Neustadt Prinzessin strebt nach höheren Würden

Bis vor Kurzem war die Meckenheimerin Julia Kren noch Weinprinzessin der Verbandsgemeinde Deidesheim. Der Job scheint ihr Spaß gemacht zu haben, jedenfalls bewirbt sich die 27-jährige nun um das Amt der Pfälzischen Weinkönigin. Am Freitag wetteifert Kren mit vier weiteren Kandidatinnen im Neustadter Saalbau um die Krone.
„Das Jahr als Weinprinzessin verging rasend schnell“, sagt Kren rückblickend. Wahrscheinlich deshalb, weil es eine sehr spannende Zeit gewesen sei, wie die 27-Jährige weiter erzählt. Vor allem aber habe sie viele Erfahrungen gesammelt und neue Leute kennengelernt. Zu den Höhepunkten zählt die gelernte Weinbetriebswirtin die vier Auslandstermine in Italien, Frankreich, Polen und in der Schweiz. Dabei habe sich gezeigt, dass das Thema Wein, über alle sprachlichen Barrieren hinweg, ein verbindendes Element darstelle. Doch die bodenständige Meckenheimerin freute sich auch über jede Kerwe-Eröffnung in der Verbandsgemeinde Deidesheim. Der Einstieg in ihr Amt als Weinprinzession sei ihr sehr einfach gemacht worden, betont sie, und es habe ihr das ganze Jahr über nie an Unterstützung gefehlt. Sicher sei der Terminkalender in dieser Zeit recht voll und die Freizeit knapp gewesen, doch könne sie ein solches Jahr allen weininteressierten jungen Frauen nur weiterempfehlen. Die Arbeit im Wein- und Obstanbau hat Kren von klein auf bei ihren Großeltern kennengelernt. Das Interesse am Wein entstand während eines Praktikums in der Winzergenossenschaft, das sie im Anschluss an das Abitur anfügte. Ihr Studium der Weinwirtschaft absolvierte die junge Frau in Heilbronn. Nach dem Bachelor – den Abschluss hat sie 2011 gemacht – erhielt Kren eine Stelle als Fachfrau für Verwaltung und Vermarktung in einem Weingut bei Alzey. In dem familiären Betrieb bekomme sie aber auch die praktische Arbeit rund um den Wein hautnah mit. Dass sie im Wonnegau ihrem Beruf nachgeht, findet Julia Kren gar nicht so schlecht: „Dadurch lernt man die regionalen Unterschiede besser kennen und schätzen“, gibt sie zu bedenken. Die Pfalz mit den unterschiedlichsten Terroir biete aber alleine schon eine breite Palette an Weinen. Als passenden Slogan könne sie sich dazu „Die Pfalz – Genuss erleben“ sehr gut vorstellen, schließlich finde man in der Pfalz immer einen Grund, das Leben zu genießen, schwärmt sie. In ihrer knappen Freizeit spielt Julia Kren leidenschaftlich gerne Altsaxophon, und sie will es sich auch nicht nehmen lassen, beim Novemberkonzert des Meckenheimer Blasorchesters wieder mit dabei zu sein. Außerdem liebt sie Ski- und Snowboardfahren und drückt dem 1. FCK treu die Daumen. Das stressig-schöne Jahr als Weinprinzessin war auf jeden Fall ausschlaggebend für ihre Entscheidung, sich nun auch der Wahl zur Pfälzischen Weinkönigin zu stellen. Um für die Fragen der Jury gewappnet zu sein, bereitet sich Kren zurzeit intensiv vor: „Wir haben dazu eine Menge Infomaterial bekommen“, erzählt sie. Gerade in aktuelle Themen, wie etwa die Besonderheiten des Jahrgangs 2015, will sie sich noch vertiefen. Zu ihren vier Mitbewerberinnen empfindet Julia Kren eher Verbundenheit als Konkurrenz. Und egal wie die Entscheidung letztlich ausfällt, freue sie sich schon sehr auf das kommende Jahr. Denn ob sie nun Königin wird oder nicht, dem Wein wird sie so oder so weiterhin eng verbunden sein. „Aber es wäre schon einmal an der Zeit, dass die Pfälzische Weinkönigin aus Meckenheim kommt“, sagt Julia Kren lächelnd. (vnl)