Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Schausteller bekommen keine festen Plätze in der Stadt

Wann es wieder Süßwaren vom Stand gibt, ist unklar.
Wann es wieder Süßwaren vom Stand gibt, ist unklar.

Die Stadt Neustadt will sich Schaustellern gegenüber offen zeigen, die ihre Stände im Stadtgebiet aufstellen wollen, solange keine öffentlichen Feste stattfinden. Feste Stellplätze, wie von der SPD-Fraktion gefordert, sind laut Verwaltung jedoch nicht möglich.

Es sei unstrittig, dass die Schausteller mit am meisten unter der Pandemie leiden, sagte SPD-Fraktionssprecher Pascal Bender in der Onlinesitzung des Stadtrats am Dienstag. Fraktionskollege Andreas Böhringer forderte, sich heute schon damit zu befassen, sollten im September wieder Veranstaltungen möglich sein. Ihre Fraktion hatte beantragt, in Neustadt ansässigen oder dort regelmäßig tätigen Schaustellern feste Plätze für ihre Buden in der Stadt zuzuweisen. Zumindest so lange, bis die Pandemielage wieder Feste zulässt. Zwar hätten zwei Schausteller der RHEINPFALZ gesagt, dass dies nicht lukrativ sei. „Nichtsdestotrotz sollten wir mit ihnen etwas gemeinsam auf die Beine stellen, um eine Lösung zu finden“, so Bender.

Oberbürgermeister Marc Weigel hält dieses Ansinnen für nachvollziehbar und richtig. Bereits 2020 habe man über die Tourist, Kongress und Saalbau GmbH (TKS) den Schaustellern Angebote gemacht, wie beim Weingarten vor dem Saalbau. Es spreche nichts dagegen, wenn ein solcher Betrieb seinen Stand in der Stadt aufstellen wolle. Dazu müsse eine Sondernutzung beziehungsweise ein Gestattungsvertrag bei der Verwaltung beantragt werden: „Das würden wir grundsätzlich wohlwollend und positiv prüfen.“

Nicht alle Flächen geeignet

Jedoch dürften die Stände nach aktuellen Corona-Regeln nur einzeln stehen, um einen Festcharakter zu vermeiden. „Das ist auch einer der Gründe, weshalb das nicht von allen als lukrativ und attraktiv empfunden wird. Denn die Stände leben vom Mix, wenn sie zusammenstehen können.“ Und es brauche ein Hygienekonzept.

Und nicht alle Flächen seien geeignet, da die Rettungswege frei gehalten werden müssen. Wo ein Stand hinpasst, müsse im Einzelfall geprüft werden. Weigel äußerte auch Bedenken wegen der ansässigen und immer noch darbenden Gastronomie, zu der man keine Konkurrenz aufbauen wolle. Doch hofft der OB, „mindestens an dem anzuknüpfen, was wir im vergangenen Jahr auf dem Bahnhofsvorplatz hatten“. Ordnungsamtsleiter Thorsten Völker schlug zudem den Daniel-Meininger-Platz vor.

Am Ende stimmte der Stadtrat nicht darüber ab, feste Stellen zuzuweisen, sondern sich offen gegenüber möglichen Anträgen der Schausteller zu zeigen. „Das ist aber auch bereits gelebte Praxis“, schloss Weigel.

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