Neustadt Nur für den Notfall

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Bei der Stadt gibt es Überlegungen, die Schöntalschule als Asylbewerberunterkunft vorerst „ruhen“ zu lassen und nur noch darauf zurückzugreifen, wenn kurzfristig eine große Anzahl von Flüchtlingen eintrifft. Das hat Bürgermeister Ingo Röthlingshöfer (CDU) am Dienstagabend im Ausschuss für Soziales und Senioren erklärt.

Aktuell ist Neustadt für knapp 650 Asylbewerber zuständig. „Die Zuweisungen sind aktuell deutlich rückläufig, aber keiner weiß, wie es weitergeht. Allein aus der Türkei wird die Europäische Union 15.000 Flüchtlinge aufnehmen“, sagte Röthlingshöfer. Vor diesem Hintergrund wolle man die Unterkunft mit den schlechtesten Bedingungen vorerst nur noch für den Notfall vorhalten. In der ehemaligen Hauptschule wohnen zurzeit noch drei Familien in Klassensälen. Bis zu 80 Personen können dort untergebracht werden. Ursprünglich war geplant, dass die Grundschule im Schöntal in die Räume der ehemaligen Hauptschule umzieht, während in dem Grundschulgebäude eine Kindertagesstätte entstehen sollte. Dieses Vorhaben hatte die Stadt im September 2016 gestoppt und die einstige Hauptschule zu einer provisorischen Asylbewerberunterkunft umgebaut. „Langfristig halten wir an den Umzugs- und Kita-Plänen fest“, betonte Marion Walz, Leiterin des Fachbereichs Familie, Jugend, Soziales bei der Stadtverwaltung. Die drei Familien sollen Ende des Monats in die neue Gemeinschaftsunterkunft in der Landwehrstraße ziehen. „Die Klassensaalatmosphäre ist schwierig, das ist ja fast wie in einer kleinen Turnhalle. Außerdem sparen wir Nebenkosten, das Schulgebäude muss zurzeit schließlich auch beheizt werden“, erklärte Walz. Die Fachbereichsleiterin verwies darauf, dass derzeit 7600 Flüchtlinge in rheinland-pfälzischen Erstaufnahmeeinrichtungen leben: „Wenn man davon ausgeht, dass sie nach sechs Monaten ausziehen, dann ist ein deutlichen Anstieg der Zuweisungen nicht ausgeschlossen.“ Bürgermeister Röthlingshöfer teilte mit, dass demnächst das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge alle Neustadter Unterkünfte besuchen wolle. Dabei gehe es vor allem um die Registrierung der Asylbewerber: „Es gibt wohl nach wie vor viele Doppelzählungen, andere sind von der Statistik noch überhaupt nicht erfasst.“ (wkr)

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