Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Nachklapp: Michelin-Sterne-Show mit Spannungsbogen

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Für die Region ist die Verleihung der Michelin-Sterne ein Erfolg. Für Otto-Normal-Verbraucher ist jedoch wichtiger, wie sich die Gastronomie jenseits der Sterne entwickelt.

Die Verleihung der Michelin-Sterne ist jedes Jahr eine aufregende Sache. Auch für erfahrene Hasen wie Stefan Neugebauer vom Schwarzen Hahn im Deidesheimer Hof, der die begehrte Auszeichnung schon seit Jahren erhält. Doch auch er räumt freimütig ein, dass die Spannung bleibt.

Wer im vorangegangenen Jahr bereits einen Stern hatte und diesen behalten darf, muss am Tag der feierlichen Preisverleihung besonders viel Geduld haben. Denn der Hotel- und Restaurantführer inszeniert die Verkündigung der Namen mit einem großen Spannungsbogen. Dienstag, 18 Uhr, so hieß es in der Ankündigung, beginnt die große „Verkündigung-Show“ in Frankfurt. Doch wer glaubt, dass zu diesem Zeitpunkt die Namen aller Preisträger gleich auf einen Schlag veröffentlicht werden – etwa auf der Homepage des Hotel- und Restaurantführers – der irrt. Zuerst werden die Höchstdekorierten genannt: die Restaurants, die drei Sterne ergattern konnten. In diesem Jahr sind das zwölf, zwei mehr als im vergangenen Jahr. Dann die Zwei-Sterne-Träger. Das sind schon mehr, aber die Anzahl ist mit 47 ebenfalls noch überschaubar.

Doch was ist mit den über 280 Ein-Sterne-Lokalen? Eine Stunde nach Veranstaltungsbeginn gibt es dazu noch keine Klarheit. Selbst die Gekürten selbst wissen noch nichts. Anruf bei Stefan Neugebauer: „Haben Sie ihn behalten, den Stern?“ Neugebauer muss passen: „Wir erfahren das aus der Presse.“

Für die Region ein voller Erfolg

Aha. Also heißt es warten. In Frankfurt wird unterdessen damit begonnen, die neuen „Ein-Sternler“ auf die Bühne zu holen. Denn wer neu ist im Club, bekommt eine Einladung, weiß also schon Bescheid. Die „Alten“ dagegen müssen weiter warten. Bis endlich gegen 19.30 Uhr eine Liste mit allen Preisträgern veröffentlicht wird. 282 sind es, zwei mehr als 2024.

Für die Region ist das Ergebnis ein voller Erfolg. Zwei Sternelokale in Deidesheim, eines in Wachenheim, eine solche Dichte ist schon etwas Besonderes. Doch bei all der Freude darf auch nicht vergessen werden: Ein Menü für 235 Euro – so viel kostet ein Fünf-Gänge-Menü im L.A. Jordan – können sich nur wenige Menschen leisten. Und von diesen wenigen wiederum werden die meisten sich das Vergnügen nur bei sehr besonderen Anlässen gönnen. Vielleicht zur Goldenen Hochzeit.

Für die überwältigende Mehrheit der Einheimischen und der Touristen ist es viel wichtiger, gutes Essen zu akzeptablen Preisen zu finden. In Restaurants, die man immer wieder besuchen kann. Die gute Nachricht: Auch daran herrscht kein Mangel in der Region. Die Gastronomie ist vielfältig und hochwertig. Und dass die Anzahl der Sterne-Lokale immer mehr steigt, findet eine Parallele in der „normalen“ Gastronomie. Denn auch dort kommen Gäste, die Wert auf Qualität legen, immer häufiger auf ihre Kosten. Die Küche in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und ist vielseitiger geworden. Das ist alles andere als selbstverständlich. Denn die Branche kämpft bekanntermaßen auch mit erheblichen Problemen: mit steigenden Kosten und dem Mangel an qualifiziertem Personal.

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