Meinung Stadthalle: Braucht Deidesheim wirklich einen so großen Veranstaltungsraum?
Im großen Saal der Deidesheimer Stadthalle ist der Vorhang endgültig gefallen, bei den übrigen Bereichen (kleiner Saal und Bistro) ist die Zukunft ungewiss. Über die Zukunftsfähigkeit der Halle wird schon lange diskutiert, Anfang Dezember ist nun die Entscheidung gefallen – unter Druck, denn der technische Zustand der Halle macht einen Weiterbetrieb unmöglich.
Der Zeitpunkt war freilich für die Betroffenen maximal unglücklich. Das Boulevardtheater hatte seine Hauptsaison mit etlichen bereits ausverkauften großen Veranstaltungen vor sich, der Karnevalclub die Fasnachtskampagne. Mit großen Anstrengungen ist dann für das Boulevardtheater eine Lösung gefunden worden, während dem Karnevalclub nichts übrig blieb, als seine Veranstaltungen abzusagen. Verständlich, dass die Enttäuschung riesengroß ist, monatelange ehrenamtliche Arbeit war umsonst.
Nun müssen die Nutzer der Halle nach neuen Wegen suchen, und der Rat muss entscheiden, wie es weitergehen soll. Da wird es auch um die Frage gehen, ob die Stadt Deidesheim wirklich einen so großen Veranstaltungsraum wie den in der Stadthalle vorhalten muss. Und ob ein solcher Raum in einem Städtchen wie Deidesheim überhaupt wirtschaftlich zu betreiben ist.
Fragen, auf die derzeit nicht nur Deidesheim eine Antwort sucht. Sie stellen sich beispielsweise auch in Wachenheim oder Lambrecht. Viele Hallen oder Gemeinschaftshäuser stammen eben aus Zeiten, in denen der Energiebedarf keine große Rolle spielte und die Brandschutzauflagen deutlich niedriger waren als heute.
