Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Eröffnungstermin steht: Wie der neue Wochenmarkt die Gastronomie beleben soll

Auf dem Deidesheimer Stadtplatz wird der neue Wochenmarkt mit sechs Beschickern eröffnen.
Auf dem Deidesheimer Stadtplatz wird der neue Wochenmarkt mit sechs Beschickern eröffnen.

Anfang März startet der neue Deidesheimer Wochenmarkt. Dahinter steht ein Konzept, von dem nicht nur Beschicker, sondern auch andere Gewerbetreibende profitieren sollen.

Gedanklich sieht Julian Seckinger den neuen Wochenmarkt auf dem Deidesheimer Stadtplatz schon vor sich. Vergangene Woche trafen sich jene sechs Beschicker, die beim Auftakt am Samstag, 7. März, ihre Waren anbieten werden, zu einem ersten Termin vor Ort. Es ging um Standorte, Stromanschlüsse und organisatorische Details – und um den konkreten Beginn eines Projekts, das die Stadt über viele Monate hinweg vorbereitet hat.

„Indirekt kommt noch ein anderes Handwerk hinzu, weil einer der Beschicker zusätzlich noch Honig mit anbietet“, sagt Seckinger, Beigeordneter der Stadt Deidesheim und zuständig für Tourismus, Feste, Kultur und Nachhaltigkeit. Fest zugesagt haben der Bäcker- und Konditormeister Jonas Sinn aus Lustadt, der mit seinem Verkaufsmobil „Creme & Kruste“ vertreten sein wird. Für süße Spezialitäten sorgt die Chocolaterie Spindler aus Forst. Obst, Gemüse, Eier und weitere Hofprodukte wird der Handrichshof aus Meckenheim anbieten. Handwerkliche Arbeiten kommen aus Deidesheim selbst: „Elkes Werkelwerk“ fertigt bestickte Blusen, Schürzen und andere textile Stücke. Mit „Wonderwein“ von Katharina Hock ist zudem ein Weinhandel vertreten. Die jüngste feste Zusage erhielt die Stadt von Andreas Stortz aus Hambach, der Wildprodukte anbieten wird.

Angebot soll sich entwickeln

Für Seckinger ist das ein Anfang, nicht das fertige Bild. „Wir sind nach wie vor am Schauen und würden das Angebot an Fleisch gerne noch etwas ausweiten, sodass nicht nur Wild angeboten wird“, sagt er. Es gebe weitere Interessenten, die ihre Teilnahme grundsätzlich in Aussicht gestellt hätten, zunächst aber abwarten wollten. „Die Leute schauen jetzt wahrscheinlich erst einmal, wie das anläuft“, sagt er. Ein späterer Einstieg sei jederzeit möglich.

Dabei setzt die Stadt bewusst auf ein ausgewogenes Verhältnis. „Wenn zu viel Konkurrenz auf dem Platz ist, macht das für die einzelnen Händler auch keinen Sinn, dann machen wir das Geschäft kaputt“, sagt er. Ergänzungen seien willkommen, müssten aber tragfähig bleiben. „Wir sind voller Zuversicht, dass es ein voller Erfolg wird. Mein Eindruck ist bisher, dass die Vorfreude bei den Leuten groß ist, die haben Lust. Dementsprechend gehen wir davon aus, dass sich das Angebot in Zukunft erweitern wird.“

Herausfordernde Suche

Dass es überhaupt gelungen ist, sechs feste Zusagen zu gewinnen, wertet Seckinger als Erfolg. Die Herausforderungen bei der Suche seien „vielschichtig“ gewesen. Ein Grund sei die Konkurrenz durch bestehende Wochenmärkte. „Wenn Metzger oder Käsereien tatsächlich einen Wagen und die Infrastruktur haben, um außerhalb ihres Ladens Waren zu verkaufen, dann sind die meistens schon auf anderen Wochenmärkten gebunden“, sagt er. Hinzu komme der Personalmangel. Mit einigen Interessenten habe es Gespräche gegeben, die über einen Verkaufswagen verfügt hätten, deren Fahrzeuge jedoch mangels Personal ungenutzt blieben. Für die Weiterentwicklung setzt die Stadt auch auf Flexibilität. Ein Instrument dafür sind sogenannte Tageszulassungen. „Es geht um Pop-up-Ideen“, sagt Seckinger. Diese könnten das Angebot zeitweise ergänzen – etwa durch saisonale Produkte oder zusätzliche handwerkliche Angebote.

