Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Kita St. Pius: Wann können die Kinder kommen?

Der Kita-Neubau fügt sich schön in die Siedlung ein. Die Fassade besteht aus Holz.
Der Kita-Neubau fügt sich schön in die Siedlung ein. Die Fassade besteht aus Holz.

Auf der Hambacher Höhe entsteht eine neue Kita. Gebaut wird seit Anfang 2023. Warum sich das Projekt deutlich verzögert hat, jetzt aber endlich die Ziellinie zu sehen ist.

Die Großbaustelle in der Max-Slevogt-Straße auf der Hambacher Höhe ist eines der aktuell spannendsten Projekte in Neustadt. Denn auf dem Kirchengelände von St. Pius wird eine neue katholische Kita errichtet. Über vier Millionen kostet das Projekt. Die Kirchengemeinde kooperiert dabei mit der Stadt – was das Vorhaben so ungewöhnlich macht. Durch den Neubau wird die Kita auf fünf Gruppen erweitert und kann dann 110 Kinder (früher 65) betreuen. Bezahlt wird der Kita-Neubau von der Stadt, denn sie profitiert vom Kirchenengagement, da so neue und moderne Kita-Plätze auf der Hambacher Höhe entstehen. Für Sicherheit sorgt ein Vertrag: In diesem ist geregelt, dass die Kirche die Kita 30 Jahre lang betreiben muss.

Blick in die neuen Räume im Erdgeschoss: Dort laufen die Arbeiten am Boden, dann folgt die Inneneinrichtung.
Blick in die neuen Räume im Erdgeschoss: Dort laufen die Arbeiten am Boden, dann folgt die Inneneinrichtung.

Federführend auf der Baustelle sind Wolfgang Rühle und Peter Poganiuch von der Kirchengemeinde. Die beiden Rentner betreuen das Großprojekt ehrenamtlich. Mut gibt ihnen, dass sie an einen Teil schon einen Haken machen konnten. Denn zum Gesamtpaket hatte auch der Umzug der Gemeinderäume in die Unterkirche gehört. Die Kirchengemeinde erfüllte damit eine Forderung des Bistums Speyer, dass Flächen reduziert werden sollen. Anfang 2023 zeigten sich Rühle und Poganiuch zuversichtlich, auch das Kita-Projekt bis zum Sommer 2024 überstanden zu haben. Doch den ersten Einzugstermin kassierten sie früh ein, die Kinder mussten ein weiteres Jahr im Ausweichquartier Pfarrheim St. Jakobus in Hambach bleiben.

Probleme mit den Brandschutztüren

Rühle und Poganiuch haben ihren Humor trotzdem nicht verloren. Es sei eben alles zusammengekommen, sodass die Verzögerungen wegen Lieferschwierigkeiten an der einen Stelle kleinere Probleme auf der Baustelle noch verstärkt haben – und umgekehrt. „Und am Ende konnten wir den Zeitverlust nicht mehr einholen“, sagt Rühle. Das sei bedauerlich, da auch der zweite Einzugstermin für die Kita, August 2025, nicht gehalten werden konnte. Zuversicht gibt beiden, dass nun aber wirklich die Zielgerade erreicht sei. Zum 1. Oktober gebe es die Betriebsgenehmigung und das neue Haus werde dann komplett mit Leben gefüllt. Mitte September soll der „sanfte Start“ mit ersten Kita-Kindern beginnen. Grund für die jüngste Verzögerung? Lieferschwierigkeiten bei den Brandschutztüren. „Und ohne Brandschutz kann es nicht losgehen“, so Poganiuch. Inzwischen stehe der Liefertermin im September, was beide zuversichtlich stimme. Ein bisschen ärgert sich Poganiuch aber doch, dass man als Projektleitung von so vielen Faktoren abhängig sei: „Viele Betriebe haben total zuverlässig gearbeitet und waren gut. Aber es gibt ein paar schwarze Schafe und die bestimmen dann leider das Gesamttempo.“

Die neue Kita steht inzwischen mit ihrer Holzfassade. Aktuell sind viele Handwerker im Inneren des Gebäudes damit beschäftigt, alles komplett fertig zu machen. Ein Besuch der Räume im ersten Stockwerk des Niedrigenergiehauses vermittelt einen Eindruck, wie der Kita-Alltag aussehen wird. Beim Betreten der Baustelle fällt zudem auf, dass der Neubau gar nicht groß zu sehen ist, sondern von den großen Grünpflanzen gut verdeckt wird. Alles fügt sich gut in die Umgebung ein. Was erst später und nach Einzug der Kinder erledigt wird, ist die Neugestaltung des Spielbereichs. „Die Fläche hinter der Kita brauchen wir aktuell noch für die Baustellenfahrzeuge“, erklärt Rühle.

Viele Infos zur Gebäudetechnik

Die Böden sind oben schon verlegt. Alles strapazierfähig und pflegeleicht. Akustikdecken sind eingebaut, sodass es nicht zu laut wird. Überall wurden helle Farben für die Anstriche verwendet. Eine moderne Lüftung wird die Temperatur steuern. „Dass wir im Winter also keinen Wärmeverlust haben und im Sommer keine Überhitzung“, sagt Rühle. Die ersten Einrichtungsgegenstände sind schon vom Zwischenlager aus Geinsheim angeliefert worden – auch die Bälle fürs Bällebad warten in Netzen nur darauf, bald wieder eine lustige Spielmöglichkeit für die Kinder bieten zu können.

Die beiden Projektleiter sind weiterhin oft vor Ort: Peter Poganiuch (links) und Wolfgang Rühle.
Die beiden Projektleiter sind weiterhin oft vor Ort: Peter Poganiuch (links) und Wolfgang Rühle.

Die Tour mit Rühle und Poganiuch endet in einem großen Raum. Hier sollen die Kinder künftig experimentieren können und Naturwissenschaften kennenlernen. Passend dazu findet sich dort ein großes Display. „Hier kann man dann ablesen, wie viel die Photovoltaikanlage gerade produziert, wie hoch der Stromverbrauch des Gebäudes ist – und vieles mehr“, erläutert Rühle. Die Kinder könnten so ein Gefühl dafür bekommen, wie ihre Kita genau funktioniert.

Noch nicht ganz fertig sind die Böden im Treppenhaus und im Erdgeschoss. Aber überall sind Handwerker zu sehen. Im Sportraum werden spezielle Deckenelemente montiert: „Sie sind so konzipiert, dass sie nicht gleich runterfallen, wenn mal ein Ball dagegen fliegt.“ Ende August soll auch die neue Küche eingebaut werden. „Wir sind auf den letzten Metern“, sagt Rühle zuversichtlich und erleichtert. Am Ende müsse zum Einzug noch das Mobiliar vom Übergangsquartier in Hambach wieder zurückgeholt werden. „Beim Umzug damals hat alles auch dank der Hilfe der Stadt gut geklappt“, so Rühle. Er freut sich auf den Endspurt, sagt lachend aber auch: „Wir sind dann auch froh, wenn alles geschafft ist.“

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