Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Tötungsdelikt: Tatverdächtiger und Opfer kannten sich

Die Leiche wurde in einem Mehrfamilienhaus in der Straße Zum Ordenswald gefunden.
Die Leiche wurde in einem Mehrfamilienhaus in der Straße Zum Ordenswald gefunden.

Ein tragischer Fall erschüttert Mußbach. Im Neustadter Weindorf ist am Sonntagabend eine Leiche im Keller eines Mehrfamilienhauses gefunden worden. Derweil liegt das Ergebnis der Obduktion vor.

Dienstagvormittag in Mußbach: Im Neustadter Weindorf nehmen die Dinge ihren Lauf. An einem für Mitte Februar ungewöhnlich sonnigen Tag. Das Wetter lockt die Menschen nach draußen. Zumindest jene Bürger, die frei haben oder im Homeoffice tätig sind und sich draußen die Beine vertreten wollen. Wie sich herausstellt, haben viele Dorfbewohner gar nicht oder nur am Rande von dem tragischen Fall mitbekommen, der sich in einem Mehrfamilienhaus in der Straße Zum Ordenswald ereignet hat.

Von der RHEINPFALZ darauf angesprochen, dass am Sonntagabend im Keller des Gebäudes eine Leiche gefunden wurde, winken viele ab. „Das ist mir neu“ oder „Ich habe nur gehört, dass etwas Schlimmes vorgefallen ist“ lauten die Antworten. Für Ortsvorsteher Dirk Herber (CDU) ist das nicht überraschend. Wenn es in solch einem kleinen Ort ein Tötungsdelikt gegeben haben soll, von dem die Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium Rheinpfalz derzeit ausgehen, würde das gewöhnlich schnell die Runde machen. „Es wäre auf jeden Fall ein Gesprächsthema, ob beim Bäcker, Friseur oder im Supermarkt.“

Anrufe von besorgten Bürgern bleiben aus

Doch im Lockdown seien die Menschen nicht so oft unterwegs wie sonst, zudem hätten Einzelhändler und Gastronomen noch geschlossen, auch würden die Bürger nicht mehr so lange auf Plätzen und in übrigen Geschäften verweilen und sich über das Dorfgeschehen austauschen. Dies führt der Christdemokrat mit als Grund an, wieso er selbst am zweiten Tag nach dem Leichenfund noch nicht kontaktiert worden ist, weder von besorgten Mußbachern noch von Pressevertretern.

Wie die Staatsanwaltschaft Frankenthal und das Polizeipräsidium mitteilen, handelt es sich bei der Verstorbenen um eine 50-Jährige. Gefunden wurde die Frau im Keller eines Mehrfamilienhauses, in dem sie wohnte. Das Opfer war bereits seit einigen Tagen vermisst gewesen, hieß es am Montag in der gemeinsamen Presseerklärung. Darin wurde auch mitgeteilt, dass nach intensiver Fahndung ein Tatverdächtiger gefunden wurde.

Tatverdächtiger schweigt

Es handelt sich um einen 49-Jährigen. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft, zu der Tat habe er sich bislang nicht geäußert. Der Haftrichter erließ Haftbefehl wegen Totschlags. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich der Tatverdächtige und das Opfer kannten. Unter anderem aus ermittlungstaktischen Gründen könnten vorerst keine näheren Angaben zu den Betroffenen gemacht werden. Nach RHEINPFALZ-Informationen handelt es sich bei der Verstorbenen um eine Zugezogene.

Inzwischen steht die Todesursache fest. Die Frau ist in Folge einer Schädelverletzung gestorben. Im Obduktionsbericht sprechen Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium von einem „zentralen Regulationsversagen hervorgerufen durch eine Zertrümmerung des Schädels“. Heißt in anderen Worten: Die Frau wurde so schwer am Kopf verletzt, dass bei ihr die lebenswichtigen Körperfunktionen versagt haben.

Was derzeit noch unklar ist

Wie die Staatsanwaltschaft Frankenthal gegenüber der RHEINPFALZ mitteilt, stehe man erst am Anfang der Ermittlungen. Es müssten unter anderem Spuren ausgewertet beziehungsweise gesichert werden. „Wir wissen auch noch nicht, wann die Frau genau gestorben ist.“ Die Staatsanwaltschaft geht derweil davon aus, dass Fund- und Tatort im selben Haus sind. Den restlichen Bewohnern des Gebäudes ist laut Polizei eine psychologische Notfallbetreuung angeboten worden.

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