Lambrecht RHEINPFALZ Plus Artikel Starlink für Feuerwehr sorgt für Diskussion in Lambrecht

Eine Starlink-Antenne.
Eine Starlink-Antenne.

Starlink soll die Internetversorgung der Feuerwehr sichern – auch bei Stromausfällen. Im Lambrechter Rat gab es Kritik, dennoch stimmte eine Mehrheit für die Anschaffung.

Die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Lambrecht wollen für ihre Internetanschlüsse künftig Starlink nutzen, ein Satellitennetzwerk des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX. Im Verbandsgemeinderat gab es jedoch Bedenken, da SpaceX zum Imperium des amerikanischen Tech-Milliardärs Elon Musk gehört.

Die für die Nutzung erforderlichen Terminals sollen in den acht Feuerwehrhäusern der Verbandsgemeinde sowie im Gebäude der Verbandsgemeindeverwaltung und in der Kläranlage installiert werden, teilten Verbandsbürgermeister Gernot Kuhn (CDU) und Wehrleiter Frank Flockerzi mit. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf knapp 6300 Euro, hinzu kommen jährliche Gebühren von rund 6000 Euro. Ein Teil davon könne durch die Kündigung bestehender Internetanschlüsse kompensiert werden, so Kuhn. In Lambrecht selbst sei das allerdings voraussichtlich nicht möglich.

Funktioniert auch bei Stromausfällen

Achim Lattrell (BSW) fragte nach dem Vorteil von Starlink gegenüber einem Glasfaseranschluss. Flockerzi erklärte, das System funktioniere auch bei Stromausfällen. Zwar verfügten alle Feuerwehrhäuser und das Verwaltungsgebäude über Notstromaggregate, doch stelle eine unabhängige Internetverbindung einen zusätzlichen Baustein für den Katastrophenschutz dar. Die Feuerwehrhäuser seien im Ernstfall Anlaufstellen für die Bevölkerung, der erzeugte Strom werde unter anderem für Wärme und Verpflegung benötigt. „Zu Starlink gibt es keine Alternative“, sagte Kuhn.

Mehrere Ratsmitglieder äußerten dennoch Bedenken, insbesondere beim Datenschutz. René Löwe (Grüne) kritisierte, man könne keinem Unternehmen Geld geben, dessen Besitzer „die Demokratie zersetzt“.

Da die Maßnahme Teil des Katastrophenschutzes ist, für den der Landkreis Bad Dürkheim zuständig ist, wurde aus dem Rat die Frage gestellt, warum dieser die Kosten nicht übernimmt. „Wir haben nicht gefragt“, räumte Kuhn ein.

Unter der Voraussetzung, den Landkreis zur Kostenübernahme aufzufordern, stimmte der Rat der Anschaffung mehrheitlich zu. Drei Mitglieder votierten dagegen, drei enthielten sich.

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