Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Schikanen sollen Raser bremsen

Hat sich bewährt: die Verkehrsberuhigung in Geinsheim.
Hat sich bewährt: die Verkehrsberuhigung in Geinsheim.

Der Neustadter Stadtrat will Rasern das Leben schwer machen: Daher sollen Temposünder künftig nicht nur konsequent geblitzt werden, zusätzlich sollen einige Straßen mit Schikanen ausgestattet werden.

In Geinsheim wurden mit solchen Schikanen gute Erfahrungen gemacht. Ortsvorsteherin Sabine Kaufmann (FWG) berichtete vor wenigen Wochen gegenüber der RHEINPFALZ, dass die im Weindorf eingesetzten Verschwenkungsanlagen auf den Hauptstraßen geholfen hätten, dass weniger gerast wird. Clemens Stahler, in Geinsheim wohnender CDU-Fraktionsvorsitzender, hat das Thema am Dienstagabend nun auch im Stadtrat vorgebracht – und ist auf einhellige Zustimmung gestoßen.

Stahler lobt, dass die Stadt ab Mitte 2022 in Eigenregie die Überwachung des fließenden Verkehrs übernehmen wird. Dies sei ein Beitrag zur „Verkehrsberuhigung in der Kernstadt und in den Weindörfern“. Nun möchte Stahler mit dem CDU-Antrag einen Schritt weitergehen: Noch effizienter als das Blitzen sei es, durch bauliche Veränderungen dafür zu sorgen, dass Raser gar keine Chance haben. Er denkt dabei unter anderem an Querschnittseinengungen oder Schikanen/Verschwenkungen. Der Verkehr werde an solchen Stellen abgebremst, wovon alle Anwohner profitierten. In einem ersten Schritt werden für das Ansinnen nun 150.000 Euro im Haushalt eingeplant. Stahler ist bewusst, dass damit noch nicht viele Projekte umgesetzt werden könnten. Aber es gehe ihm um ein politisches Zeichen, daher solle auch in den Folgejahren dieselbe Summe für verkehrsberuhigende Maßnahmen eingeplant werden.

„Nicht abwimmeln lassen“

Bau- und Verkehrsdezernent Bernhard Adams machte gleich deutlich: „Ich habe mit dem Antrag kein Problem.“ Zugleich bat er alle im Stadtrat um Hinweise, „wo zu schnell gefahren wird“, damit die Verwaltung diese Stellen aufnehmen und dort dann reagieren könne. Rainer Grun-Marquardt begrüßte für die Grünen den CDU-Antrag: „Das Thema bewegt uns alle.“ Er hatte auch gleich einen Vorschlag, wo eine Verschwenkung sinnvoll sei: in der Theodor-Heuss-Straße in Lachen-Speyerdorf. Da sich das Pilotprojekt in Geinsheim bewährt habe, sei es sinnvoll, im gesamten Stadtgebiet weitere Einschränkungen auf Straßen vorzunehmen

Matthias Frey (FDP) sah ebenfalls Handlungsbedarf: „Es gibt genügend breite Straßen in Neustadt, auf denen zu schnell gefahren wird.“ Als weiteres Beispiel nannte er neben der Theodor-Heuss-Straße und den Ortseingängen die Neubergstraße in Königsbach. Frey forderte die Stadtverwaltung auf, bei diesem Thema hartnäckig und konsequent zu bleiben und sich auch vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) „nicht abwimmeln“ zu lassen. Er verwies auf den Ortseingang in Neidenfels, wo es vor den Straßenbauarbeiten eine Schikane gab, um die Geschwindigkeit des Durchgangsverkehrs zu reduzieren.

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