Neustadt Neustadt: Wegen IGS weiter am Ball
Ganztagsschulbetreuung, die Zukunft der Realschule plus im Böbig, die Entwicklung der Grundschulen vor dem Hintergrund voraussichtlich steigender Schülerzahlen: In der Schulentwicklung stehen wichtige Weichenstellung an. Das zeigte sich auch am Donnerstag im Schulträgerausschuss.
Thema Nummer eins in der Ausschusssitzung: Wie geht es weiter, nach der gescheiterten Einrichtung einer Ganztagsschulbetreuung am Leibniz-Gymnasium. Wie berichtet, haben sich im Frühjahr nicht genügend Eltern für das vom Land finanzierte Modell der Ganztagsbetreuung entschieden, offensichtlich weil sie im Vergleich zur bisherigen Nachmittagsbetreuung unflexibler ist. Eine weitere Bewerbung für das Schuljahr 2019/2020 sei für die Schule, die in die Vorbereitung viel Arbeit gesteckt hatte, keine Option, sagte Schuldezernentin Waltraud Blarr (Grüne). „Nicht gut angekommen“ sei in dem Gymnasium, dass sie, Blarr, das Scheitern darauf zurückgeführt habe, dass das Leibniz zweigleisig fahren wollte, also neben der Ganztagsschulbetreuung auch die bisherige Nachmittagsbetreuung angeboten hatte. Die Schulleitung habe darauf hingewiesen, dass keines der 58 Kinder, die für diese Form der Betreuung angemeldet worden sind, ohne Wahlmöglichkeit für die Ganztagsschule optiert hätte. Die Schule hätte sie also an andere Gymnasien verloren. Unterdessen hat das Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium (KRG) laut Blarr mitgeteilt, dass es sich ebenfalls eine Nachmittagsbetreuung wünscht – es ist das einzige Gymnasium, wo es das bisher nicht gibt. Das Problem: Die Finanzlage der Stadt hat sich verschlechtert. Freiwillige Leistungen, wie der Zuschuss für die Nachmittagsbetreuung, seien von der Aufsichtsbehörde mittlerweile budgetiert worden, so Rolf Müller, Fachbereichsleiter Bildung, Kultur und Sport. Wenn die Stadt auch dem KRG einen solchen Zuschuss – 9000 Euro jährlich – gewähren würde, müsse sie ihn an anderer Stelle einsparen. „Wir müssen Angebote, die Land oder Bund uns bereitstellen, nutzen“, so Müller. Doch es könne sein, dass in Neustadt „möglicherweise der Bedarf für eine Ganztagsschule nicht da ist“. Nächstes großes Thema: die Zukunft der Realschule plus im Böbig. Es war Rainer Nosbüsch (FWG), der das ungeklärte Thema ansprach. „Plant man eigentlich auf Erhalt oder auf Neubau?“, wollte er wissen. Dagmar Wolf-Matzenbacher, Leiterin des Gebäudemanagements, erklärte, dass die Stadt im nächsten Jahr eine neue „Gefährdungsbeurteilung“ für das Gebäude in Auftrag geben wolle. Hintergrund: Die Stadt setzt zurzeit nur die dringendsten Brandschutzauflagen um und darf das Gebäude so noch weitere fünf Jahre nutzen. Ursprünglich waren es zehn, doch die Hälfte der Zeit ist bereits verstrichen. Die verbleibende Zeit werde nicht reichen, um eine Entscheidung über den Schultyp (IGS oder Realschule plus) zu treffen und dann auch noch den entsprechenden Bau dafür fertig zu stellen, räumte Wolf-Matzenbacher ein. Aber: „Wir müssen zuerst wissen, was wir wollen, bevor wir bauen“. Blarr erklärte, dass zu diesem Thema bereits eine Reihe von Gesprächen gelaufen sei, seit das Land im Sommer 2017 den Antrag der Stadt auf Errichtung einer IGS als „nicht entscheidungsreif“ zurückgestellt habe. Es sei nun deutlich geworden, dass das Land eine „regionale Abstimmung“ wolle. Sprich: die Nachbarkreise sollen mit dem Projekt einverstanden sein und darin Synergien sehen. Dazu Nosbüsch: „Das finde ich ein bisschen seltsam, bei der IGS Deidesheim/Wachenheim war das ja auch nicht der Fall.“ Blarr gab ihm Recht: Deshalb habe man auch geglaubt, dass die Abstimmung in dieser Form nicht nötig sei. Inzwischen habe die Verwaltung jedoch die Gespräche aufgenommen.