Neustadt Nach Tornado: Verzögerungen beim Kita-Neubau
Die Erweiterung der Kita Pestalozzistraße in Lachen-Speyerdorf schreite gut voran, teilt die Verwaltung mit. Allerdings habe der Tornado im August erhebliche Schäden am Rohbau verursacht und damit das Projekt um etwa sechs Wochen verzögert. Daher verschiebe sich die Fertigstellung auf Anfang kommenden Jahres.
Das seltene Wetterphänomen am 27. August hatte der im Mai gestarteten Baustelle schwer zugesetzt. Einige frisch hochgezogene Mauern stürzten ein oder wurden verschoben, Baumaschinen, Material und Absperrungen wurden umgerissen. Der Schaden liegt im oberen fünfstelligen Euro-Bereich, so die Verwaltung. Da der Tornado an einem Sonntag zuschlug, seien zum Glück keine Personen auf der Baustelle gewesen, niemand wurde verletzt.
Statik neu geprüft
Was danach folgte, war allerdings langwierig: Die Statik musste intensiv geprüft werden und versicherungstechnische Fragen geklärt werden. Die Baustelle lag zunächst vier Wochen brach, bevor das Rohbauunternehmen mit dem Abriss und der Beseitigung der beschädigten Mauern sowie dem Wiederaufbau beginnen konnte. Eine Wand musste komplett erneuert werden, da sie vom Wind verschoben worden war. Bei anderen Wänden mussten die oberen Schichten abgetragen werden. Durch ihren intensiven Einsatz konnte die Firma die entstandenen Verzögerungen gering halten.
Der gesamte Um- und Erweiterungsbau der Kita soll 4,3 Millionen Euro kosten. Das Land Rheinland-Pfalz beteiligt sich mit knapp 370.000 Euro. Den Rest muss die Stadt tragen. Die bisher fünf Kita-Gruppen werden um weitere drei aufgestockt. Somit soll die Einrichtung statt bisher 107 künftig 173 Betreuungsplätze bieten. Die neuen Gruppenräume werden über eine erweiterte Außenanlage verfügen. Außerdem werden jedem Gruppenraum ein Funktionsraum, ein Schlafraum sowie Lagerflächen zugeordnet.
Mit Photovoltaikanlage
Der neue Eingangsbereich soll sich dann zwischen dem Bestandsgebäude und dem Anbau befinden. Die beiden Gebäudeteile werden mit einem Flur verbunden. Der vorhandene zentrale Mehrzweckraum bildet den Mittelpunkt zwischen dem Bestands- und dem Neubau. In das bisherige Gebäude kommt eine neue, größere Küche. Das Flachdach wird begrünt und erhält eine Photovoltaikanlage.
Mit der Erweiterung in Lachen-Speyerdorf wirkt die Stadt dem Fehlbedarf an Kitaplätzen weiter entgegen. Seit 2019 hat er sich bereits nahezu halbiert. Es kamen rund 300 neue Plätze hinzu. Aktuell gibt es 2300 Kita-Plätze, davon mehr als die Hälfte in den 16 städtischen Einrichtungen, der Rest in den 18 Kitas von Kirchen und anderen freien Trägern.
Weitere Kita-Projekte
In diesem Jahr soll allen Zwei- bis Sechsjährigen ein Platz angeboten werden können. Hingegen fehlen bei einer angenommenen Bedarfsdeckungsquote von 35 Prozent noch knapp 300 Plätze für die Unter-Zweijährigen. Um die Bedarfe künftig decken zu können, investiere die Stadt allein in diesem Jahr 5,2 Millionen Euro in den Aus- und Umbau ihrer Kitas.
Voraussichtlich bis 2025 werden von der Stadt und von freien Trägern fast 400 neue Plätze geschaffen, darunter die 66 Plätze in Lachen-Speyerdorf. Außerdem sorgt die Stadt bis Jahresende mit einem Umbau der Kita und der ehemaligen Ortsverwaltung in Gimmeldingen für 22 und mit einem Neubau in Branchweiler (Kita Grubenhof) für 110 neue Plätze. Zudem ist in diesem Jahr der Baustart für die Erweiterung der städtischen Kita in Mußbach mit 66 weiteren Plätzen geplant. Die katholische Kita St. Pius auf der Hambacher Höhe wird aktuell mit einem Neubau um 48 Plätze erweitert, und die Stadt plant einen weiteren Neubau auf dem ehemaligen Sulo-Gelände an der Speyerdorfer Straße mit rund 90 Plätzen.