Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Heizung für das Rathaus: Was nun kommen soll – und warum

Bevor der Beschluss für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe fiel, wurden mehrere Varianten geprüft, wie das Haßlocher Rathaus beheizt we
Bevor der Beschluss für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe fiel, wurden mehrere Varianten geprüft, wie das Haßlocher Rathaus beheizt werden könnte.

Das Rathaus in Haßloch soll zukünftig mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe beheizt werden. 340.000 Euro soll das kosten – und langfristig die günstigste Lösung sein.

Die Pläne zur Sanierung der bestehenden Heizungsanlage waren verworfen worden und dem Einbau einer neuen Heizungsanlage in Form von Luft-Wasser-Wärmepumpen hatte der Bauausschuss die Zustimmung verweigert. Der Hauptausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung nun die notwendigen Haushaltsmittel, die im Haushalt 2026 veranschlagt sind, freigegeben.

Bisher werden das Rathaus und die Feuerwehr durch eine Pellet-Anlage und zwei Gaskessel beheizt. Und ursprünglich war auch nur die Sanierung des Heizsystems geplant. Für diese Sanierung waren im Rahmen des Förderprogramms Kipki (Kommunales Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation) 187.000 Euro veranschlagt. Ein Förderzuschuss von rund 167.500 Euro wurde zugesagt. Inzwischen hatte sich laut Verwaltung herausgestellt, dass die Sanierungsmaßnahmen nicht im geplanten Umfang nötig seien. Aufgrund der Betriebszeit der Pellet-Anlage von rund 16 Jahren und zu erwartenden größeren Unterhaltungskosten hatte die Verwaltung dann vorgeschlagen, das Heizsystem zu trennen und das Rathaus durch eine eigene Anlage zu beheizen.

Verschiedene Heizungsmodelle verglichen

Damit keine Fördergelder verfallen, sollte der Bauausschuss im Januar den Einbau von Luft-Wasser-Wärmepumpen beschließen. Was er nicht tat. Stattdessen stimmte der Ausschuss einem Antrag von Thomas Liese-Sauer (SPD) zu, die Beheizung des Rathauses über Erdsonden zu prüfen. Der Fachbereich Bauen und Umwelt sollte zudem für die Heizvarianten Pelletheizung, Luft-Wasser-Wärmepumpen und Sole-Wasser-Wärmepumpen entsprechende Datengrundlagen vorstellen, um Kosten- und Lebenszyklus vergleichen zu können.

Die Firma Tectareal Solutions hatte zunächst eine Bestandsaufnahme gemacht. Der Neuerrichtung einer Pellet-Anlage für das Rathaus wurde eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und eine effizientere Sole-Wasser-Wärmepumpe gegenübergestellt. Hingewiesen wurde auch auf ein aktuelles Förderprogramm, mit dem die CO2-Neutralität von öffentlichen Gebäuden hergestellt werden soll. Für die drei Heizungsvarianten wurden Vor- und Nachteile genannt, Anschaffungskosten, laufende Kosten und Lebenszyklus verglichen. Die Firma kam zum Ergebnis, dass langfristig die Sole-Wasser-Wärmepumpe am günstigsten ist.

Bis Mitte 2027 soll der Umbau durch sein

Aufgrund des Fazits hat die Verwaltung jetzt vorgeschlagen, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe zu errichten. Die 167.500 Euro aus dem Kipki-Förderprogramm können auch dafür ausgegeben werden. Das habe eine telefonische Nachfrage beim Fördergeber ergeben. Eine Pellet-Anlage sei hingegen nicht förderfähig.

Die Verwaltung hat auch gleich einen Terminplan für die Ausführung vorgelegt. Demnach muss bis 31. Dezember der Änderungsantrag gestellt sein, die Genehmigung des Bergamtes da sein und im Rathaus müssen die Maßnahmen für den Anschluss des Vor- und Rücklaufes aus der Anlage vorbereitet sein. Ab Januar sollen die Bohrungen abgeteuft werden und die entsprechenden Vor- und Rücklaufleitungen im Bereich Jahnplatz gebaut werden. Bautechnisch muss die Maßnahme bis zum 30. Juni 2027 abgeschlossen werden. Voraussetzung war, dass der Hauptausschuss noch im März den Sperrvermerk für die veranschlagten Mittel im laufenden Haushalt 2026 aufhebt.

Auch neue Solaranlage geplant

„Ich werbe für die Vorbildfunktion der Gemeinde“, so der Erste Beigeordnete Carsten Borck (parteilos) in seiner Begründung für den Beschlussvorschlag. Das Heizungsprojekt sei „bestimmt anspruchsvoll und nicht leicht umzusetzen“. Aber es gebe eine gute Förderung und die Heizungsanlage halte ungefähr 50 Jahre.

Daniel Mischon (CDU) befürwortete den Vorschlag, aber der Jahnplatz müsse weiterhin für alle Nutzungen und Belastungen zur Verfügung stehen. Wolfgang Jünger, Leiter der Abteilung Bauen und Umwelt der Verwaltung, erläuterte, dass die Elektroanlage und -verteilung in jedem Fall erneuert werden muss. Auch eine neue Solaranlage sei bereits geplant. Mit der bestehenden alten sei die Wärmepumpe nicht zu betreiben.

Die Kosten für die Elektroarbeiten und die Solaranlage wurden in der Sitzung nicht beziffert. Mehrheitlich – bei drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen – wurde der Errichtung der neuen Heizungsanlage mit Sole-Wasser-Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel zugestimmt. Der Hauptausschuss stimmte mehrheitlich der Aufhebung des Sperrvermerks zu.

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