Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Traditionsbetrieb Krastel schließt nach 126 Jahren

 Heike Hanewinckel (links),Thorsten Wenzel, Susanne Krastel-Schneider undAngelina Hartmann (rechts) am Grabpflegefahrzeug der Fi
Heike Hanewinckel (links),Thorsten Wenzel, Susanne Krastel-Schneider undAngelina Hartmann (rechts) am Grabpflegefahrzeug der Firma.

Die Neustadter Firma „Krastel – Gartenbau, Blumen und Floristik“ schließt nach 126 Jahren. Susanne Krastel-Schneider gibt die Grabpflege ab.

Mit Susanne Krastel-Schneider geht eine lange Tradition zu Ende: Für den Familienbetrieb „Krastel – Gartenbau, Blumen und Floristik“ gibt es keinen Nachfolger. Das 1900 gegründete Unternehmen wird aufgegeben.

Für die Grabpflege hat Krastel-Schneider jedoch vorgesorgt. Die Betreuung von rund 360 Gräbern in Neustadt, Edenkoben, St. Martin und Freimersheim übernimmt künftig das Blumenhaus Jean Kullmann aus Ludwigshafen. Die offizielle Übernahme erfolgt zum 1. Juli, bereits jetzt läuft ein fließender Übergang, wie Miteigentümer Thorsten Wenzel mitteilt.

Die Kunden werden derzeit angeschrieben, um ihre Zustimmung zur Weiterführung der Grabpflege einzuholen. Die bisherigen Konditionen bleiben zunächst bestehen. Für den Standort Neustadt wurden eigene Kontaktmöglichkeiten eingerichtet.

Kullmann übernimmt die Grabpflege

Die Blumenwerkstatt in der Grainstraße schließt Mitte Mai, letzter Öffnungstag ist der 9. Mai, also der Muttertag. Das Ladengeschäft wird aufgegeben, das Gebäude bleibt jedoch als Lager- und Sozialraum erhalten. Der Abverkauf von Keramik, Dekoration und einzelnen Pflanzen läuft bereits, Schnittblumen sind davon ausgenommen. Gutscheine können noch bis zum 9. Mai eingelöst werden.

Das Blumenhaus Jean Kullmann, gegründet 1896, betreut bislang rund 900 Gräber. Mit der Übernahme erweitert das Unternehmen sein Angebot und übernimmt auch die beiden für die Grabpflege zuständigen Mitarbeiterinnen. Es ist die dritte Firmenübernahme der Unternehmensgeschichte – erstmals verbunden mit einem eigenen Standort.

Krastel-Schneider, die sich stets als Handwerkerin verstand, sieht ihre Arbeit in der „Erforschung und Darbietung der Flora“. Damit steht sie in einer langen Familientradition: Ihr Urgroßvater Jakob Hall gründete den Betrieb im Jahr 1900 zunächst als Gärtnerei zur Versorgung der Bevölkerung mit Gemüsepflanzen.

Besondere Verbindung zum Blumenhaus Kullmann

Auch in Kriegszeiten blieb die Versorgung wichtig. Später entwickelte sich der Betrieb weiter: Nach der Übernahme durch die nächste Generation verlagerte sich der Schwerpunkt auf Zierpflanzen, Schnittblumen und Grabpflege. Mit dem Wirtschaftswunder gewann der kreative Blumenschmuck zunehmend an Bedeutung.

In dritter Generation baute Hans-Jakob Krastel den Betrieb zwischen 1969 und 1972 grundlegend aus. Susanne Krastel-Schneider lernte das Handwerk wie ihre Vorgänger von Grund auf und qualifizierte sich zusätzlich zur Floristtechnikerin in Weihenstephan.

Eine besondere Verbindung besteht zum Blumenhaus Kullmann: Krastel-Schneider absolvierte dort Teile ihrer Ausbildung, Wenzels Mutter war ihre Ausbilderin. Auch später arbeiteten beide als IHK-Prüfer zusammen. Diese langjährige Zusammenarbeit erleichterte die Übergabe der Grabpflege.

Info

Kontaktadresse der Firma Jean Kullmann für Neustadt: neustadt@blumenhaus-kullmann.de und Telefon 0621 5916556.

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