für die Verbandsgemeinde einsetzen. „Wir erwarten von den Politikern in der EU, dass sie zusammenarbeiten. Ich sehe es als eine Herausforderung, dies bereits auf unserer Ebene umzusetzen.“ Peter Benoit ist in Ruppertsberg aufgewachsen und engagiert sich in der katholischen Kirche und im Fußballverein. 1999 trat er in die CDU ein. Im selben Jahr wurde er in den Gemeinderat gewählt.

Heiner Weisbrodt (unterstützt von FWG): „Ich bin bereit, für unsere Gemeinde Verantwortung zu übernehmen“, sagt der 64-jährige Heiner Weisbrodt, der von der FWG unterstützt wird. Der selbstständige Architekt wolle zum Erhalt und zur Verbesserung eines lebenswerten Ruppertsberg beitragen. „Die finanzielle Ausstattung der Gemeinden durch Bund und Land ist völlig unzureichend“, sagt Weisbrodt.

Die Digitalisierung und schnelles Internet seien Voraussetzungen für gewerbliche Attraktivität und wichtig, um Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten. Außerdem wolle er sich für einen verbesserten Nahverkehr einsetzen. Er wünsche sich weitere Angebote für Alt und Jung. Zudem brauche Ruppertsberg ein neues Friedhofskonzept. Weisbrodt ist seit 2004 für die FWG Mitglied im Gemeinderat und Verbandsgemeinderat. Ehrenamtlich engagiert er sich in der Blaskapelle und bei den Partnerschaften mit Courpière und Höchstätt. Er ist Gründungsmitglied des Fördervereins „Teehaus Ruppertsberg“.

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