Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr Platz für die Jugend – was die Klemmhof-Umgestaltung für die Stadtbücherei bringt

Hier endet die Bibliothek bisher. Die Büroräume hinten werden nun aber auch dem Publikumsbereich zugeschlagen. Die Mitarbeiterin
Hier endet die Bibliothek bisher. Die Büroräume hinten werden nun aber auch dem Publikumsbereich zugeschlagen. Die Mitarbeiterinnen ziehen dafür in einen Bereich im Südosten, der zwar unmittelbar südlich an die Bücherei angrenzt, aber nicht direkt von derselben aus erreichbar ist .

Die Neugestaltung des Klemmhofs durch die städtische Wohnungsbaugesellschaft (WBG) bietet die große Chance, auch die im ersten Geschoss angesiedelte Neustadter Stadtbücherei fit für die Zukunft zu machen. Dabei können allerdings nicht alle Wünsche erfüllt werden – und es gab auch eine ziemliche Überraschung.

Ältere Bauten, und mögen sie auch „nur“ rund 50 Jahre alt sein wie der Klemmhof, verbergen hinter Putz und Verkleidung nicht selten so manches Geheimnis. Im Falle der Neustadter Stadtbücherei, die sich der ursprünglichen Planung nach bei der Neugestaltung mit ihrem Publikumsbereich Richtung Süden ausdehnen sollte, waren dies tragende Wände mit massiven Stahlträgern drin – „so tragend, dass hier nicht einmal eine Tür möglich ist“, wie Diana Wilhelm, die Leiterin der Bibliothek, erklärt. Es sei ein ganz schöner Schlag gewesen, als man diese Nachricht im Spätsommer erhalten habe, berichtet sie, kann nach einer hektischen Umplanungsphase inzwischen aber wieder lachen: „Nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte, halte ich die neue Lösung sogar für die deutlich schönere“, sagt sie.

Blick auf die Elwetritsche

Diese neue Planung sieht nun so aus, dass die eigentliche Bibliothek statt nach Süden Richtung Osten verlängert wird – über die bisherige, viel zu kleine Abteilung für Kinder und Jugendliche hinaus bis in jenen Bereich am Elwetritschebrunnen, wo sich bislang die Büros der Mitarbeiter befinden. Die – insgesamt neun Personen auf sieben Stellen – ziehen dafür in jenen Bereich über der Südostecke des Klemmhof-Komplexes (Richtung Sparkasse), wo eigentlich fürs Publikum erweitert werden sollte. Von der Gesamtfläche her ändert sich nichts – die Bücherei bekommt so oder so circa 160 Quadratmeter mehr, nur hat das Personal nun künftig etwas weniger Platz und muss zu seinen Büros außen über das Atriumtreppenhaus und die Besucher dafür etwas mehr plus einen schönen Blick auf den plätschernden Brunnen. „Es sind helle Räume mit vielen Fenstern“, hebt Wilhelm die Vorteile fürs Publikum hervor. Dass auch sie selbst dafür künftig in einem kleineren Büro sitzen wird, kann sie verschmerzen.

Aufenthaltsqualität soll sich verbessern

Was mit dem zusätzlichen Platz angefangen werden soll, dazu gibt es schon seit längerem grundsätzliche Überlegungen: „Wir brauchen mehr Platz für die Kinderabteilung, und auch für die Jugendlichen soll es ein attraktiveres Angebot geben“, erklärt die Leiterin. Insgesamt solle sich die Aufenthaltsqualität verbessern, angedacht ist zum Beispiel ein Lesecafé, aber was und wo genau sei noch in der Abstimmung. Fest steht aber, dass sich die Bücherei künftig sehr großzügig über etwa 55 Meter in Ost-West-Richtung erstrecken wird. Der Medienbestand von etwa 50.000 Einheiten werde sich dabei nicht wesentlich erweitern, wohl aber inhaltlich verändern. So sei für die Jugendlichen etwa ein Gaming-Bereich angedacht, und dafür bräuchte man dann natürlich auch neue Mediengruppen, sprich: Spiele. Letztlich hänge aber natürlich alles am Geld, wirft hier Rolf Müller, als Fachbereichsleiter für Bildung, Kultur und Sport Wilhelms direkter Vorgesetzter, ein.

Problem Veranstaltungsraum

Nicht realisiert werden wird der alte Wunsch, der Stadtbücherei im Erdgeschoss des Klemmhofs ein Entrée einzurichten, das als eine Art Schaufenster für die doch ein wenig versteckte Einrichtung fungieren könnte. Auch mehr Platz für Lesungen und ähnliches wird es oben nicht geben. Dafür kann die Bücherei einen allgemeinen Veranstaltungsraum mit etwa 100 Plätzen mitnutzen, der auf der Nordseite des Erdgeschosses entstehen soll, etwa dort, wo sich früher ein Kindermodegeschäft befand. Auf der anderen Seite der Passage, im Bereich des Südeingangs, wird das neue städtische Kunstkabinett seinen Platz finden, was einigen Charme hat, weil sich die dafür verantwortliche städtische Kulturabteilung in den Räumen direkt darüber niederlassen wird.

Gibt es Einschränkungen?

Und wie sieht der Zeitplan für all dies aus? „Wir hoffen, dass es bis Ende 2024 realisiert ist“, sagt Rolf Müller – „unter dem Vorbehalt, dass die Handwerker mitziehen“. Einschränkungen für den Publikumsverkehr, solle es durch den eigentlichen Umbau in der Bücherei nicht geben. Möglich sei allerdings, dass die Bibliothek für etwa zehn Wochen dicht machen müsse, wenn unten die Passage neu gestaltet werde.

Die Stadtbücherei nimmt künftig den ganzen Bereich vom Treppenhausatrium bis zur Front Richtung Elwetrischebrunnen (links oben)
Die Stadtbücherei nimmt künftig den ganzen Bereich vom Treppenhausatrium bis zur Front Richtung Elwetrischebrunnen (links oben) ein. Die Bibliotheksmitarbeiterinnen, die dort bisher ihre Büros hatten, ziehen dafür in den Bereich im Südosten, vis à vis der Sparkasse.
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