Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadt-Gutschein: Schon 60 Betriebe dabei

Die Buchhandlung Quodlibet bewirbt den Gutschein auch auf einem Aufsteller in der Kellereistraße.
Die Buchhandlung Quodlibet bewirbt den Gutschein auch auf einem Aufsteller in der Kellereistraße.

Seit gut einem Monat gibt es den Neustadt-Gutschein. Er soll Kunden und Gäste dazu motivieren, in der Stadt einzukaufen oder einzukehren. Was Händler über ihre bisherigen Erfahrungen sagen.

„Keep local“, also „Bleiben Sie lokal“. Unter diesem Stichwort gibt es seit 7. Mai den Neustadt-Gutschein. Zum Start waren 40 Betriebe beim federführenden Unternehmen Keep local registriert. Es unterstützt Läden und Händler auch beim Kassensystem und sonstigen Fragen rund um die Einführung und praktische Umsetzung des Gutscheins. Er wird gestaffelt von zehn bis 250 Euro angeboten. Das Umsatzpotenzial liegt bei zwei Millionen Euro im Jahr. Der Gutschein soll dabei helfen, dass „das Geld vor Ort bleibt“, hatte Oberbürgermeister Marc Weigel bei der Einführung Anfang Mai gesagt.

Citymanagerin Susanne Schultz hatte das Keep-local-Angebot entdeckt und den Kontakt zum Unternehmen, das schon in über 70 Städten tätig ist, hergestellt. Für sie zählt nach den ersten Wochen vor allem eines: „Es gibt weiterhin Anfragen von Unternehmen, es kommen immer mehr dazu.“ Was ihr aktuell noch nicht vorliege, sei eine Statistik, wie viele Kunden auch schon Gutscheine eingelöst haben, dazu sei der Zeitraum zu kurz. Was sie aus ihren Gesprächen zum Thema erfahre, stimme sie positiv: „Die Grundresonanz auf dieses Angebot ist gut.“ Wichtig sei, weiter intensiv die Werbetrommel zu rühren. Das gelte auch für die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG): „Wenn wir auf der Bundesgartenschau in Mannheim sind, werden wir auch Neustadt-Gutscheine dabei haben und sie verlosen oder verschenken.“

„Gutes Instrument“

Ähnlich lautet das erste Fazit der Willkomm-Gemeinschaft, der Interessenvertretung der Neustadter Unternehmen. Vorstandsmitglied Andreas Böhringer sagt: „Wir sind sehr zufrieden, dass es nach so kurzer Zeit bereits 60 Unternehmen gibt, die beim Neustadt-Gutschein dabei sind. Dazu zählen viele Händlerinnen und Händler, aber auch Dienstleister und Weingüter. Wir freuen uns, dass so viele Unternehmen ein klares Bekenntnis zum Standort und den lokalen Kundinnen und Kunden zeigen.“ Die Willkomm sehe im Gutschein „ein gutes Geschenk für Neustadterinnen und Neustadter und ein gutes Instrument, Umsatz im lokalen Handel und bei den lokalen Dienstleistern halten zu können“. Wichtig sei nun, intensiv für das Angebot zu werben.

Das Modehaus Schmitt am Marktplatz bietet den Gutschein von Anfang an. „Wir machen da gerne mit und sind vom Konzept überzeug“, sagt Martin Friedrich. Im Laden selbst habe man zwar noch keine „Gutschein-Resonanz“ gehabt, aber er werde genauso beworben wie die hauseigenen Gutscheine. Es sei wichtig, dass möglichst viele Betriebe mitmachen, „dann wird das gut für Neustadt“. Positiv stimmt Friedrich dabei, dass mit Media Markt oder Globus auch die großen Märkte im Gewerbegebiet sich beteiligen und Werbung für den Gutschein machen.

„Nachfrage ist da“

Für Jeanette Jung von der Buchhandlung Quodlibet begann die Gutschein-Zeit mit einer kuriosen Anekdote. Sie hatte ihren Laden zwar angemeldet, aber zum Start am verkaufsoffenen Sonntag am 7. Mai noch keine Unterlagen. Sie hatte zwar eigentlich frei, musste aber noch etwas in der Stadt erledigen. Daher schaute sie morgens kurz am Keep-local-Stand im Laden der Citymanagerin in der Hauptstraße vorbei. Dort bekam sie auch alle Dokumente. „Samt der Info, dass eine Kundin später in unseren Laden kommen wolle, um einen Gutschein zu kaufen“, so Jung. Sie ging daher fix ins Geschäft in der Kellereistraße und richtete am Computer und Kassensystem alles für den Neustadt-Gutschein ein und informierte ihre Kollegen. „Und um punkt 13 Uhr war die angekündigte Frau tatsächlich da, um den Gutschein zu kaufen. Das hat super geklappt“, erinnert sich Jung schmunzelnd.

Seither habe Quodlibet „schon einige Gutscheine verkauft“. Allerdings seien noch nicht so viele eingelöst worden. „Aber die Nachfrage ist da.“ Jung findet den Keep-local-Ansatz „eine ganz tolle Sache, weil das Geld so in der Stadt bleibt“. Alle könnten davon profitieren, und auch von Kunden gebe es „nur positive Rückmeldungen“.

Stahler will auch mitmachen

Jochen Stahler, der in der Friedrichstraße mehrere Modehäuser betreibt, ist dagegen bisher noch nicht beim Gutschein dabei. Doch das werde sich „mittelfristig ändern“, kündigt er an. Stahler betont, dass er mit allen anderen „um die Attraktivität unserer Stadt kämpfen“ wolle. Er verstehe sich als Mannschaftsspieler und wolle „keine Extrawurst“. Dem Gutschein-Konzept von Keep local stehe er positiv gegenüber, da es um eine Verbesserung für ganz Neustadt gehe: „Da wollen wir unseren Beitrag leisten.“ Dass er zum Start noch nicht dabei gewesen sei, habe betriebsinterne Gründe wie das eigene Gutscheinkonzept, die Schließung des Gerry-Weber-Ladens und das Kassensystem gehabt. Doch nun sei so langsam Zeit, sich mit dem Gutschein zu befassen, so Stahler.

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