Neustadt Sternekoch: Kein Beruf, eine Berufung

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„Im Rausch der Sterne“ heißt ein aktueller Kinofilm mit Starbesetzung. Bradley Cooper spielt einen leidenschaftlichen Sternekoch, den sein Ehrgeiz in die Drogensucht führt. Durch sein exzessives Leben verliert er seinen Job in Paris und nimmt drei Jahre später in London einen Neuanlauf auf der Jagd nach einem dritten Michelin-Stern. Benjamin Pfeifer, Koch des Restaurants Urgestein im Steinhäuser Hof, hat auch einen Michelin-Stern. Hat er sich in Bradley Cooper wiedererkannt?

Herr Pfeifer, wie hat Ihnen „Im Rausch der Sterne gefallen“?

Richtig gut. Es hat mir viel Spaß gemacht. Es gibt Szenen, die sind sehr authentisch, es wird an anderen Stellen aber auch überzeichnet. Aber so ist das im Kino eben. Was ist denn realistisch? Natürlich sind wir alle vom Erfolg besessen, werden zu Cholerikern und nehmen Drogen. Nein, Spaß bei Seite. Wenn man auf einem solchen Niveau kocht, dann ist das kein Beruf, sondern eine Berufung. Und natürlich ist das dann auch mal mit viel Konzentration und Leistungsdruck verbunden. Das ist eher eine professionelle Arbeitsatmosphäre. Was war noch überzeichnet? Die Szene, in der Bradley Cooper sein Personal auffordert, sich bei einem Steinbutt für die schlechte Zubereitung zu bedanken. Die hat wahrscheinlich der britische Star-Koch Gordon Ramsay vorgeschlagen. Er soll die Filmemacher beraten haben. Im Film ist ein Paar zu sehen, das absichtlich eine Gabel auf den Boden legt, um die Reaktion des Personals zu testen. In der Küche bricht dann sofort hektische Betriebsamkeit aus, weil gemutmaßt wird, dass es sich dabei um die anonymen Michelin-Tester handelt? Auch aus dem richtigen Leben gegriffen? Ein klares Nein. Das sind ganz professionelle Leute, die solche Tricks nicht nötig haben. Aber dass wir in der Küche nervös werden, wenn ein einzelner Herr einen fachkundigen Eindruck macht, kann ich sehr wohl bestätigen. Die Situation stellt sich öfter ein. Haben Sie mal einen Tester erkannt? Er hat sich bei uns nach dem Essen selbst vorgestellt und ein Gespräch mit mir geführt. Die Tester sollen ja aber bis zu dreimal kommen. Ich weiß nicht, wann sie noch da waren. Am 10. Januar habe ich bei Michelin in Karlsruhe einen Termin mit dem Verantwortlichen des Verlags. Mich interessiert deren Vorgehensweise auch. Im Film läuft Bradley Cooper durch Streetfood-Märkte und kostet ganz viel. Machen Sie das auch? Ja, klar, das gehört dazu. So wähle ich immer auch mein Urlaubsziel. Im neuen Jahr geht es nach Thailand. Natürlich will ich dort die Küche und exotische Zutaten kennenlernen. Im Film gibt es auch einen Kult um die Messer der Sterneköche. Kennen Sie das auch? Das wird nicht so extrem gelebt, aber es ist schon korrekt. Die Messer eines Sternekochs sind für andere unantastbar. Das hat aber auch funktionale Gründe. Jeder hat einen individuellen Handgriff am Messerschaft. Die Klinge verzieht sich, wenn sie durch wechselnde Hände geht.

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