Dass sich die Stadt letztendlich für den Samstag als Termin entschieden hat, sei das Ergebnis enger Abstimmung. „Wir haben das vorher mit den wichtigen Beschickern aus der Verbandsgemeinde abgesteckt“, sagt Seckinger. Daraus habe sich der Samstagvormittag ergeben. „Dementsprechend waren wir an den Tag gebunden. Wenn wir das an einem Montag oder Dienstag gemacht hätten, hätten wir unsere eigenen Beschicker verloren. Für uns war ganz klar, wir wollen in der VG erst einmal den Grundstock aufbauen.“ Auch ein Feierabendmarkt sei geprüft worden, habe sich mit Blick auf die Verfügbarkeit der regionalen Anbieter jedoch nicht umsetzen lassen.

Gesamtkonzept für alle Gewerke

Die Stoßrichtung sei klar, sagt Seckinger: Langfristig solle der Wochenmarkt mehr sein als ein Ort des Einkaufs, sondern auch Raum für Begegnung und Aufenthalt bieten. Noch allerdings setzt das geltende Recht Grenzen. Der Ausschank von Wein etwa sei derzeit nicht möglich. Eine Sondergenehmigung sei beantragt, das Ergebnis offen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir künftig auch mit Stehtischen oder Barriques arbeiten“, sagt Seckinger. Besucher könnten sich dann ein Croissant holen und dazu einen Kaffee trinken – für einen Kaffeestand gebe es bereits eine mündliche Zusage.

Zugleich, betont der Beigeordnete, verstehe die Stadt den Markt ausdrücklich nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung. „Es soll ein Rundumkonzept für alle Gewerke sein, die in Deidesheim ein Geschäft machen wollen“, sagt Seckinger. Gastronomiebetriebe, Weingüter und andere Betriebe seien informiert und könnten ihre Öffnungszeiten anpassen. „Wir wollen keine klassischen Fressbuden“, betont er. Vielmehr sei die Idee, dass Besucher, wenn sich das Marktgeschehen auflöse, in die örtliche Gastronomie abwandern, und der Wochenmarkt so zusätzliche Impulse für die Innenstadt setze.

Marktmeisterin überwacht Ablauf

Dass die Erstellung eines Konzepts rund ein Jahr gedauert hat, habe einen Grund: „Wir mussten alles neu entwickeln, weil wir in der Stadt keine Marktsatzung hatten und keinen Vertrag mit Marktbeschickern“, sagt Seckinger. Diese rechtlichen und organisatorischen Grundlagen hätten erst geschaffen werden müssen, ebenso ein Sicherheitskonzept.

Eine zentrale Rolle übernimmt dabei Ingrid Schneemann. Als Marktmeisterin wird sie die Abläufe vor Ort koordinieren, Ansprechpartnerin für die Beschicker sein und die Infrastruktur betreuen – von Stromanschlüssen bis zur Organisation der Tageszulassungen und der Umsetzung des Sicherheitskonzepts.

Termin

Am Samstag, 7. März, um 10 Uhr wird der neue Wochenmarkt auf dem Deidesheimer Stadtplatz feierlich eröffnet. Am Eröffnungstag selbst sowie künftig ganzjährig wird er jeweils am ersten und dritten Samstag eines Monats von 8.30 bis 12.30 Uhr stattfinden. Ausgenommen sind Termine, an denen der Stadtplatz für andere Veranstaltungen benötigt wird, etwa während der Deidesheimer Weinkerwe oder des Weihnachtsmarkts.

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