Lambrecht RHEINPFALZ Plus Artikel Streit um Neubau: Ist der Kita-Bedarf geringer als gedacht?

Derzeit wird ein Teil der Kita-Kinder im Gemeinschaftshaus betreut.
Derzeit wird ein Teil der Kita-Kinder im Gemeinschaftshaus betreut.

Dass in Lambrecht Kita-Plätze f ehlen, steht fest. Doch wie viele genau? Vor einem Jahr war von 56 Plätzen die Rede, jetzt aber nennt der Kreis eine andere Zahl.

Der Bedarf an Plätzen in Kindertagesstätten in Lambrecht ist anscheinend deutlich geringer, als das Jugendamt der Kreisverwaltung Bad Dürkheim bisher vermutet hat. Wie Bürgermeister Andreas Ohler (CDU) in der jüngsten Sitzung des Stadtrats sagte, geht man derzeit von einem Fehlbedarf von 13 Plätzen aus. Vor einem Jahr hatte das Jugendamt mitgeteilt, dass laut Kindertagesstättenbedarfsplanung 56 Plätze fehlen und gefordert, dass die Stadt unverzüglich für ausreichend Plätze sorgt.

Seit 2018 wird in Lambrecht über eine Erhöhung der Anzahl der Kindertagesstättenplätze diskutiert, dabei waren mehrfach in relativ kurzen zeitlichen Abständen vom Jugendamt unterschiedliche Zahlen genannt worden. Nach der Aufforderung der Kreisverwaltung im vergangenen Jahr hat der Stadtrat beschlossen, dass auf dem Gelände des Wohnmobilstell- und des Bouleplatzes beim Gemeinschaftshaus ein neuer Kindergarten gebaut wird. Die Anzahl an Betreuungsplätzen, die in der Einrichtung vorgesehen ist, soll drei Gruppen entsprechen. Im Kindertagesstättengesetz von Rheinland-Pfalz sind Gruppen nicht mehr vorgesehen. Die Kosten für den Bau sind auf etwa 3,8 Millionen Euro veranschlagt.

Baugenehmigung „in den nächsten Tagen“

„Wir sind weit davon entfernt, dass wir dreigruppig bauen müssen“, verdeutlichte Ohler in der Ratssitzung. Die Beigeordnete Tanja Bundenthal-Beck (FWG) sagte nichts zum Thema Änderung des geplanten Baus. Sie gehe davon aus, dass die bei der Kreisverwaltung beantragte Baugenehmigung „in den nächsten Tagen“ eintreffen wird. Danach solle unmittelbar mit der Ausschreibung der Arbeiten begonnen werden. Auf telefonische Nachfrage sagte Bundenthal-Beck, dass erst einmal die Baugenehmigung abgewartet werden soll. Danach könne man eventuell noch einmal über die Größe des Neubaus sprechen. Doch müsse man auch sehen, dass in einiger Zeit der Bedarf an Plätzen wieder sehr viel höher sein könne. Ohler dagegen unterstrich in der Ratssitzung: „Wir sollten uns Gedanken machen, wie groß wir bauen.“ Auf RHEINPFALZ-Anfrage sagte er, er halte es für falsch am Bau einer dreigruppigen Einrichtung festzuhalten.

„Es ist ein Witz, dass wir auf Druck der Kreisverwaltung auf der Grundlage von Wahrsagereien so viel Geld ausgeben müssen. Das sind Millionen, die da versenkt werden“, kritisierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Maximilian Henrich. Angesichts des defizitären Haushalts seien der Stadt notwendige Investitionen nicht möglich, überall müsse gespart werden, bei dem Neubau müsse dagegen unnötig Geld ausgegeben werden. FWG-Fraktionssprecherin Christine Klein berichtete, dass sie sich erkundigt habe, die Kreisverwaltung werde den zugesagten Zuschuss zu dem Neubau nicht zurückfordern, wenn eine zu große Einrichtung gebaut würde.

Provisorium für 25 Kinder

Im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat außerdem beschlossen, auf dem Tuchmacherplatz ein Container-Provisorium aufzustellen, bis der Neubau fertig ist. Das Provisorium soll nach Angaben von Bundenthal-Beck kleiner werden als bisher geplant und erst einmal nur Platz für 25 Kinder bieten. Bei Bedarf könnten kurzfristig weitere Container aufgestellt werden. Wie Bundenthal-Beck sagte, liegt für das Provisorium die Baugenehmigung vor. Die Arbeiten seien ausgeschrieben worden, es seien Angebote eingegangen, die derzeit geprüft würden.

Laut Ohler sollen die 22 Kinder, die derzeit im eingruppigen Provisorium Mullewapp im Gemeinschaftshaus untergebracht sind, in die Container umziehen, sobald diese stehen. Die Erzieherinnen der Kindertagesstätte Rappelkiste, zu der Mullewapp gehört, haben in der Vergangenheit Unmut über die Bedingungen im Gemeinschaftshaus geäußert.

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