Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Gaming-PC: So will die Stadtbücherei Jugendliche für sich gewinnen

Sophie Schwaab und Diana Wilhelm testen den neuen Computer in der Stadtbücherei.
Sophie Schwaab und Diana Wilhelm testen den neuen Computer in der Stadtbücherei.

Die Stadtbücherei Neustadt will möglichst alle Altersklassen für sich begeistern. Speziell auf Jugendliche zielt ein Gaming-PC, den es nun dank eines Spenders gibt.

Ein Spielecomputer (Gaming-PC) in einer Stadtbücherei? Ja, sagt Diana Wilhelm, die Leiterin der Neustadter Stadtbücherei, das sei wichtig: „Denn wir wollen ja weg vom verstaubten Image, dass es bei uns nur Bücher gibt und nichts, was Spaß macht.“ Daher sind sie und Bibliothekarin Sophie Schwaab stolz auf die Neuanschaffung, die einen Platz ganz hinten in der Ecke bekommen hat: ein Gaming-PC mit großem Bildschirm, passendem Tisch und vernünftigem Stuhl zum Spielen. „Der Gaming-PC soll uns helfen, künftig verstärkt auch junge Erwachsene und Jugendliche als zusätzliche Zielgruppe ansprechen zu können“, sagt Wilhelm.

Zu verdanken haben sie und ihr Team den PC übrigens dem Neustadter Matthias Häussel. Er hat der Stadtbücherei den Gaming-PC samt der passenden Ausstattung im Wert von rund 2500 Euro gespendet. Seine Motivation für die Spende ist für die Stadtbücherei eine tolle Geschichte und zeigt, wie die Einrichtung gewissermaßen zum lebenslangen Begleiter der Neustadter werden kann. Häussel sagt, dass er schon vor 25 Jahren mit Freunden in die Bücherei gekommen sei. Man habe hier den Internetzugang genutzt, „der damals ja noch richtig teuer war“, und gemeinsam Computerspiele gespielt. Heute sei er Influencer, habe also von den damaligen Anfängen sehr profitiert. „Und jetzt will ich jungen Leuten die Chance auf Computerspiele geben“, sagt Häussel. Bei der Auswahl von PC, Bildschirm, Tisch und Stuhl habe er auf eine vernünftige Qualität geachtet, damit das Spielen dort auch Spaß macht.

Gaming-Zone aufgebaut

Für Wilhelm und Schwaab ist die Spende perfekt. Denn schon seit Jahren setzt das Büchereiteam auf Computerangebote und hat inzwischen auch Nintendo-Spiele sowie die Play-Station 5 und VR-Brillen im Angebot. Man habe damals von einer Landesförderung beim Aufbau der Gaming-Zone profitiert, erinnert sich Schwaab. Der Schritt habe sich gelohnt: „Die Nachfrage ist durchgehend hoch.“ Das Bücherei-Team macht Turnier- und Spielangebote. Die ausleihbaren Geräte seien oft weit im Voraus reserviert. Was Schwaab freut: „Wir treffen in der Gaming-Zone auf bekannte Gesichter, aber immer wieder sind auch ganz neue Nutzer dabei, die wir so auf uns aufmerksam machen.“

Für die Stadtbücherei mit Sitz im Klemmhof sei es wichtig, „dass wir immer wieder Zielgruppen gewinnen, die vorher nicht hier waren“, ergänzt Wilhelm. Der Gaming-PC soll da einen weiteren wichtigen Beitrag leisten. Mit den IT-Fachleuten der Stadt werde nun ein passendes Nutzungskonzept erarbeitet. Da der Computerplatz gut einsehbar ist, dürfen dort aktuell aus Jugendschutzgründen nur Spiele mit einer Altersgrenze von sechs Jahren angeboten werden. Da man ja aber ältere Jugendliche ansprechen wolle, seien dort Spiele mit einer Altersgrenze ab 16 Jahre wichtig. Dafür wäre ein eigener Raum ideal, sagt Wilhelm. Stadtsprecher Tobias Grauheding ergänzt, dass die Verwaltung das Thema auf dem Schirm habe und an einer Lösung arbeite.

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