Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Vogelgrippe: Haßlocher Vogelpark wieder geöffnet

Die Sonnensittiche sind von der Viruserkrankung verschont geblieben.
Die Sonnensittiche sind von der Viruserkrankung verschont geblieben.

Der Ausbruch der hochansteckenden Vogelgrippe hat den Vogelpark in Haßloch hart getroffen. Doch jetzt ist die Seuche überwunden, die Besucher sind wieder zurück.

Sobald das Kreishaus in Bad Dürkheim grünes Licht signalisiert hatte, zögerte der Vorstand des Haßlocher Vogelparks keine Sekunde. Der Park wurde sofort wieder geöffnet. Die Vogelgrippe ist überwunden, die Besucher dürfen wieder kommen. Bereits am ersten Tag seien rund 80 bis 100 Gäste da gewesen, erzählt Vorsitzender Patrick Lehle. Er sei dankbar für die große Unterstützung, die der Park in den vergangenen Wochen erfahren habe. „Mit Hilfe von Spenden ist es uns gelungen, über die Runden zu kommen.“ Einfach sei das nicht gewesen, denn es fehlten nicht nur Einnahmen, beispielsweise über den Verkauf von Futter, es kamen auch zusätzliche Ausgaben hinzu. Etwa für Desinfizierungsmittel und Schutzanzüge.

Doch Ehrenamtliche setzten sich dafür ein, dass der Park überleben konnte. Eine Spendenaktion wurde gestartet, um die laufenden Kosten decken zu können. „Die Resonanz war sehr gut“, erzählt Lehle. Spenden seien sowohl über die Aktion „GoFundMe“ gekommen als auch direkt aufs Konto des Parks überwiesen worden. Der Park profitierte davon, dass er „seit vielen Jahren ein Ort der Begegnung und der Naturverbundenheit“ ist, wie es auf der Internetseite heißt. Generationen von Kindern verbänden damit erste Begegnungen mit Tieren und Erinnerungen an schöne Ausflüge. Über die Spendenaktion sind 186 Einzelspenden eingegangen, insgesamt wurden fast 6400 Euro gesammelt.

Jetzt schaut der Park wieder nach vorne. Rund 60 bis 70 Tiere sind der Einrichtung geblieben, darunter Papageien, Sittiche und Ziegen. Drei Fütterer wechseln sich täglich mit ihrer Versorgung ab, dafür erhält der Park einen Zuschuss von der Gemeinde. Von den umliegenden Lebensmittelmärkten erhalte der Park immer wieder Obst und Gemüse, das über dem Verfallsdatum liegt und unverkäuflich ist, berichtet Lehle. Darüber hinaus tragen Spenden und Mitgliedsbeiträge zur Deckung der Kosten bei.

Vier bis sechs Leute am Start

Unterstützung erhält der Park außerdem von ehrenamtlichen Helfern. Vier bis sechs Leute seien bei den Arbeitseinsätzen am Wochenende stets am Start, so der Vorsitzende. Dabei könne jeder mitmachen. Handwerkliche Fähigkeiten seien zwar immer hilfreich, doch es gebe auch genügend Arbeiten, die jeder erledigen könne. Dazu gehörten beispielsweise die Pflege der Anlage und die Reinigung der Tiergehege. Darüber hinaus werden Volieren erneuert, vergrößert und neu gestaltet.

Durch die Vogelgrippe hat der Park rund 80 Tiere verloren, vorwiegend Gänse, Schwäne und Enten. Sie mussten eingeschläfert werden – was bei allen, die mit dem Park zu tun haben, tiefe Betroffenheit auslöste. Fast alle Tiere waren, wie sich im Nachhinein herausstellte, mit dem Vogelgrippen-Virus infiziert.

Der erste Verdachtsfall war am 18. Februar aufgetreten, es handelte sich um eine tote Kanada-Gans. Wenige Tage später wurden weitere tote Gänse entdeckt. Die Analysen des Landesuntersuchungsamtes (LUA) und des Friedrich-Loeffler-Instituts ließen keine Zweifel: Die Tiere hatten sich das Virus H5N1 eingefangen, sprich: die Vogelgrippe. Diese Krankheit verläuft für infizierte Vögel meist tödlich. Der Ausbruch in Haßloch war kein Einzelfall: Deutschlandweit wurden im Februar nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts 15 Ausbrüche bei Geflügel und 14 bis Privathaltungen registriert, darunter auch Zoos. Einrichtungen in 15 Bundesländern waren betroffen.

Zuletzt waren in Haßloch nun aber alle Proben negativ, wie die Kreisverwaltung betont. Dank der „sehr guten Zusammenarbeit mit dem Vogelpark“ sei es gelungen, eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern, lobt der Kreis.

Info

Der Besuch des Vogelparks ist kostenlos. Der Verein freut sich über Spenden: Verein für Schutz und Pflege einheimischer und fremdländischer Vögel e. V., Iban: DE14 5465 1240 0001 0010 07 oder unter gofundme.vogelpark-hassloch.de. Auch Sachspenden, beispielsweise Pflanzen, Kies, Muttererde, Gartengeräte oder Zubehör für Vögel werden gerne entgegengenommen.

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