Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Wochenmarkt an der Weinstraße: So war die Eröffnung

Das Angebot auf dem Wochenmarkt wird auch wechseln.
Das Angebot auf dem Wochenmarkt wird auch wechseln.

Die Resonanz war höher als erwartet: Die Wiedereröffnung des Deidesheimer Wochenmarktes fand großen Zuspruch.

Noch vor der eigentlichen Eröffnung bei strahlendem Sonnenschein waren viele der beteiligten Beschicker bereits von zahlreichen Kunden umlagert. Bei der Premiere bildeten sich sogar Warteschlangen. Sechs Beschicker waren am Samstagvormittag auf dem Stadtplatz vertreten. Der Bäcker- und Konditormeister Jonas Sinn aus Lustadt, der in Deidesheim seine Backstube betreibt, war mit seinem Verkaufsmobil „Creme & Kruste“ vor Ort. Ebenfalls dabei war die bekannte, aus Frankreich stammende Patissière Alexandra Spindler mit ihrer Chocolaterie aus Forst sowie der Meckenheimer Landwirt Markus Handrich, der zunächst Äpfel, Eier und Kartoffeln anbot.

Wildspezialitäten präsentierte Andreas Stortz aus Hambach. Seine Palette reichte von Wildschweinbratwürsten über Wildschweinschinken bis hin zu getrockneter Rehwurst und Chili-Würsten. Als besonderer Publikumsmagnet erwies sich zudem die umfangreiche Auswahl von Gocht Fischdelikatessen aus Oberhausen-Rheinhessen, die auf vielen Märkten in der Region vertreten sind. Daneben gab es Honig von Monika Brechtel. „Last but not least“ bot Katharina Hock vom „Bistro Pi“ prickelnde Sekte und prämierte Weine im Stilglas an; auch die Flaschen konnten erworben werden. Ergänzt wurde das Angebot durch ein Cafémobil mit verschiedenen Kaffeespezialitäten.

Sehnsucht nach Markt spürbar

Bei diesem Angebot – vor allem aber angesichts des großen Interesses der Besucher – fiel Julian Seckinger (CDU), dem zuständigen Beigeordneten der Stadt, an diesem Vormittag in Anwesenheit von Stadtbürgermeister Dieter Dörr (CDU) ein Stein vom Herzen. Die über ein Jahr andauernde Vorbereitung trug Früchte: Die Wiederbelebung des Deidesheimer Wochenmarktes erwies sich als folgerichtiger Schritt. Die Sehnsucht nach einem Wochenmarkt war deutlich spürbar.

Seckinger griff die Initiative seiner Vorgängerin im Amt, Stadträtin Inge Schneemann (FWG), auf. Gemeinsam mit ihr sowie mit dem Ordnungsamt der Verbandsgemeindeverwaltung und dem Sekretariat des Rathauses arbeitete er in den vergangenen Monaten an einem Konzept für die Wiederbelebung des Wochenmarktes.

„Heute trage ich das Herz voller Freude, denn ich hatte immer den Traum von einem Wochenmarkt in Deidesheim“, sagte Schneemann, die künftig als Marktmeisterin für die ordnungsgemäße Organisation verantwortlich sein wird. Zuletzt gab es vor rund drei Jahrzehnten einige Beschicker auf dem Marktplatz, die dort regelmäßig ihre Waren anboten.

Umsetzung war nicht immer einfach

Der Weg bis zur Umsetzung war jedoch nicht immer einfach. „Es war viel Bürokratie, das war mir zunächst nicht so bewusst. Wir hatten keine Marktsatzung und auch keine Verträge“, erklärte der 29-jährige Önologe und Beigeordnete. „Jetzt haben wir den ersten Schritt gemacht. Wir bleiben dran, wollen den Markt weiter bereichern und ergänzen und auch die Gastronomie stärker einbinden.“

Konkret denkt Seckinger beispielsweise an einen Käsestand sowie an einen Anbieter für Olivenöle. Gleichzeitig rief er die Besucher dazu auf, ihre Ideen und Anregungen einzubringen, um den Markt „weiter zu optimieren“. Bereits in zwei Wochen soll der Kindergarten mit einem Kuchenstand vertreten sein. Weitere Stände könnten folgen, denn inzwischen liegen zusätzliche Anfragen vor.

Das Angebot bei der Premiere konnte sich bereits sehen lassen: Von Backwaren aller Art über Äpfel, Eier und Blumen bis hin zu Fisch, Schokolade, Wildfleisch- und Wurstwaren sowie Honig, Sekt und Wein wurde eine breite Palette geboten, die bei den Kunden großen Zuspruch fand.

Dass noch kein Frischgemüse angeboten wurde, erklärte Landwirt Markus Handrich aus Meckenheim damit, dass auf den heimischen Feldern derzeit noch keine erntefrische Ware verfügbar sei. „Vielleicht habe ich in zwei Wochen schon Radieschen“, sagte Handrich, der zunächst mit Äpfeln, Kartoffeln und Eiern startete. Regionalität und Saisonalität seien schließlich keine Fremdwörter – und machten den besonderen Reiz eines Wochenmarktes aus.

Dafür zeigten Renate und Hans Boessler viel Verständnis. Tillman Jäger nutzte den Vormittag mit seiner Lebensgefährtin nicht nur zum Einkauf frischer Backwaren, sondern genoss auch einen frisch zubereiteten Cappuccino. Auch Pfarrerin Luise Burmeister zeigte sich angetan – sowohl vom Angebot als auch vom geselligen Miteinander der Besucher. Viele informierten sich, probierten die angebotenen Köstlichkeiten und kamen mit den Beschickern ins Gespräch.

Auf Schokolade folgen Blumen

Das freute auch Alexandra Spindler, die mit ihren vielfältigen Schokoladenkreationen einen farbenfrohen Akzent setzte. Allerdings wird sie nur noch einmal in zwei Wochen teilnehmen, bevor sie bis September pausiert. „Für Schokolade ist es dann zu warm“, erklärte Spindler. Ihren Platz wird anschließend Floristin Monika Schmitt von der „Ringelblume“ übernehmen.

„Wir wollen dabei auch ein Stück flexibel bleiben“, sagte Seckinger und kündigte weitere Ergänzungen an. So denkt er etwa an Stehtische oder Barriques, die im Zentrum des Marktes aufgestellt werden könnten.

Der Wochenmarkt soll das Angebot der Stadt und der Verbandsgemeinde bereichern und zugleich ein Ort der Begegnung sein. Das Interesse scheint jedenfalls vorhanden: Zahlreiche Besucher nutzten den Marktbesuch, um bei einem Kaffee oder einem Glas Wein oder Sekt miteinander ins Gespräch zu kommen. Sie saßen auf dem Sandsteingemäuer an der Stadthalle oder am Geißbockbrunnen und genossen bei strahlendem Sonnenschein das besondere Marktflair. Auch ein Frühschoppen mit Live-Musik während des Marktes ist künftig denkbar – eine von vielen Ideen, die Seckinger bereits ins Spiel brachte.

Termin

Der Wochenmarkt findet ganzjährig jeweils am ersten und dritten Samstag eines Monats von 8.30 bis 12.30 Uhr statt. Ausgenommen sind Termine, an denen der Stadtplatz für andere Veranstaltungen benötigt wird, etwa während der Deidesheimer Weinkerwe oder des Weihnachtsmarkts.

Die Resonanz war sehr gut.
Die Resonanz war sehr gut.
Noch vor der feierlichen Eröffnung, waren viele Beschicker von Kunden umlagert.
Noch vor der feierlichen Eröffnung, waren viele Beschicker von Kunden umlagert.
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