Neustadt
Stadt einen grünen Kompass gegeben: Beigeordnete Waltraud Blarr verabschiedet sich
Zum Neujahrsempfang luden die Grünen für vergangenen Sonntag in das Kelterhaus der Weinbiet Manufaktur in Neustadt-Mußbach ein. Kurz vor der Landtagswahl am 22. März nahm der Direktkandidat für Neustadt/Haßloch/Deidesheim, Dirk Schrader, die Gelegenheit wahr, um bei den Mitgliedern um Unterstützung im Wahlkampf zu bitten.
Hochrangige Politikerinnen aus den eigenen Reihen wie die Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Eder, sowie Misbah Khan, Mitglied des Bundestags, und Jutta Paulus, die für die Grünen im Europäischen Parlament tätig ist, sprachen über Herausforderungen und Schwerpunkte grüner Politik und gaben politische Ausblicke. Klimaschutz und Demokratie gehörten zu den zentralen Themen, aber auch Bildung, bezahlbares Leben sowie Schutz der Engagierten und die Rückgewinnung von Vertrauen.
Nicht immer den einfachen Weg gegangen
Doch die Veranstaltung begann nicht mit dem Wahlkampf, sondern mit der Ehrung von Waltraud Blarr, die im vergangenen September nach elf Jahren als Beigeordnete der Stadt Neustadt in den Ruhestand gegangen war. Blarr war zunächst ehrenamtlich und die vorigen acht Jahre hauptamtlich im Stadtvorstand tätig. Die Lachen-Speyerdorferin übernahm 2017 die Position der Ersten Beigeordneten. Sie habe Neustadt geprägt und verändert, bekräftigte Kreisvorsitzender Achim Burschäpers. Blarr sei die erste grüne Beigeordnete Neustadts gewesen, die der Stadt den grünen Kompass gegeben habe. Sie sei nicht immer den einfachen, sondern den richtigen Weg gegangen.
In ihre Zeit fielen unter anderem Projekte wie die Vorbereitung des Neustadter Hochwasserschutzes und der Grünzug Wallgasse. „Sie hat sich für Familien, ältere Menschen und jene stark gemacht, die keine Lobby haben“, hob er hervor. Sie lebte die grüne DNA, hörte zu, moderierte und diskutierte. Blarr habe die „lange Linie“ gelebt, und Strukturen angestoßen, die in die Zukunft reichten. Sinnbildlich habe sie Bäume gepflanzt, deren Früchte später andere ernten würden, so Burschäpers in seiner Laudatio. Ihre Spuren seien sichtbar, auch über Grenzen hinaus. Er nannte Blarr unprätentiös, mal laut, mal leise. Eder, die selbst einmal Beigeordnete war, habe immer sehr gern mit Blarr zusammengearbeitet. Sie sei stets in die Tiefe einer Fragestellung eingedrungen. „Sie hat mich oft mit Fragen überrascht, deren Antworten auch ich erst finden musste“, sagte die Spitzenkandidatin der Grünen.
Ergriffen von den Worten der Redner
Blarr war sichtlich ergriffen von der Rede. „Ich habe über mich sehr viel erfahren, was ich bis dahin noch gar nicht wusste“, sagte sie mit trockenem Humor, der ihr nachgesagt wird. Blarr, die seit mehr als 25 Jahre aktiv in der Politik engagiert ist, blickt auf eine große Unterstützung ihrer Tätigkeit zurück. Das sei nicht selbstverständlich, sagte sie während des Empfangs.
Sie lobte „den Rückenwind“ aus Mainz und die guten Kontakte zum Landesministerium.